Es gehört zur guten Tradition des Presse Club Hannover, dass er sein Jahresprogramm mit einer Veranstaltung am 3. Adventssonntag beendet. 2025 war dieses Event ein ganz besonderes Highlight. Reinhard Spieler, der Direktor des Sprengel Museums, hatte sich ganz viel Zeit genommen, um uns persönlich durch die aktuelle Ausstellung „Niki. Kusama. Murakami. Love you for Infinity“ zu führen.
Die Schau, die im Sprengel Museum seit Anfang September gezeigt wird, ist absolut sehenswert. Erstmalig werden Werke von Niki de Saint Phalle, Yayoi Kusama und Takashi Murakami in einer gemeinsamen Ausstellung präsentiert. Auf einer Fläche von rund 2.000 Quadratmetern findet man zwölf thematisch gegliederte Räume, in der universelle Themen aufgegriffen werden: Lebensfreude, Liebe, Vergänglichkeit, Feminismus, Sexualität, existenzielle Angst, utopisches Denken. Rund 120 Exponate aus Malerei, Skulptur, Installation, Grafik und Film können bestaunt und bewundert werden.
Die legendären Schießbilder von Niki de Saint Phalle sind ebenso vertreten wie monumentale Phallusskulpturen und provokante Körperbilder. Ein Höhepunkt wartet im letzten Ausstellungsraum auf die Besucher:innen. Ein verspiegelter Boden verdoppelt die gezeigten Werke, und Kusamas Infinity Room vermittelt ein immersives Erlebnis. Darüber hinaus baut die Schau auch eine Brücke zwischen Kunst, Popkultur und gesellschaftlicher Reflexion.
Spieler gewährte nicht nur tiefe Einblicke in das Schaffen der Künstler:innen. Er ließ uns auch ein bisschen hinter die Kulissen des Ausstellungsbetriebs schauen und informierte über die Herausforderungen, die mit der Realisierung einer derart großen Ausstellung verbunden sind – von der Finanzierung bis zur Logistik und operativen Umsetzung. Am Ende des Rundgangs waren sich die Teilnehmenden einig: Die Ausstellung ist beeindruckend, und der Besuch wird uns noch lange im Gedächtnis bleiben.
Wer die Ausstellung noch nicht besucht hat, sollte die Chance auf jeden Fall nutzen. Noch bis zum 14. Februar 2026 sind die Werke von Niki, Kusama und Murakami im Sprengel Museum zu sehen.
Text: Dr. Sabine Wilp
Fotos: Thomas Borcholte / Thorsten Luhm / Dr. Sabine Wilp