Post vom Vorsitzenden

Hierbei handelt es sich um eine Kolumne, in der Jürgen Köster seine ganz persönlichen Ansichten vertritt.

 

27.07.2021
Ein bisschen Frieden …

Liebe Mitglieder und Gäste des Presse Club Hannover,

interessieren Sie sich eigentlich für die Olympischen Spiele, die gerade in Japan stattfinden? In meinem Bekanntenkreis sind die kein Gesprächsstoff, eher das Thema, wie man die Tausenden Sportler, Betreuer, Funktionäre, die aus der ganzen Welt zusammengekommen sind, coronafrei halten kann. Das fragen sich wohl auch die Urlauber, die jetzt auf Mallorca sind und sich in einem Hochrisikogebiet befinden.

Die, die gerade die Unwetter überlebt haben, haben ganz andere Sorgen. In dem Zusammenhang stehen dann CO2 und Klimaschutz ganz oben. Wenn aus diesem Grunde junge Leute ein Protestcamp neben dem hannoverschen Rathaus aufschlagen, ist das medienwirksam. Es stellt sich die Frage: Wie lange wollen die das machen?

Voraussetzung, damit demonstriert, protestiert, geforscht und auch Lösungen gefunden werden, ist allerdings ein Zustand, der für uns ganz selbstverständlich zu sein scheint: Frieden. Frieden wird von uns als ein so normaler Zustand angesehen, dass wir vergessen, wie wertvoll Frieden ist. Wir sollten uns Zeit nehmen, auch darüber einmal nachzudenken, und dankbar sein, dass es uns so gut geht …

In Niedersachsen ist jetzt Ferienzeit. Anhand Ihrer Rückmeldungen sehen wir, dass doch viele im Lande sind. So danke ich Ihnen herzlich für Ihre Zusagen zu unseren beiden Terrassenabenden mit Christian Reinicke und Rolf Zick.

Nächste Woche tagt Ihr Vorstand, vielleicht haben Sie Punkte, die Sie gern behandelt sehen möchten. Bitte schreiben Sie.  

Herzliche Grüße und: Munter bleiben!
Ihr Jürgen Köster

 

20.07.2021
Leid und Freud und ein neuer Terrassenabend am 17.08.2021

Liebe Mitglieder und Gäste des Presse Club Hannover,

es sind keine 300 km westlich von uns, wo die Menschen einen Weltuntergang erleben. Und auch in Sachsen und Bayern hat die Natur vernichtend zugeschlagen. Wir in Niedersachsen können froh sein, dass dieser Kelch an uns vorbeiging und deshalb „unsere“ Helfer dort Unterstützung leisten können. Da rücken Themen wie „autofreie Innenstadt“ und „Experimentierzonen“ ganz weit in den Hintergrund. Klima und Corona – das beschäftigt uns jetzt.

Neben Leid gibt es aber auch Freud:

„Der letzte Zeitzeuge“ ist der Titel des Buches, das Rolf Zick gerade geschrieben hat und das unser Presseclub im Oktober herausgeben wird. Nicht nur der Autor freut sich darüber, dass dann auf Einladung der Landesregierung unser Ministerpräsident Stephan Weil das Buch der Öffentlichkeit vorstellen wird. Klaus Michael Machens, der das Projekt betreut, steht im Kontakt mit der Staatskanzlei und trifft die Verabredungen. Am 17.08.2021 um 19:00 Uhr wird Rolf Zick bei einem Terrassenabend uns sein Buch vorstellen, daraus lesen und zum Gespräch zur Verfügung stehen. Bitte melden Sie sich hier an.

Post haben wir aus der Schmuckstadt Pforzheim bekommen. Nico Starke, der mit seiner Kollegin Alena Jakunina-Uthe schon dreimal in Folge den Wettbewerb um den LeibnizRingHannover gewonnen hat – das ist sonst nur Denise Mischke aus Hannover gelungen – fragt, ob und wenn wann der LeibnizRingHannover stattfindet. Da gibt es ein konkretes Datum: Am 29.07.2021 tagt das Kuratorium. Unter Leitung von Lutz Marmor werden dann Eske Nannen, Dr. Karl Gerhold, Jan Hofer, Dr. Wilhelm Krull, Prof. Madjid Samii mit mir den neuen Preisträger auswählen. Dr. Sabine Schormann hat mit der documenta in Kassel so viel zu tun, dass sie nicht dabei sein kann. Wir haben von Ihnen so viele Vorschläge bekommen – danke. Sicher wird die Katastrophenlage in unserem Land bei der Diskussion auch eine Rolle spielen.

Frau Tegtmeyer-Dette, die Herrn Schostok als Oberbürgermeisterin vertreten hat, scheidet jetzt aus ihrem Amt als Dezernentin aus. Es gibt ein schönes Foto von ihr, als im HCC der „Beethovensaal“ umbenannt wurde in „Leibniz Saal“. Das war keine leichte Geburt – aber sie hat dann für die Umbenennung gesorgt. Wir wünschen unserem Oberbürgermeister und dem Rat der Stadt, dass sie eine Nachfolgerpersönlichkeit finden, die sich an ihr messen lässt.

Dr. Georges Schwanenberg rief gerade an. Er erinnerte, dass heute in der Regionsversammlung der Presseclub ein Thema sein wird. Er will vor Ort sein und dann berichten. So wissen wir dann auch, was tatsächlich im Regionshaus passierte ...

Ach, und noch etwas: Wir wurden heute darüber informiert, dass von der Stadt Hannover die Rechtsanwaltskosten für den Rechtsstreit gezahlt worden sind. Nachdem die Stadtverwaltung bereits die Gerichtskosten zahlen musste, ist diese Angelegenheit für uns in finanzieller Hinsicht abgeschlossen. Unterschriebene Unterlassungsverpflichtungserklärung, Zahlung der Verfahrenskosten, Zahlung der Rechtsanwaltskosten – von den uns gemachten Vorwürfen bleibt – außer einem ganz bitteren Nachgeschmack – nichts übrig.

Gerne würde ich Ihnen zum Schluss etwas Fröhliches schreiben: Am Donnerstag beginnen die Ferien. Die, die hier bleiben, haben noch mehr Platz in der Stadt, den Urlaubern wünsche ich viel Freude!

Jetzt gehe ich in die Markthalle und unterstütze die über fehlende Kundschaft klagenden Händler: Bohnen, Knoblauch, Lammkoteletts. Als Nachtisch frisches Obst und dazu Wasser, Wein – rot und weiß … Das wird ein Abendessen, das sicher auch meiner Frau gefällt.

Herzlich grüßt und: Munter bleiben!
Ihr Jürgen Köster

 

14.07.2021
Bitte auf Termine achten und zusagen

Liebe Mitglieder und Gäste des Presse Club Hannover,

geht es Ihnen auch so? Hier spricht man nicht mehr übers Wetter, sondern über die Verkehrssituation in Hannover. Es ist doch wunderbar, dass die Raschplatzhochstraße jetzt für die Kultur freigegeben ist. Auch andere Stätten in der Stadt sind verkehrsberuhigt und bieten nun viel Raum für interessierte Fußgänger. Wenn man die dann zählt, erinnert man sich an eine alte Losung: Kultur ist, wenn der Saal sich leert ...

Sicher gibt es Mitbürger, die sich freuen, dass Hannover nun verkehrsberuhigter ist. Aber ich kann auch Frau Klemme verstehen, die als Fleischereimeisterin in der Markthalle ihre Kundschaft vermisst. Wie ihr geht es auch anderen, nicht nur Gewerbetreibenden. Dass sie allerdings, laut Bild, von grüner Seite bedroht wird, das gibt zu denken.

Am 20.07.2021 wird das höchste Gremium der Region, die Regionsversammlung, tagen. Die Tagesordnung hat 67 TOPs. Nach TOP 7 Sparkasse Hannover – Entlastung des Verwaltungsrats für das Geschäftsjahr 2020 kommt

TOP 8 Presse Club Hannover e.V.
8.1. Beendigung der Fördermitgliedschaft im Presse Club Hannover e.V.
8.2. Behandlung einer Petition: Nicht-Austritt aus dem Presse Club Hannover e.V.

Dieses Thema stand schon bei der letzten Regionsversammlung auf der Tagesordnung und war kommentarlos nicht behandelt worden. Die Sitzung ist öffentlich, sie beginnt um 14:00 Uhr im Sitzungssaal „Neues Regionshaus“, Hildesheimer Straße 18.

Wir haben Ihnen Terrassenabende angekündigt. Ein Datum steht fest: 10. August, 19:00 Uhr. Unser langjähriges Mitglied Christian Reinicke, Rechtsanwalt und Notar, ist zum Präsidenten des ADAC gewählt worden. Herzlichen Glückwunsch!

Dieser Verein ist mit seinen über 20 Millionen Mitgliedern nicht nur von der Größe her beeindruckend, sondern unter seinem Namen bietet er eine Fülle von Dienstleistungen. Sicher sind viele von uns Mitglied im ADAC. An diesem Abend haben wir Gelegenheit, „unseren“ Präsidenten zu löchern und Antworten auf unsere Fragen zu bekommen. Bitte melden Sie sich hier an.

Langfristig können Sie sich schon Montag, 4. Oktober 2021 notieren: Die bekannte Krimiautorin Susanne Mischke, die gestern in Hannover ihr neues Buch vorstellte, kommt dann zum Plaudermeeting in unseren Club. Sie wohnt jetzt im Allgäu bei Kempten und ist immer glücklich, wenn sie einen Grund hat, in ihre alte Heimat zu kommen.

Und hier eine besondere Bitte: Geben Sie uns bitte Anregungen, wen Sie gerne einmal in unserem Club treffen möchten oder welches Thema wir aufspießen sollen. Denn: Viele wissen mehr als einer!

Wir hatten Austritte zu verzeichnen und freuen uns, dass wir neue Mitglieder begrüßen können. Wegen der Veränderungen im Vorstand, in unserer Stiftung und beim LeibnizRingHannover werden wir ein aktualisiertes Mitgliederverzeichnis herausgeben. Falls Sie Änderungen zu Ihren Daten wünschen, geben Sie bitte innerhalb der nächsten 10 Tage Bescheid.

Zum Schluss eine ganz traurige Nachricht:

Martin Blecker war seit 2005 mit Pro Akustik Fördermitglied in unserem Club. An einer Reihe von Abenden hielt er kompetente Vorträge über Hören und Auswirkungen des Hörverlustes.  Er war Hörakustiker- und Optikermeister. Als Unternehmer hatte er Fachgeschäfte für Hörgeräte und Optik in der Königstraße und in der Herrenhäuser Straße unter dem Namen Martin Blecker. 15 Jahre war er Präsident der EUHA, Europäische Union der Hörakustiker. Seit 2005 engagierte er sich u.a. an dem Universitätsklinikum der Mongolei, Ulaanbaatar, wo er als Honorarprofessor lehrte und sich um die Aus- und Weiterbildung von HNO-Ärzten kümmerte. Er war zudem Gründungsmitglied von Pro Akustik, einem bundesweitem Zusammenschluss von inhabergeführten Hörakustiker-Geschäften.

Martin Blecker war ein sehr enger Freund. Wir gaben uns gegenseitig Ratschläge, hörten uns zu und konnten auch gemeinsam schweigen. Er war passionierter Jäger und liebte die Ruhe seiner Jagdhütte in der Lüneburger Heide, wo nur Kunigunde, sein Rauhaardackel, mitdurfte. Vor genau einem Monat war ich mit ihm auf Mallorca und wir konnten dort noch eine gute Zeit miteinander verbringen. Dann unterzog er sich hier in der MHH einer lang geplanten Herzoperation bei Prof. Haverich. Die Operation war so erfolgreich, dass er schon am nächsten Tag auf eine normale Station verlegt wurde.

Martin Blecker wurde 65 Jahre alt, hatte gerade seinen Nachfolger Jan Wrocklage in die Geschäftsführung von Pro Akustik eingearbeitet und hinterlässt seine Kinder Tanja und Mirko. Seine Frau Angelika Figeis-Blecker wird im Sinne ihres Ehemannes mit ihren Mitarbeitern die Fachgeschäfte weiterführen. Wir trauern mit ihr, wünschen viel Kraft und Zuversicht und werden Martin Blecker nicht vergessen.

Herzliche Grüße
Ihr Jürgen Köster

 

06.07.2021
Die autofreie Innenstadt ist noch keine Realität ...

Liebe Mitglieder und Gäste des Presse Club Hannover,

Sie haben eine ganze Weile nichts aus Ihrem Presseclub gehört, ich war verreist. Der Aufenthalt auf Mallorca hat gutgetan. Geimpft, alle Gesundheitszertifikate ausgefüllt und ausgedruckt, war es kein Problem, dort gut anzukommen. Der Flughafen nicht überfüllt, viele der Hotels geschlossen. Die Hochburg der Briten, Magaluf, wie ausgestorben. Restaurants nicht überfüllt, sehr freundlicher Service – die Mallorquiner wissen, welche Bedeutung die Touristen für sie haben. Sehr wünsche ich ihnen und Ihnen, dass diese gute Stimmung weiter anhalten kann.

Dass unsere Sir-Greene-Stiftung einen neuen Vorstand hat, wissen Sie bereits. Dieser Vorstand hat zwischenzeitlich getagt und gewählt:

Vorsitzende ist Michaela Menschel. Früher hat sie u.a. Nachrichtensendungen von RTL moderiert, heute kümmert sie sich hauptsächlich um die Kommunikation der ZAG.

Stellvertretender Vorsitzender ist Derk Oldenburg. Der holländische Diplomat, der u.a. das Königreich der Niederlande als Botschafter bei der EU in Brüssel vertrat und dann beim weltgrößten Kabelnetzbetreiber tätig war, leitet jetzt eine eigene Unternehmensberatung, insbesondere im Bereich der Kommunikation.

Schriftführerin ist unser langjähriges Mitglied Dr. Heike Schmidt, die viele Jahre als Redakteurin bei Madsack ihr Brot verdiente. Heute verantwortet sie die Unternehmenskommunikation unseres Fördermitglieds Pro Akustik GmbH.

Annica Bergfeld, Stiftungsmanagerin der Concordia Stiftung Mensch Natur Gemeinschaft, unser Schatzmeister Henning Schulze und der Presseclub-Vorsitzende sind die weiteren Vorstandsmitglieder.

In der Sitzung lobten die Anwesenden die hervorragende Arbeit von Hartmuth Schulz, der über viele Jahre die Stiftung prägte, und beschlossen den Weg, der jetzt beschritten werden soll.

Auch der Vorstand unseres Clubs hat getagt. Wir wollen versuchen, Ihnen im August „Terrassenabende“ anzubieten. Über Termine und Inhalte werden Sie rechtzeitig informiert.

Noch in diesem Monat findet die Kuratoriumssitzung statt, die über den Preisträger des LeibnizRingHannover entscheidet. Neu im Kuratorium ist Dr. Karl Gerhold. Er ist ein erfolgreicher Geschäftsmann, der besonders im Energiesektor mit seinen Unternehmen tätig ist. Ihn verbindet mit den Medien nicht nur, dass er früher beim NDR tätig war, sondern auch, dass er seit vielen Jahren Mitglied des Verwaltungsrates des Mitteldeutscher Rundfunk (MDR) ist. Als Chef der sachsen-anhaltinischen Staatskanzlei war er maßgeblich am Aufbau dieses öffentlich-rechtlichen Senders beteiligt.

Im August werden Sie erfahren, wer dieses Jahr den Ring erhalten wird. Die Verleihung wird – wegen Corona – keine Großveranstaltung werden, sondern sich orientieren an der Ringverleihung des letzten Jahres an Rolf Zick: klein aber fein!

Sehr traurig sind wir über den Tod von Dieter Tasch. Er war ein langjähriges und ganz treues Mitglied, der seit 1995 unserem Club wichtige Impulse gegeben hat. Wir werden ihn nicht vergessen! Unser Ehrenpräsident Rolf Zick hat den Nachruf geschrieben, der natürlich auch auf unserer Webseite zu finden ist.

Hannover hat ja nun einige wichtige Verkehrsadern für die Fußgänger zum Flanieren freigegeben und um dort kulturelle Angebote zu machen. Auch die Fahrradfahrer können sich freuen über großzügige Velorouten, die auf viel befahrenen Straßen eingerichtet wurden. Kenner und Genießer nehmen sicher die Wege durchs Grün an der Leine entlang, durch die Eilenriede und die anderen schönen Grünanlagen, die unsere Landeshauptstadt bietet. Den Autofahrern empfehle ich Ruhe und Gelassenheit …

Herzliche Grüße und: Munter bleiben!
Ihr Jürgen Köster

 

15.06.2021
Auch Reisen sind wieder möglich!

endlich hatten wir Gelegenheit zu einem persönlichen Treffen in unserem Presseclub. Sonnenschein, gute Laune, Leckereien aus dem „Wirtshaus“ mit Tegernseer Helles und Chardonnay aus meinem Keller. Es hat gut getan, wieder miteinander ins Gespräch zu kommen, sich auszutauschen, sich zu freuen und auch festzustellen: Das Leben ist schön! 

Seit der Gründung kümmert sich Valentin Schmidt als Kuratoriumsvorsitzender kontinuierlich um unsere Sir-Greene-Stiftung, die völlig unabhängig eigenständig agiert. Er hatte jetzt zur Sitzung eingeladen, damit satzungsgemäß der Stiftungsvorstand berufen wird. Das sind nun die Neuen, die einstimmig gewählt wurden:

Annica Bergfeld ist seit Gründung der Concordia Stiftung Mensch Natur Gemeinschaft deren Managerin.

Michaela Menschel, Journalistin, Geschäftsführerin Passion Projects GmbH und Leiterin Unternehmenskommunikation ZAG.

Derk Oldenburg, ehemaliger Botschafter des Königreichs der Niederlande, langjährige Führungskraft beim weltweit größten Kabelnetzbetreiber Liberty Global, Gründer Oldenburg Consulting, Berlin/Amsterdam

Dr. Heike Schmidt, viele Jahre Redakteurin bei Madsack, jetzt Leiterin Unternehmenskommunikation Pro Akustik GmbH

Weiter gehören zum Vorstand der Sir-Greene-Stiftung auch der Vorsitzende und der Schatzmeister unseres Clubs. 

Die Stiftung, die seit 2002 Hoffnung veranlassende junge Journalisten auszeichnet, ist von Hartmuth Schulz deutlich über zehn Jahre lang sehr erfolgreich geführt und weiterentwickelt worden. In seinem Sinn wird der neue Vorstand, unterstützt vom hochkarätig besetzten Kuratorium und natürlich auch von unserem Presseclub, sich weiter dafür einsetzen, jungen Medienschaffenden bei ihrem Berufsweg Förderung und Hilfe anzubieten.

Weitere Preisträger-Vorschläge für den nächsten LeibnizRingHannover sind eingegangen. Aus Erfahrung weiß ich, dass bei der Diskussion im prominent besetzten Kuratorium über Persönlichkeiten diskutiert wird, die gar nicht auf der Liste stehen. Dann kommt es zu solchen überraschenden tollen Entscheidungen wie z.B. Peter Maffay, Antje Boetius und unserem geschätzten Ehrenpräsidenten Rolf Zick. Lassen wir uns überraschen, wer dieses Mal nach Hannover kommen wird, um den von „unseren“ Goldschmieden eigens gefertigten LeibnizRingHannover überreicht zu bekommen. Dies war übrigens auch ein Thema beim „Terrassenabend“. Vielleicht können wir den Wünschen nachkommen und schaffen es ja doch noch dieses Jahr ...

Wenn Sie dies lesen, bin ich beruflich bedingt auf Mallorca. Zweimal geimpft steht die Welt wieder offen. Was früher alltäglich war, ist nun ein Geschenk, das ganz bewusst erlebt wird. Gott sei Dank!

Herzliche Grüße und: Munter bleiben!
Ihr Jürgen Köster

 

03.06.2021
Bald Sommerfest in Ihrem Presseclub?

Liebe Mitglieder und Gäste des Presse Club Hannover,

endlich Sommer! Am letzten Tag hat der „Wonnemonat“ gezeigt, dass er weiß, was man von ihm erwartet. Spät – aber nicht zu spät. Freuen tun sich die, für die diese Regel gemacht wurde:

„Ist der Mai kühl und nass,
füllt dem Bauer Scheun‘ und Fass“.

Keine Regel wird es werden, dass die HAZ mich am Wochenende anruft und um Stellungnahme bittet. Dieses Mal ging es wieder um unsere Sir-Greene-Stiftung. Da konnte ich erfreut mitteilen, dass weitere herausragende Medienpersönlichkeiten von unserem Vorstand ins Kuratorium der Stiftung berufen wurden:

Carmen Thomas ist Journalistin, Autorin und Dozentin. Sie war früher beim WDR und hat dort die Sendung „Hallo Ü-Wagen“ ins Leben gerufen und über viele Jahre moderiert. Als erste Frau präsentierte sie das Sportstudio. Unvergessen ist ihr „Missgeschick“, das sie damals bundesweit berühmt machte: Statt „Schalke 04“ sprach sie von „Schalke 05“. Sie ist Herausgeberin diverser Erfolgsbücher, darunter: „Ein wertvoller Saft, der Urin“. Das hat sie zu einer Zeit geschrieben, als dieses Thema für viele eklig war. Vor über 20 Jahren gründete sie die „1. Moderationsakademie für Medien und Wirtschaft“. Sie verfügt über ein riesiges Netzwerk und wird sicher unseren Stipendiaten Türen öffnen können.

Dasselbe gilt für Prof. Axel Buchholz. Er war der Erfinder der politischen Livesendung im Radio, Chefredakteur des Saarländischen Rundfunks und Autor von Lehrbüchern für Radio und Fernsehen. Über viele Jahre lehrte er an der Münchner Journalistenschule und ist jetzt als Honorarprofessor an der Uni Mainz tätig, wo er Journalismus lehrt. Jährlich wird der „Prof. Axel Buchholz Preis für journalistischen Schülernachwuchs des Saarlandes“ vergeben.

Nachdem Sie letzte Woche darüber informiert wurden, dass Prof. Christian Pfeiffer und Prof. Thomas Hestermann ins Kuratorium gewählt wurden, ist mit Klaus-Michael Machens, Lutz Marmor und Valentin Schmidt als langjährige Mitglieder das Kuratorium hervorragend besetzt. Nächste Woche wird es tagen und auf der Tagesordnung steht dann die Berufung der Mitglieder des Vorstands der Stiftung.

Sie können sicher sein, dass unsere Sir-Hugh-Carleton-Greene-Stiftung, die nun seit 20 Jahren aktiv ist, weiter junge Medienschaffende fördern wird. Dass über die Grenzen Deutschlands bekannte Medienpersönlichkeiten aus Hamburg, Köln und Saarbrücken sich in unserer Stiftung und damit auch in unserem Club engagieren, ist Beweis dafür, wie attraktiv der Presse Club Hannover ist.

Unser Vorstand hat auch entschieden, dass unser LeibnizRingHannover wegen der Pandemie nicht in diesem, doch ganz bestimmt im nächsten Jahr verliehen wird. Der Kuratoriumsvorsitzende Lutz Marmor und die Mitglieder Eske Nannen, Jan Hofer, Dr. Sabine Schormann, Dr. Wilhelm Krull und Prof. Dr. Madjid Samii stehen bereit, um den nächsten Preisträger zu küren.

Einige von Ihnen haben schon Vorschläge für einen Preisträger gemacht. Falls Ihnen noch eine Persönlichkeit einfällt, die die Kette der namhaften Preisträger fortsetzt, teilen Sie uns dies bitte mit Begründung mit.

Die Inzidenz geht Gott sei Dank weiter nach unten. Die Hoffnung ist groß, dass wir Sie bald wieder in unseren Club einladen können. Ein Treffen bei Sonnenschein und leckerer Verpflegung vom Extrablatt scheint ein demnächst realisierbarer Wunsch zu sein.

Bleiben Sie munter und seien Sie versichert, dass Ihre Mitgliedschaft in unserem angesehenen Presse Club Hannover wertgeschätzt wird.

Herzliche Grüße
Ihr Jürgen Köster

 

22.04 2021
Ihr Presseclub hat einen neuen Vorstand

Liebe Mitglieder, Freunde und Gäste des Presse Club Hannover,

vorgestern fand in der ZAG-Arena eine Veranstaltung statt, die es in dieser über 10.000 Menschen fassenden Halle noch nicht gegeben hat. In drei Blocks der Nordkurve verteilten sich coronagerecht unsere engagierten Mitglieder, die trotz schönem Wetter, Pandemie und verpflichtender Corona-Testung gekommen waren. Großen Applaus und herzliche Glückwünsche bekam unser Ehrenpräsident Rolf Zick.

Natürlich stand die Wahl des neuen Vorstands im Mittelpunkt des Interesses. Vertreter von HAZ und NP mit dem neuen Chefredakteur Carsten Bergmann hatten sich zur Berichterstattung angemeldet. Sie konnten erleben, wie nach einer hitzigen Diskussion Karin S. Schwarz, Katharina Kümpel und Torsten Hamacher aus dem Vorstand mit großem Beifall verabschiedet wurden. Ganz herzlich möchte ich mich noch einmal bei allen ausgeschiedenen Vorstandsmitgliedern für ihre engagierte Mitarbeit bedanken.

Die Neuwahlen fanden dann mit elektronischer Unterstützung statt. Der seit 1994 amtierende Vorsitzende wurde mit über 75 % der Stimmen wiedergewählt. Für diesen Vertrauensbeweis möchte ich mich auch hier nochmals ausdrücklich bedanken. Auch Klaus Michael Machens, Beisitzer und Henning Schulze, Schatzmeister, wurden wiedergewählt.

Und hier möchte ich Ihnen nun unsere neuen Vorstandsmitglieder vorstellen:

Stellvertretende Vorsitzende:
Dr. Mady Beißner ist seit 2010 Fördermitglied. Seit 27 Jahren ist sie selbstständige Rechtsanwältin und seit 15 Jahren im geschäftsführenden Vorstand von Haus- und Grundeigentum Hannover e.V., der mit 12.340 Mitgliedern größter Wirtschaftsverband der Region Hannover ist.

Matthias Brodowy ist seit 2005 Mitglied. Er ist ausgebildeter Kirchenmusiker, studierte Geschichte und katholische Theologie, ist nicht nur ein herausragender Kabarettist, sondern auch ein hervorragender Moderator und Mediator.

Schriftführerin:
Ariane Jablonka ist seit 2008 Mitglied. Sie ist Diplom-Ökonomin, Geschäftsführerin vom bekannten Klavierhaus Döll sowie von AJ-Classic & und Eventpromotion. Sie ist im Aufsichtsrat der Landesmusikakademie Niedersachsen, im Stiftungsrat der Staatsoper Hannover und engagiertes Mitglied der IHK.

Beisitzer:

Dr. Franz Rainer Enste ist seit 1996 Mitglied. Viele erinnern sich bestimmt bestens an ihn, als er als Regierungssprecher tätig war. Bei Rotary übernahm er letztes Jahr das herausragende Amt des Governors. Viel Zeit investiert er jetzt in sein Amt als Landesbeauftragter gegen Antisemitismus und für den Schutz jüdischen Lebens. Sehr erfolgreich führte er unsere Mitgliederversammlung als Sitzungsleiter.

Dr. Michael Heiks ist seit 1998 Mitglied. Ihn kenne ich schon aus seiner Zeit als er Direktor NDR Schleswig-Holstein war. Danach wirkte er als Programmdirektor Radio NRW. Das ist das Mantelprogramm für alle Privatradios in Nordrhein-Westfalen. Er gründete dann TV-Plus, eine sehr aktive Fernsehproduktionsgesellschaft mit Sitz in Hannover und Berlin, die u.a. Bingo-Lotto und Filme für ARTE, NDR, WDR und auch Auftragsproduktionen herstellt.

Umut Kus ist seit 2016 Fördermitglied. Als Student kam er aus der Türkei nach Hannover, lernte hier die deutsche Sprache und finanzierte sich sein Ingenieur-Studium als „Tellerwäscher“ – fast ein amerikanischer Traum, denn er absolvierte nicht nur erfolgreich sein Studium, sondern bekam anschließend die Gelegenheit, seine eigene Gastronomiekette aufzubauen. Neuestes Projekt ist das „Wirtshaus“ in der Georgstraße. Hier hat man schon jetzt bereits die Möglichkeit, sich „to go“ bedienen zu lassen. Dieser erfolgreiche Gastronom hat hinter den Kulissen schon viel für unseren Presseclub getan!

Auch unsere Rechnungsprüfer wurden neu gewählt:

Vanessa Erstmann, vertritt den Jazz Club Hannover e.V., in dem sie 1. Vorsitzende und CEO ist. Der Jazz Club ist seit 2019 durch eine partnerschaftliche Kooperation mit uns verbunden.

Dr. Gabriele Teichmann gehört seit 2005 zu unserem Verein. Sie ist Geschäftsführerin und Inhaberin von Dr. Teichmann Coaching und auch als Mediatorin tätig.

Der neue Vorstand wird umgehend aktiv werden. Das sehen Sie auch daran, dass diese Mail nun ergänzt wird mit einem Schreiben unseres neuen stellvertretenden Vorsitzenden Matthias Brodowy.

Herzliche Grüße – munter bleiben – und bleiben Sie Ihrem Club treu!
Ihr Jürgen Köster

 

26.03.2021
Am Ende wird alles gut!

Liebe Mitglieder und Gäste des Presse Club Hannover,

kurz und knapp die Ergänzung zum Rundbrief vom vergangenen Dienstag:

Oberbürgermeister Belit Onay hat gestern die Unterlassungsverpflichtungserklärung unterschrieben, zu deren Abgabe ihn die von mir beauftragte Anwaltskanzlei Prinz mit Schreiben vom 12. März aufgefordert hatte. Damit hat sich die Klage erledigt, die gestern beim Verwaltungsgericht Hannover eingereicht wurde.

Der Vorstand des Presse Club Hannover begrüßt diese neue Entwicklung und freut sich, dass der Konflikt zwischen unserem Club und dem hannoverschen Oberbürgermeister außergerichtlich beigelegt werden konnte.

Letzte Woche war ich geschäftlich in Magdeburg. Eine Stadt, die nach der Wende sich wirklich toll entwickelt hat. Der Besuch des Doms lohnt sich. Am Eingangsportal steht folgendes Schild:

„Dieser Dom lädt dich ein
wie Jesus es tut,
ohne Vorbedingungen.
Du gehst reicher hinaus,
wenn du in diesen Minuten
eines bist,
offen:
offen für Gott,
ehrlich gegen dich selbst
und barmherzig
in Gedanken
an deine Mitmenschen.“

Hätte ich anschließend einen Menschen getroffen, mit dem ich einen Zwist habe, wäre ich auf ihn zugegangen und hätte ihm die Hand gedrückt …

Der Vorstand Ihres Clubs geht davon aus, dass nun der Weg wieder frei ist für die Fortsetzung der erfolgreichen Zusammenarbeit mit unserer Landeshauptstadt. Er würde es deshalb auch begrüßen, wenn Oberbürgermeister Belit Onay sich weiter im Kuratorium des LeibnizRings für die Stadt Hannover engagiert.

Herzlich grüßt

Ihr
Jürgen Köster

 

23.03.2021
"Nichts ist doofer als Hannover?"

Liebe Mitglieder und Gäste des Presse Club Hannover,

Harald Schmidt hat diesen Ausspruch (siehe oben) mit Ausrufungszeichen versehen. Für mich war klar, dass das nur jemand sagen kann, der unsere schöne Stadt nicht kennt. Als Zugereister, der seit 1987 hier lebt, hat mich selbst mein Zweitwohnsitz in den bayerischen Bergen nicht von hier weglocken können. Auch nicht die aktuelle Auseinandersetzung zwischen dem hannoverschen Oberbürgermeister und unserem Presseclub.

Eigentlich grenzt es doch an Schwachsinn, was sich hier abspielt: In Berlin und in den Landeshauptstädten kämpfen Kanzlerin und Ministerpräsidenten, wie Corona erfolgreich bekämpft werden kann. Wir Bürger fügen uns und hoffen, dass wir die Sache gut überstehen. Und dann gibt es einen Streit, den die hiesigen Medien begeistert aufgreifen, um den Satz „Die Schonzeit für Belit Onay ist vorbei.“

Obwohl ich davon überzeugt bin, dass Sie wissen, dass dieser Rundbrief ein ganz persönliches Statement von mir ist und nicht die offizielle Haltung des Presse Club Hannover wiedergibt, möchte ich darauf hier noch einmal hinweisen.

Bisher hat es vom Presse Club Hannover und auch von mir keine Stellungnahmen zu den Vorwürfen, die der Oberbürgermeister in seiner offiziellen Funktion auf offiziellem Oberbürgermeister-Papier behauptet hat, gegeben. Wir haben in unserem Antwortschreiben die Vorwürfe nicht akzeptiert und darum gebeten, diese in einem Gespräch zu klären. Postwendend ließ der Oberbürgermeister unser Gesprächsangebot durch sein Büro zurückweisen. Versuche von „relevanten Persönlichkeiten“, die sich direkt an den Oberbürgermeister vermittelnd wandten, waren erfolglos.

Schlussendlich hat Prof. Dr. Christian Pfeiffer, der nicht nur Kriminologe, sondern ein ausgewiesener und erfolgreicher Mediator ist, versucht, den Konflikt zu schlichten. Hierfür gab es eine Frist, die gestern um 13:00 Uhr abgelaufen ist und von Seiten des Oberbürgermeisters nicht genutzt wurde.

Der Oberbürgermeister hat seine verbalen Angriffe gegen den Presseclub und mich nicht als Privatperson, sondern in seiner offiziellen Funktion als Stadtoberhaupt vorgetragen. Auch dadurch fanden sie in den Medien sehr starke Beachtung. Die Bild-Zeitung schrieb sogar am 04.03.2021: „Gewaltaufruf von Club-Chef Jürgen Köster gegen Belit Onay“. Auch andere Medien haben als Reaktion auf das Schreiben des Oberbürgermeisters herabsetzende und verletzende Behauptungen verbreitet. Die Hannoversche Allgemeine Zeitung HAZ (01.03. und 06.03.) und die Neue Presse NP (01.03. und 05.03.) und die Tageszeitung taz (02.03.) berichteten unter Berufung auf die Behauptungen des Oberbürgermeisters, ich hätte von mir aus zu dem Termin der Eintragung ins Goldene Buch der Stadt Hannover eingeladen.

Die durch E-Mails belegte Wahrheit aber ist, dass dieser Termin mit Uhrzeit und Ort vom Büro des Oberbürgermeisters festgelegt wurde. HAZ und NP behaupten ferner, ich hätte anschließend eine Absprache zur Vertraulichkeit gebrochen. Erneut wurden hierfür keine Fakten angeboten, sondern unkritisch die Aussagen des Oberbürgermeisters übernommen. Es hat keine Vertraulichkeitsabsprache gegeben.

Die NP kritisierte mich am 05.03. mit den Worten: „Man ruft nicht zur Jagd auf Politiker auf.“ Sie zitiert den FDP-Fraktionschef Engelke: „Solchen Hassreden folgen meist auch Taten.“ Beide Aussagen unterstellen damit, ich hätte zur Gewalt gegen den Oberbürgermeister aufgerufen.

Nur gegen den Springer-Verlag bin ich bisher anwaltlich vorgegangen. Hier erscheint die Bild-Zeitung. Inzwischen liegt eine Unterlassungsverpflichtungserklärung vor.

Es ist schon eine Weile her, da habe ich selbst an einer Hochschule als Dozent gewirkt und Radiojournalisten ausgebildet. Deswegen bin ich besonders irritiert über den fahrlässigen Umgang der Redakteure.

Wenn der Chefredakteur, der Chefreporter und ein führender Redakteur einer hiesigen Zeitung nur eine Position zu Gehör bringen und die andere Seite nicht zu Wort kommt, dann ist das für mich kein sauberer Journalismus.

Wenn dann auch nicht die Frage gestellt wird, ob der Oberbürgermeister sein Amt und die damit verbundene Machtposition dazu einsetzen darf, kurz vor demnächst anstehenden Vorstandswahlen eine personelle Neuaufstellung zu fordern und somit massiv auf die Mitglieder unseres privaten Vereins einwirkt, dann ist dies sicherlich eine Tatsache, die nicht nur berichtenswert ist, sondern auch dringend kommentiert werden müsste. Dies ist nicht erfolgt.

Und nun komme ich zu dem Punkt, bei dem ich wirklich nicht vorausgesehen habe, dass er eine solch verheerende Wirkung hat: „Vorbei mit der Schonzeit für Oberbürgermeister Onay“.

Nicht im Entferntesten ist mir eingefallen, dass es wirklich Menschen gibt, die annehmen, ich würde tatsächlich „zur Jagd“ auf Belit Onay auffordern. Warum sollte ich das auch tun? Weil Belit Onay türkische Wurzeln hat? Ich habe ganz besonders enge Beziehungen zur Türkei, spreche sogar einige Brocken und freue mich, dass ich auch türkische Freunde habe. Für mich war die Wahl Belit Onays zum Oberbürgermeister ein Zeichen dafür, dass in unserer Stadt eben nicht die Rechtsextremisten das Sagen haben. Nach seiner Wahl schrieb ich ihm, dass ich ihm den Erfolg wünsche, den seine Vorgänger, Herbert Schmalstieg und Stephan Weil, hatten.  Ich wünschte ihm „Gottes Segen“…

Schon einmal habe ich erklärt, falls Herr Onay wirklich glaubte, ich hätte zur Jagd auf ihn aufgerufen, dann würde ich ihn um Entschuldigung bitten. Er hat darauf nicht geantwortet.

Entsetzt bin ich und für unverantwortlich halte ich, dass der hannoversche Oberbürgermeister in seiner offiziellen Funktion mich in die geistige Nähe des AfD-Fraktionsvorsitzenden Gauland rückt und mir eine rechtsradikale, fremdenfeindliche und terroristische Gesinnung unterstellt. Mich mit den Mördern von Walter Lübke auf eine Ebene zu stellen, ist eine Entgleisung, eine Rufschädigung und diffamiert mich.

In den Medien hat keiner die Frage gestellt, ob es wirklich angemessen ist, dass der hannoversche Oberbürgermeister mich wegen meines Rundbriefs wie einen geistigen Brandstifter attackiert.

Oberbürgermeister Belit Onay war nicht bereit, das Schlichtungsangebot unverändert von Prof. Pfeiffer zu akzeptieren. Darum ist nun der Rechtsweg eingeschlagen worden. Die Anwaltskanzlei Prinz in Hamburg hat den Fall übernommen. In der Anlage können Sie den Schriftsatz lesen, der an Oberbürgermeister Belit Onay versandt wurde.

Damit das nicht vergessen wird:

Auslöser der ganzen Geschichte ist die Ehrung von Rolf Zick mit dem LeibnizRingHannover im Oktober 2020. Rolf Zick wird nun am 16.04.2021 einhundert Jahre alt. Ein stolzes Alter!

Rolf Zick ist ein wunderbarer Mensch, der für unsere Demokratie so viel getan hat und gerade für Journalisten ein Vorbild ist – oder sein sollte! Gestern hatten wir Gelegenheit, mit Rolf Zick zu sprechen. Er teilte mit, wie sehr ihn die ganze Angelegenheit belastet: „Ich fühle mich 10 Jahre älter …“ Können Sie mitfühlen, was ich empfinde?

Am 18.04.2021 endet der neu terminierte Lockdown. Am 20.04.2021 ist unsere Mitgliederversammlung terminiert. Neuwahlen stehen an und der Vorstand kann neu besetzt werden. Es ist ja schön zu lesen, dass es Mitglieder gibt, die im Internet ihr Interesse an einem „journalistischeren“ Presseclub und sogar an einem „Neuer Presse Club Hannover“ äußern. Melden Sie doch bitte schon jetzt Ihr Interesse an, damit alle Mitglieder davon erfahren! Auch die, die bisher vielleicht noch nicht über eine Mitwirkung im Vorstand nachgedacht haben, machen Sie sich doch Gedanken darüber.

Es gibt nämlich freie Plätze in unserem Vorstand: Dr. Ludger Vielemeier, Dr. Heino Wiese und Hans-Peter Trojek haben ihren Austritt aus dem Vorstand erklärt.

Wie bereits berichtet, wird die Mitgliederversammlung in der ZAG-Arena stattfinden. Die ist für über 10.000 Besucher ausgestattet. Für Abstand ist also gesorgt. Rolf Zick, der auch vorhat zu kommen, muss wohl auf das Geburtstagsständchen verzichten, aber nicht auf einen herzlichen Glückwunsch. Hoffentlich von vielen von Ihnen.

Herzlich grüßt und: Munter bleiben!
Ihr Jürgen Köster

 

03.03.2021
Zur aktuellen Presselage

Liebe Mitglieder und Gäste des Presse Club Hannover,

am Dienstag, 31. März 2020, saß ich wie heute in unserem Presseclub. Corona hatte uns seit einigen Wochen im Griff und wir mussten unsere Dienstagabend-Treffs absagen. Da kam mir spontan die Idee, den Kontakt zu Ihnen durch einen Rundbrief aufrechtzuerhalten. Seitdem bekommen Sie fast wöchentlich eine Kolumne, in der ich Ihnen meine ganz persönlichen Ansichten zu wichtigen Themen oder Nebensächlichkeiten mitteile. Sie zu lesen ist wirklich kein Muss. Es bleibt Ihnen überlassen, was Sie davon halten und ob Sie mir Ihre Meinung dazu mitteilen. Natürlich freue ich mich, wenn ich feststellen kann, dass ich nicht ins Nirwana schreibe.

Aus ganz aktuellem Grund wird zurzeit darüber diskutiert, ob diese Rundbriefe als offizielle Stellungnahmen des Presse Club Hannover zu werten sind. Für mich ist klar, dass dem nicht so ist. Falls Sie das jedoch bisher anders verstanden haben, möchte ich Folgendes eindeutig klarstellen: „Post vom Vorsitzenden“, wie es auf unserer Webseite heißt, wo diese Rundbriefe nachzulesen sind, stellen die ganz persönlichen Ansichten von Jürgen Köster dar, der auch Vorsitzender des Presse Club Hannover ist.

Als Letzterer habe ich Ihnen am vergangenen Freitag einen Brief zukommen lassen, der eine Antwort des Vorstands auf den Brief von Oberbürgermeister Onay war. Obwohl von mir unterschrieben, war dies kein persönliches Schreiben, sondern vom gesamten Vorstand.

Inzwischen wird in der Presse, auch bundesweit, über diesen Vorgang berichtet. Ihr Vorstand hat entschieden, dass wir uns gegenüber der Presse nicht äußern wollen. Unsere Stellungnahme zum Schreiben des Oberbürgermeisters Onay ist eindeutig: „Wir haben Ihren Brief sorgfältig gelesen und möchten Ihnen versichern, dass die von Ihnen vorgebrachten Vorwürfe gegen meine Person, den Presse Club Hannover und das Kuratorium des LeibnizRingHannover unbegründet sind. Sie werden von uns nicht akzeptiert.“

Der Vorstand und damit auch ich haben ein großes Interesse an einem guten Verhältnis mit der Stadt Hannover und Oberbürgermeister Belit Onay. Deshalb möchte ich auch den Schluss unseres Schreibens noch einmal zitieren: „Verständnis und Vertrauen werden nicht durch Schriftwechsel geschaffen. Darum wünschen wir uns, dass Sie bereit sind, in nicht allzu ferner Zukunft ein Gespräch mit uns zu führen, um die Steine wegzuräumen, die derzeit unserem guten Verhältnis im Weg zu liegen scheinen. Über Ihre positive Antwort freut sich der Vorstand des Presse Club Hannover.“

Dialog statt Korrespondenz – so hoffen wir, die Missverständnisse ausräumen zu können.

Die Mitglieder des Presse Club Hannover sind das oberste Gremium unseres Clubs. Sie werden spätestens im April bei unserer Mitgliederversammlung die Möglichkeit haben, dort alles zu hinterfragen. Auf dieses Wiedersehen mit Ihnen freue ich mich sehr.

Seit 1994 haben Sie mich als Vorsitzenden unseres Clubs gewählt. Seit 1997 gibt es den LeibnizRing, seit 2002 unsere Sir-Greene-Stiftung. Club, Ring und Stiftung durfte ich mit dem Engagement der Vorstände in Club und Stiftung und vieler Mitglieder unseres Presse Club Hannover in eine nachhaltig positive Entwicklung führen. Dafür bin ich dankbar und ich denke, wir alle können darauf auch ein wenig stolz sein.

Herzlich grüßt und: Munter bleiben!
Ihr Jürgen Köster

 

23.02.2021
"Wie langsam Du auch läufst, Du schlägst alle, die zu Hause bleiben oder urlauben ..."

Liebe Mitglieder und Gäste des Presse Club Hannover,

heute habe ich mich ganz besonders gefreut: Karin Lahmann hatte die gute Nachricht, dass Ihre Zahlungsmoral vorbildlich ist! Ganz herzlich danke ich Ihnen. Sie haben Ihren Mitgliedsbeitrag überwiesen – oder wollen dies noch machen. Das lindert die Schmerzen, die ein Brief eines großen Unternehmens verursacht, das glaubt, jetzt austreten zu müssen. Keine gute Idee, denn unser Presse Club Hannover zeigt auch jetzt, dass sein Netzwerk funktioniert.

So treffen wir uns heute Abend um 18:00 Uhr per Zoom, hier die Einwahldaten: Zoom-Link, Meeting-ID: 957 9638 2984, Kenncode: 543536. Katharina Kümpel und Torsten Hamacher haben das Treffen vorbereitet und werden durch den Abend führen. Dort soll auch besprochen werden, wie wir gemeinsam in Zukunft noch näher zueinander kommen. Bitte spielen Sie nicht Fisch, sondern melden Sie sich auch zu Wort!

Heute habe ich mit Dr. Axel von der Ohe telefoniert. Er ist u.a. als Kämmerer für die Finanzen unserer Landeshauptstadt zuständig. Wir haben festgestellt, dass Stadt Hannover und Presse Club Hannover auch in Zukunft zusammenarbeiten möchten. Die angekündigte Einladung zur Tasse Kaffee, die kommen soll, werde ich gerne annehmen und im Rathaus genießen.

Auch Andreas Casdorff, unser Zoodirektor, ist bei der Arbeit, aber nicht im Homeoffice. Natürlich fehlen ihm die Besucher und auch die Zootiere langweilen sich, aber die freuen sich über das schöne Frühlingswetter. „Woran erkennt man denn, dass sich die Tiere freuen?“ „Denen geht es wie den Menschen. Auch die Tiere freuen sich, wenn sie endlich wieder raus können.“ Andreas Casdorff hofft, dass Mitte März wir den Zoo wieder besuchen können. Er rechnet mit einer erfreulichen Besucherquote.

Im HCC ist unser Mitglied Joachim König der Chef. Auch er leidet unter Besuchermangel. Aber er ist vor Ort in Besprechungen. „Die Vorbereitung auf den Neustart und die Planung von neuen Aufgaben sind genauso kostenintensiv wie in den Zeiten, wenn unser Betrieb normal läuft“. Wir wünschen ihm und dem HCC genauso wie dem Zoo bald wieder schwarze Zahlen.

Der Versuch, im Sozialministerium die Ministerin oder ihren Pressesprecher zu erreichen, war nicht erfolgreich. Beide sind zwar zur selben Zeit, doch nicht gemeinsam, im Urlaub. Den haben sie sich ganz bestimmt verdient …

Folgendes Thema wollte ich besprechen: Das INI ist seit nunmehr zwanzig Jahren ein herausragendes Krankenhaus, das weltweit von Experten wie Patienten anerkannt ist. Für Niedersachsen und für Deutschland sicherlich ein Leuchtturm. Mit seinen hervorragenden Leistungen ist es dem überwiegenden Teil der Bevölkerung aus Hannover, Niedersachsen und Deutschland allerdings verschlossen. Das sollte dringend geändert werden.

Es stellt sich doch die Frage, warum nur deutsche Privatpatienten und wohlhabende internationale Patienten im INI medizinisch versorgt werden? Der Präsident des INI, unser Mitglied Prof. Madjid Samii, und seine Führungsmannschaft sind jedenfalls bereit, alle Patienten gleich zu behandeln. Damit wäre das INI auch für Pflichtversicherte eine Option. Wir halten Sie über die Entwicklung auf dem Laufenden.

Eske Nannen, Mitglied im LeibnizRing-Kuratorium hat sich am Freitag gemeldet. Sie hat von einer tollen Ausstellung in der Kunsthalle Emden erzählt, für die sich selbst ein Besuch aus Hannover lohnen würde. Da ist Kathleen Rahn, Chefin des hannoverschen Kunstvereins, erfolgreicher mit ihrem Anruf. Sie machte auf folgende Ausstellung aufmerksam: „Pieter Schoolwerth, No Body Get a Head“. Ab 08.03.2021 sollen die Ausstellungsräume wieder geöffnet sein. Dann lohnt sich der Besuch, um die Werke des US-amerikanischen Malers zu besichtigen. Mich haben die Bilder und Installationen beeindruckt. Nicht nur bei schlechtem Wetter auf jeden Fall eine lohnenswerte Alternative

Rolf Zick rief gerade an. Er hat gestern seine zweite Impfung bekommen, freut sich riesig, dass er in 14 Tagen immun ist und dankt Dr. Shammout und seiner Mannschaft. Gedanken macht er sich darüber, wie die Vollendung seines 100. Lebensjahres gefeiert wird. Gerhard Schröder hat vor Jahren schon ihm angekündigt, dass er die Festrede hält. Und die Landesregierung wird sicherlich den Geburtstag auch nicht vergessen. Dass wir unseren Ehrenpräsidenten feiern werden, ist doch wohl selbstverständlich.

In der Markthalle ist die Fischauswahl leider nicht so groß. Seitdem die Lebensmittelabteilung im Kaufhof von Rewe organisiert wird, ist dort auch kein großer Fang zu machen. Der Presseclub hat eine Metrokarte. Die wird heute benutzt …

Der 1. März ist ein ganz fester Termin. Kalendarischer Frühlingsanfang. Gottseidank hat sich Petrus schon vorher entschlossen, uns in diesen Zeiten wenigstens mit Sonne und angenehmen Temperaturen zu verwöhnen. Genießen Sie das, denn: Das Leben ist schön!

Herzlich grüßt und: Munter bleiben!
Ihr Jürgen Köster

 

16.02.2021
Wir treffen uns am kommenden Dienstag um 18:00 Uhr

Liebe Mitglieder und Gäste des Presse Club Hannover,

wissen Sie noch, wie es war, als man früher auf der Schreibmaschine schrieb: War die Zeile voll, klingelte es und man schob den Schreibwagen zurück in die Ausgangsposition. Dann hörte man die Anschläge und wusste, jetzt wird geschrieben. Dann kam der Computer mit Maus und Tastatur. Es klackte, wenn geschrieben wurde. Und jetzt? Im Presseclub ist die Modernität eingezogen. Ab heute schreibt Karin Lahmann mit einer schwarzen Tastatur, die keine Geräusche von sich gibt, wenn sie darauf schreibt. Es ist ruhig geworden im Presseclub …

Ganz anders am Tegernsee, wo ich vergangenes Wochenende war. Dort fielen am Samstag die Münchener ein, vergaßen alle Corona-Regeln und genossen bei Glühwein oder feineren Spezialitäten ihr Leben – ohne Maske. Für mich unverständlich, und deswegen hielt ich mich fern.

Zeit, um ein Buch zu lesen, das in den Verkaufshitparaden ganz oben steht und das ich Ihnen empfehlen möchte. Der japanische Erfolgsautor Haruki Murakami hat neun Geschichten zusammengefasst in: „Erste Person Singular“. Die sind schnell gelesen und bleiben im Kopf hängen.

Interessant ist auch eine Webseite, mit der ich gerade Karin Lahmann überrascht habe. Sind Sie Wohnungs- oder Hauseigentümer? Planen Sie einen Kauf oder Verkauf?  Wollen Sie wissen, wie das Grundstück Ihres Nachbarn bewertet wird? Dann schauen Sie mal unter Scoperty.de. Sie werden überrascht sein, welche Werte dort angegeben werden. Und falls es Ihnen nicht passt, dass Ihr Eigentum dort erscheint, dann können Sie relativ problemlos intervenieren. (Dazu muss man natürlich erstmal wissen, dass es diese Webseite gibt).

Wie in unserer letzten Vorstandssitzung beschlossen, laden Katharina Kümpel und Torsten Hamacher nächsten Dienstag um 18:00 Uhr zu einer Zoom-Konferenz ein. Es gibt kein festes Thema und somit reichlich Gelegenheit, sich gemeinsam Gedanken zu machen, wie dieses Zoom-Format genutzt werden soll. Monatliches Plaudermeeting? Vortragsprogramm mit wechselnden Impulsvorträgen und anschließender Diskussion? Ganz andere Vorschläge? Notieren Sie schon jetzt die Einwahldaten für Dienstag, 23. Februar, 18:00 Uhr: Zoom-Link, Meeting-ID: 957 9638 2984, Kenncode: 543536.

Vorhin telefonierte ich mit Lutz Marmor, dem Vorsitzenden des Kuratoriums LeibnizRing. Er begrüßt sehr, dass auch dieses Jahr unsere Auszeichnung verliehen werden soll, und freute sich zu hören, dass bereits begründete Vorschläge der Mitglieder hier vorliegen. Noch haben Sie die Möglichkeit, Personen oder Institutionen zu benennen, die Sie für auszeichnungswert halten. Die werden in der Kuratoriumssitzung berücksichtigt, wenn sie von Ihnen auch begründet worden sind.

Wir hoffen natürlich sehr, dass wir dann wieder im HCC mit der souveränen Mannschaft von Direktor König feiern können. Aber auch die kleine Alternative im Leineschloss, dessen Pächter Johannes Lühmann jetzt unser Fördermitglied ist, haben wir in guter Erinnerung.

Der Winter mit dem „Schneechaos“ scheint heute Hannover aus seinem Griff zu entlassen. Gestern auf dem Rückweg – zu Fuß – vom Vinzenz-Krankenhaus, erlebte ich einen Straßenbahnstau, der natürlich auch die Autofahrer betraf. Ein PKW war wegen der Schneemassen am Straßenrand nur „mäßig“ eingeparkt und schaute mit seinem Heck so weit heraus, dass die Straßenbahn nicht mehr vorbeikam. Deren Fahrer meinte: „Jetzt konnten wir die letzten Tage nicht fahren und jetzt stehen wir, weil die Autofahrer uns blockieren. Das ist mir auf der Hinfahrt auch schon passiert.“ Blöd für die, die als Passagier pünktlich Termine erreichen wollen. Skilanglauf im Tiergarten ist dann ab heute auch vorbei. Den Rehen und Hirschen ist’s wohl egal.

Sicherlich haben Sie auch Ihre ganz eigene Meinung, wie die amerikanische Politik mit der Erstürmung des Kapitols und der Verantwortlichkeit von D. Trump umgeht. Was werden wohl die Enkel einmal sagen, wenn sie im Geschichtsunterricht davon hören? Über 70 Prozent der Amerikaner sollen davon überzeugt sein, dass Trump der Verursacher war.

In der Markthalle steht die längste Schlange bei Fleischerei Karen Klemme an. Mit ihrer Mutter Sigrid steht die Fleischereimeisterin Karen, die auch „Königin der Markthalle“ genannt wird, hinter der Theke, unterstützt von ihrem Team. Bei Angelo Masala gibt’s leckere italienische Spezialitäten, und die „Grüne Insel“ mit Muzaffer Seyrek bietet Obst und Gemüse.

Seit Mitte Januar haben wir eine Saftpresse. Mit der verarbeite ich jeden Morgen: Ingwer, Kurkuma, Chili, Salatgurke, Spinat, Sellerie, Apfel, Apfelsine, Zitrone und evtl. Banane. Dazu gibt es dann sieben Walnüsse. Das schmeckt toll, füllt den Magen und soll gesund sein. Auf jeden Fall macht es nicht dick.

Ganz herzlich grüßt und: Munter bleiben!
Ihr Jürgen Köster

 

10.02.2021
Frühling im Winter

Liebe Mitglieder und Gäste des Presse Club Hannover,

das wird Ihnen sicherlich auch nicht gefallen: Es soll doch wirklich „kommunale Würdenträger“ geben, die sich „opfern“, damit übriggebliebener Impfstoff nicht weggeworfen werden muss. Dieses Verhalten erinnert mich an Kapitäne, die ihr Schiff verlassen müssen, um von Land her die Rettung der ihnen anvertrauten Passagiere zu organisieren. Wenn etwas im Zusammenhang mit der Pandemie zählt, dann ist das „Solidarität“! Wenn diese von denen, die Verantwortung für unsere Zukunft tragen, nicht eingehalten wird, dann gehört dies spürbar bestraft!

Unverständlich ist, dass es in unserer Republik kein gemeinsames Rezept für die Information an die über 80-Jährigen gibt, wann und wo sie geimpft werden. Gestern sprach ich mit unserem Ehrenmitglied Prof. Madjid Samii, der mir erzählte, dass das INI ausgelastet ist mit Patienten, die kein Corona haben. Er selbst operiert täglich und leitet auch aus Hannover per Video das INI in Peking, dessen Präsident er ist. Wenn es nicht bekannt wäre, würde man nicht glauben, dass er seinen 80. Geburtstag längst gefeiert hat. Ob es daran liegt, dass er bis heute keine Nachricht hat, wann er geimpft werden soll? Falls also demnächst irgendwo Impfreste Verwendung suchen, hier ist ein Mensch, der unbedingt berücksichtigt werden sollte. Sie kennen doch sicherlich auch jemanden, auf den das zutrifft. Sollen wir versuchen zu helfen?

Gerade rief Kathleen Rahn an. Sie ist Chefin unseres Mitglieds Künstlerhaus. Ihr konnte ich mitteilen, dass die Nachfolgerin der leider so früh verstorbenen und so geschätzten Ellen Lorenz vom Vorstand zusammen mit fünf weiteren Journalisten und Fördermitgliedern aufgenommen wurde. Sie bedauert, dass trotz der großen Räumlichkeiten und der attraktiven Ausstellung es nicht möglich ist, Besucher empfangen zu dürfen. Anders als zum Beispiel bei Friseuren gibt es hier leider keine Hintertür, um sich hereinzuschleichen, um Kultur zu genießen.

Gesprochen haben wir in unserer Vorstandssitzung natürlich auch, wie wir endlich wieder zusammenkommen können. Torsten Hamacher und Katharina Kümpel werden noch für diesen Monat Ihnen Angebote machen.

Heute Morgen, als ich das Auto freischaufelte, hörte ich die Vögel zwitschern. Es ist Winter, aber man merkt, dass der Frühling kommt. Für mich ist ein wichtiges Datum der 2. Februar: Mariä Lichtmess. Wir hatten damals gelernt, dass man mit diesem Tag merkt, wie die Tage länger werden und man den Frühling „riechen“ kann. In Amerika heißt dieser Tag „Murmeltiertag“. Erwacht dann ein Murmeltier aus seinem Winterschlaf und sieht seine Schatten, zieht es sich erschrocken zurück und schläft weiter. Es bleibt Winter! Ist kein Schatten da: Hurra, der Frühling kommt!

Dann wird es auch Zeit, sich Gedanken über den „LeibnizRing des Presse Club Hannover“ zu machen. So hat der Vorstand in seiner letzten Sitzung unsere renommierte Auszeichnung umbenannt und gleichzeitig beschlossen, dass sie auch dieses Jahr verliehen werden soll. Sicher haben Sie Vorschläge, wer den Ring bekommen soll. Behalten Sie den Namen nicht für sich, sondern informieren Sie uns – bitte mit Begründung.

Gestern war Wunstorf im Schnee versunken, deswegen konnte Karin Lahmann nicht in unseren Club kommen. Heute ging das und so freuen wir uns, dass wir Sie mit diesem Rundbrief erreichen.

Mit „Munter bleiben!“ grüßt ganz herzlich
Ihr Jürgen Köster

 

02.02.2021
Diese Telefonnummer erwartet Ihren Anruf

Liebe Mitglieder und Gäste des Presse Club Hannover,

„Verbindungen schaden nur dem, der sie nicht hat“. Daran musste ich denken, als ich gestern diese E-Mail las: Rolf Zick wurde heute geimpft. Dazu ein Foto mit drei strahlenden Gesichtern, natürlich mit Maske. Zu sehen Rolf Zick und zwei Mitarbeiter von Dr. Yazid Shammout, dem Chef der DANA Seniorenresidenzen. Vielen Dank, lieber Yazid!

Haben Sie mit Ergebnissen des „Impfgipfels“ gerechnet, auf die Sie bauen können? In den heutigen Medien wird gemeint, das seien Placebo-Ergebnisse. Da bin ich anderer Ansicht. Ein Placebo gaukelt dem Patienten vor, dass er ein wirksames Medikament verabreicht bekommt. Davon kann man in diesem Fall nicht sprechen.

Bleiben Sie entspannt, haben Sie Gottvertrauen und leben Sie in und mit unserer veränderten Welt. Das kann dann auch positiv für Sie sein …

Natürlich geht einem das alles langsam auf den Wecker. Es fehlt doch der Kontakt mit den Freunden, Bekannten und den Unbekannten. Gerade letztere bereichern doch das Leben so sehr.

„Zoom“ ist für mich keine Alternative, sondern ein Graus. Für alle, die das jetzt beruflich machen müssen, ist es natürlich eine wichtige Hilfe. Dann aber abends noch privat so zu kommunizieren, ist wirklich keine Alternative. Hoffentlich muss man sagen: Noch nicht ...

Sind Sie auch mit guten Vorsätzen ins neue Jahr gestartet? Dann haben Sie möglicherweise Mitschuld daran, dass die deutschen Brauer enorme Einbußen haben. Die, die ihr Bier in Fässern verkaufen, haben enorme Umsatzeinbußen. Die Flaschenbierproduzenten hat es dabei weniger getroffen. Jahrhunderte alte Brauereien, die Kriege, Revolutionen und Arbeitslosigkeiten überstanden haben, stehen vor dem Aus. „Hopfen und Malz, Gott erhalt’s“, das ist der Spruch des Braugewerbes. Nie stand in Frage, dass es einmal nicht mehr genügend Trinker geben wird. Die Welt hat sich verändert.

Morgen tagt virtuell Ihr Presseclub-Vorstand. Es kamen einige Anregungen für unsere Themenliste. Falls Sie auch noch einen Vorschlag haben, mailen Sie bitte umgehend.

Genießen Sie das Winterwetter. Unser Tiergarten in Kirchrode sieht aus wie ein verschneiter Märchenwald. Die Rehe haben keine Angst vor den Besuchern. Ein Spaziergang nicht nur dort ist eine wunderbare Alternative oder Ergänzung zum Homeoffice.

Noch eine Bitte: Unser Mitglied Horst-Dieter Görg, der sich sonst vor allen Dingen um Hannovers mechanische Vergangenheit kümmert, besucht regelmäßig unser fast blindes Mitglied Dieter Tasch. Der hat sich eine Seniorenwohnung in der Diakonie in Hannover-Kirchrode genommen. Er würde sich sehr über telefonischen Kontakt freuen. „Die Tage für einen Blinden sind doch sehr lang.“ Telefon: 0511/289-39 77.

Herzliche Grüße und: Munter bleiben!
Ihr Jürgen Köster

 

26.01.2021
Wird Golfspieler Trump eingelocht?

Liebe Mitglieder und Gäste des Presse Club Hannover,

es gibt ja viele Flaschen, mit denen man wirklich nichts zu tun haben möchte. Sicher fallen Ihnen dazu Namen ein… Vor mir stehen zwei davon, über die ich mich allerdings sehr freue. Heute Morgen stand ein Paket auf unserem Schreibtisch von der Concordia Stiftung Mensch Natur Gemeinschaft. Ein verspätetes Weihnachtsgeschenk für meine Kuratoriumsmitarbeit. Kein Wein, kein Schnaps, sondern: Fruchtsäfte. Naturtrüb weiß und verlockend dunkelrot. Apfel pur (Direktsaft) und Apfel-Holunder (Direktsaft aus Hamburger Gärten). Ansprechende Verpackung mit überzeugendem Etikett, das neugierig macht. Hersteller: „Das Geld hängt an den Bäumen gGmbH“ in Hamburg. Das Obst für die Säfte kommt aus privaten Gärten oder von Streuobstwiesen. Gesellschaftliche Randgruppen ernten ungenutztes Obst. Jede verkaufte Flasche sorgt für sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Wir haben die Säfte gerade probiert und sind begeistert. Gerade im Januar, wo die Vorsätze vielleicht noch eingehalten werden, eine wunderbare Alternative zu alkoholhaltigen Getränken. Wie toll, dass unsere Concordia-Stiftung dieses Projekt unterstützt.

Dank auch an  Dr. Yazid Shammout, der für die DANA-Seniorenresidenzen verantwortlich ist. Er wurde darüber informiert, dass unser Ehrenpräsident Rolf Zick bis heute noch nicht weiß, wann und wo er geimpft wird. Wie hat der sich gefreut, als er gerade erfuhr, dass Dr. Shammout sich um ihn kümmern. Vielleicht findet schon bald sein Leben nicht mehr nur in seinen vier Wänden statt …

Haben Sie auch gelesen, dass der ehemalige Chefsprecher der Tagesschau jetzt fremdgeht und bei RTL angeheuert hat? Unser LeibnizRing-Kurator Jan Hofer hat lachend erzählt, wie gerne er sich Zeit nimmt, um bei „Let’s Dance“ mitzumachen. Er freut sich auf Tanzstunden und darauf, ganz neue Erfahrungen zu machen. Karin Lahmann meint, dass sie sich das ganz bestimmt anschauen wird. Sie auch?

Unser Mitglied Michael Rupp, Chef des 5-Sterne Kastens Hotel Luisenhof, wurde über eine Nachricht der österreichischen Tageszeitung „Der Standard“ informiert. Der schreibt, dass Wiener Luxushotels zu Top-Konditionen einheimischen Gästen Unterkünfte anbietet. Michael Rupp meint, dass das hier leider nicht möglich ist. Bei geschlossenem Restaurant, Bar, Fitness etc. könne  auch nicht das „Erlebnis Luisenhof“ transportiert werden. Er und sein Team vermissen die Gäste. Sie hoffen, dass spätestens nach Ostern wieder alles geöffnet werden darf.

Ostern ist im April, eine lange Zeit nicht nur für Gastronomen, Hoteliers und alle, die auf Publikumsverkehr angewiesen sind. SIE sollten sich Zeit für sich selbst nehmen, z.B. mit Lesen. Einige Bücher hatte ich Ihnen bereits empfohlen: Dirk Rossmann ist mit seinem Bestseller „Der neunte Arm des Oktopus“ inzwischen auf Platz 1 der Verkaufshitparade. Er wurde für seinen „Der neunte Arm ...“ angeregt durch Sy Montgomery: „Rendezvous mit einem Oktopus“. Was man bei der Lektüre über die Oktopoden lernen kann, ist unglaublich. Wissenschaftler sind sich einig, dass diese Weichfüßler eine Persönlichkeit haben – kein Thriller und trotzdem sehr spannend.

Noch ein Tipp? Robert Seethaler hat ein kleines Bändchen geschrieben, das ganz schnell zu lesen ist: „Der letzte Satz“. Da ich den Deckelumschlag nicht lese, werde ich von den Geschichten überrascht. Falls Sie das auch so machen, werden Sie eine köstliche Lektüre genießen können. Es geht um eine weltbekannte Berühmtheit, die sich erinnert …

Gerne erinnere ich mich an unsere Treffen in unserem Presseclub. Es tut so weh zu sehen, dass hier alles vorbereitet ist für unser Wiedertreffen. Wir wünschen uns sehr, dass dies bald sein wird. Sie freuen sich doch auch darauf?

Unser Vorstand wird am 03.02.2021 virtuell tagen. Ihre Themenvorschläge für diese Sitzung werden erwartet. Im Voraus schon: danke!

In dem Zusammenhang: Es gibt Untersuchungen darüber, wie Innenstädte sich weiterentwickeln. Autos fernhalten ist nicht die Lösung. Es muss Leben in die Stadt kommen, denn aufgrund von Amazon etc. werden immer mehr Geschäfte schließen müssen. Die Menschen aus dem Umland, die in die Stadt fuhren um einzukaufen, können jetzt bequem – wie die Städter – alles geliefert bekommen. Dafür brauchen sie nicht mehr in die Stadt zu fahren …

Und wie geht es mit der Gastronomie weiter? In England sind inzwischen schon an die 10.000 Pubs in der Insolvenz. Darunter Lokale, die eine 400 Jahre alte Tradition haben. Großkonzerne, die entsprechende Rücklagen haben, investieren jetzt selektiv. Kein Grund zum Jammern! Mit Mut und Gottvertrauen müssen wir nach vorne schauen und neue Wege finden; denn das Leben geht weiter.

Heute gibt es bei uns Fisch. Sie wissen ja inzwischen woran man erkennt, dass er wirklich frisch ist. Ach ja, was ist mit Donald Trump? Der muss fürchten, dass die Justiz nicht vergessen hat, welche Rechtsbrüche man ihm vorwerfen kann. Es drohen jahrelange Gefängnisstrafen. Amerika – das Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

Herzlich grüßt und: Munter bleiben!
Ihr Jürgen Köster

 

19.01.2021
Der Fisch stinkt vom Kopf ...

Liebe Mitglieder und Gäste des Presse Club Hannover,

ca. 25.000 „Soldaten“ schützen morgen die Vereidigung von Joe Biden. Um wirklich sicher zu sein, dass dieser besondere Schutz auch wirklich funktioniert, wird zurzeit jeder dieser Sicherheitskräfte vom FBI überprüft, ob er keine Gefahr für den Präsidenten ist. Mit Erfolg hat Trump nämlich Millionen von Amerikanern vermittelt, dass die Wahlen gefälscht sind und er eigentlich der rechtmäßige Sieger ist. Wer das glaubt, der ist sicher, dass er auf dem Boden der Verfassung steht, wenn er für Trump kämpft. Der hat vor, so lange im Weißen Haus zu bleiben, bis er auch wirklich den Präsidentensitz verlassen muss. Morgen Mittag …

Seit vorgestern ist Nawalny wieder in Russland. Putin hat ihn als eine unbedeutende Größe, deren Namen er nicht einmal in den Mund nimmt, bezeichnet. Nawalny hat das Giftattentat überlebt und obwohl er wusste, in welche Gefahr er sich begibt, ist er trotzdem nach Moskau zurückgereist. Dort wurde er gleich festgenommen und verurteilt. Nun sitzt er im Gefängnis, aber seine Mitbürger und die ganze Welt wissen, dass er für Freiheit kämpft. Ein „lupenreiner Demokrat“ ist dafür verantwortlich.

Hannover, las man, ist ein „Rohdiamant“. Das ist ein ungeschliffener Diamant, von dem man noch nicht weiß, was in ihm steckt. Dieser „Rohdiamant“ war Gastgeber der Welt mit der Expo 2000. Herrenhäuser Gärten, Sprengel Museum, Erlebnis Zoo Hannover, INI und MHH mit ihren weltweit anerkannten Koryphäen, VW, Conti und Bahlsen sind nur einige Beispiele für Facetten dieses „Rohdiamanten“. Toll, dass die Stadtverwaltung nun vorhat, aus unserer Stadt endlich einen „Diamanten“ zu machen.

Dafür wird einiges unternommen: Die „Task Force Digitalisierung“ will das „digitalisierte Rathaus“ voranbringen und einen besseren Digitalservice für die Bürger anbieten. Die Zukunftsfähigkeit der Messe soll gesichert werden, weil man nicht alles über Videokonferenzen abwickeln kann und die Geschäftsleute das Bedürfnis haben, sich treffen zu wollen, wie man aus zahlreichen Gesprächen erfahren habe. Auch beim Tourismus sieht man noch Potential. Ergebnisse der leider nicht erfolgreichen Kulturhauptstadtbewerbung – Chemnitz war der Sieger – könnten da künftig bei der Vermarktung eine Rolle spielen. Hier setzt die Stadt auf eine zeitnahe Initialzündung. Auch die Umgestaltung der Innenstadt ist eine weitere fest geplante Facette. Die Zahl der Autos soll reduziert, ein sicheres Radverkehrsangebot ausgebaut werden. Große Aufgaben, die sich unsere Stadtverwaltung vorgenommen hat, damit aus Hannover endlich ein „Diamant“ wird.

Keine bundesweite Entscheidung gibt es darüber, wie es mit Corona weitergehen soll. Heute tagen Kanzlerin und Ministerpräsidenten, werden entscheiden, um uns dann anschließend wohl wieder mit individuellen Anordnungen zu überraschen und zu verunsichern.

Auf dem „Flurfunk“ hörte ich, dass die Industrie wohl vor hat, Anfang Februar zu schließen. Das ist sicher eine richtige Maßnahme: Früher gab es Betriebsferien und der „Laden“ wurde dicht gemacht. Statt zu verreisen, sollten wir dann zu Hause bleiben und uns darauf besinnen, dass jeder Kontakt eine Gefahr sein kann.

Rolf Zick, der im April 100 Jahre alt wird, erzählte mir heute, dass er in selbst gewählter Isolierung sitzt und nun die Zeit hat, weitere Geschichten seines Lebens aufzuschreiben, die vielleicht später einmal interessant sind. Er ist fröhlich, ihm geht es gut.

Natürlich denken wir auch an die Mitglieder, die durch die Pandemie schwer betroffen sind und nicht arbeiten können. Alle, die im Veranstaltungsbereich und in der Gastronomie tätig sind, machen eine ganz schwere Zeit durch. Umut Kus, der unsere Clubabende mit seinem Extrablatt immer hervorragend kulinarisch unterstützte, hat auf der Georgstraße sein neues „Wirtshaus“. Es kann nicht eröffnet werde, es ist wie alle anderen Lokale geschlossen.

Andreas Casdorff, Zoodirektor, weiß nicht, wie er seine Tiere unterhalten soll. Die langweilen sich, weil die Besucher fehlen. Matthias Brodowy und Desimo (Detlef Simon) können nicht vor Publikum auftreten. Heute Abend bieten sie eine virtuelle Veranstaltung im Apollo Kino an. Den Stream gibt es ab 20:15 Uhr (Info-Telefon: 0511-20763834 oder ab 17:00 Uhr 0511-70039464).

Als leidenschaftlicher Koch gebe ich Ihnen folgenden Rat: Überprüfen Sie, ob die Augen einen schönen, klaren Eindruck machen und prall nach außen gedrückt sind. Wenn er dann noch angenehm nach Meer und Jod riecht und nicht nach Fisch stinkt – dann kaufen Sie einen frischen Fisch.

Herzlich grüßt und: Munter bleiben!
Ihr Jürgen Köster

 

12.01.2021
Der Tod vollendet das Leben wie die Kapern das Wiener Schnitzel ...

Liebe Mitglieder und Gäste des Presse Club Hannover,

der Weihnachtsbaum ist aus dem Haus, die guten Vorsätze noch nicht über Bord. Seit ich mich zum letzten Mal bei Ihnen gemeldet habe, zeigt meine Waage über 20 Halbpfund-Butterpakete weniger und: Es hat überhaupt nicht weh getan.

Vor einigen Tage habe ich eine ganz interessante These gelesen, warum der Lockdown beim ersten Mal in unserem Land so gut funktioniert hat und die ganze Welt erstaunt nach hier schaute. Historiker erklären  die Ursache folgendermaßen: Die Völker, die nach dem 2. Weltkrieg einen ganz besonders hohen Menschenverlust registrieren mussten, haben in ihrem Gedächtnis dieses nicht vergessen. Hier ist auch tief verwurzelt, wie wichtig es war und wie wichtig es ist, sich an berechtigte Anweisungen zu halten, Rücksicht zu nehmen und zusammenzuhalten. Deutschland gehörte zu den Ländern, die ca.10 % Menschenverluste bei der Gesamtbevölkerung hatten.

Warum hat das aber beim zweiten Lockdown nicht funktioniert? Die furchtbaren Erinnerungen von damals werden überlagert von den neuen Erfahrungen: Achtung Lebensgefahr! Alle halten sich an die Anweisungen. Nichts passiert. Schlussfolgerung: Wir können weitermachen wie bisher, ist ja alles nicht so schlimm ... Sie gehören sicher zu denjenigen, die vernünftigerweise auf Ihre eigene „innere Stimme“ hören und hoffungsvoll optimistisch das Richtige machen.

Präsident Trump hat bestimmt nicht das Richtige getan, als er seine Anhänger aufforderte, das Kapitol zu stürmen. Interessant sind die Überlegungen, die in amerikanischen Medien angestellt wurden, warum er so gehandelt hat:

Zu dem Zeitpunkt war das Kapitol Sitzungsort für die gesamte Legislative der Vereinigten Staaten. Alle Vertreter des Repräsentantenhauses und des Senats waren versammelt, um Joe Bidens Wahl zum Präsidenten zu bestätigen. In diesem Moment überfällt der Mob das „hohe Haus der Demokratie“, ist gewaltbereit bis hin zum Mord und fahndet nach prominenten Vertretern der Legislative. Wäre dieser Coup gelungen, dann wäre dies der Grund für den Ausruf des Notstands gewesen. Präsident Trump hätte weiter regieren müssen.

Das erinnert – und da hat Arnold Schwarzenegger recht – an das Dritte Reich. Reichstagsbrand mit entsprechenden Folgen aber auch der Putsch in der Türkei und die Notstandsgesetze, mit denen Erdogan regiert. Donald Trump ist bis 20. Januar Präsident der USA. Er hat den Atomkoffer und ihm ist alles zuzutrauen. Trump ist nicht nur ein Narzisst, er ist auch ein Spieler. Verlieren ist für ihn keine Option.

Natürlich lese ich nicht nur Bücher (folgende könnte ich Ihnen empfehlen: William Boyd: Der Mann, der gerne Frauen küsste; Bertold Heizmann und Dagmar Gaßdorf: Goethe für Klugscheißer; Adler Olsen: Opfer 2117), sondern genieße auch schöne TV-Serien. Eine hat mir besonders gut gefallen. Sie ist auf Netflix zu sehen und hat in der ersten Staffel, die auch die einzige ist, sieben Folgen. „Damengambit“ heißt die Serie. Sie ist wohl sehr erfolgreich, denn der Verkauf an Schachspielen hat gewaltig zugenommen. Es geht  um ein neunjähriges Waisenkind, das unvermittelt sein Talent fürs Schachspiel entdeckt. Die Kamera verfolgt das Leben der hoch talentierten Schachspielerin bis zu ihrem 20. Lebensjahr. Die Handlung startet in Kentucky, es geht nach New York, über viele Stationen nach Paris und endet im sowjetischen Moskau. Der Schluss ist hochemotional und allein dafür lohnt es, die ersten sechs Folgen sich anzuschauen. Meine Frau Andrea meint ja, dass ARD und ZDF Anteile an Netflix haben. Nur so sei deren Programm zu verstehen …

Um meinen Enkel Paul besuchen zu dürfen, hatten seine Eltern mir einen Coronatest verpflichtend auferlegt. Sohn Max zahlte die 40 Euro und informierte mich über die konkrete Terminvereinbarung. Am 2. Weihnachtstag, Punkt 10 Uhr war ich am „HeimW“ in der Theaterstraße, wo jetzt ein Testzentrum eingerichtet ist. Zum vereinbarten Termin stand eine lange Schlange vor der Tür. Eine junge Dame, die ganz vorne stand, fragte: „Wann haben Sie Ihren Termin?“ Als sie hörte, dass ich jetzt dran sei, ließ sie mich vor, und schon drei Minuten später stand ich wieder vor der Tür. Hochprofessionell wurde ich durch das in dem ehemaligen Lokal eingerichtete technisch perfekt und steril ausgerüstete Testzentrum geschleust. Zwanzig Minuten später erhielt ich per Mail die Nachricht: Test negativ. Mein Enkel Paul, knapp 6 Monate alt, war diese besondere Erfahrung wert.

Karin Lahmann und ich haben uns ja auch seit vor Weihnachten nicht mehr gesehen. Als wir heute uns trafen, stellten wir fest: „Gut sehen wir aus“. Das wünsche ich mir, dass wir das auch feststellen, wenn wir uns wiedersehen!

Herzliche Grüße aus Ihrem Presseclub, alles Gute für das neue Jahr und: Munter bleiben!

Ihr Jürgen Köster

 

22.12.2020
Leise rieselt kein Schnee

Liebe Mitglieder und Gäste des Presse Club Hannover,

zuerst die richtig gute Nachricht: Gestern war Winteranfang. Ab heute werden die Tage wieder länger. Wer will, kann schon vom Frühling träumen ...

Vielleicht ist bis dahin auch das umstrittene Fenster in der Marktkirche eingebaut. Es sei denn, das Oberlandesgericht hebt das Urteil des Landgerichts auf, das den Einbau durch Abweisen der Klage des Kirchenarchitekten-Erbe Bissen ermöglicht. Ob der dagegen klagen wird?

Bei dem Fenster handelt es sich um ein Geschenk von Gerhard Schröder, das der Starkünstler Markus Lüpertz gefertigt hat. Der Entwurf kostete 150.000 Euro und eigentlich sollte es schon im Jahre 2018 eingebaut werden. Das „Reformationsfenster“ zeigt eine stilisierte Martin-Luther-Figur, neben der fünf schwarze Fliegen zu sehen sind. Bissen, Stiefsohn des 1994 verstorbenen Gestalters der Marktkirche nach der Zerstörung im 2. Weltkrieg, Dieter Oesterlen, wehrte sich mit seiner Klage gegen den Einbau.

Unser Mitglied Reinhard Scheibe, Vorsitzender des Kirchenvorstands, reagierte mit Erleichterung auf den Richterspruch. Mit dem Lüpertz-Fenster wollte die Gemeinde ein Zeichen setzen für eine neue Sicht auf die Reformation und den Reformator Martin Luther. Das Fenster hat eine Höhe von 13 Meter, der Stifter Gerhard Schröder hat es als Ehrenbürger der Marktkirche gespendet.

Wesentlich preiswerter kam für einen zunächst unbekannten Spender der Weihnachtsbaum, der nun doch – Gott sei Dank – wieder seinen traditionellen Platz vor der Marktkirche einnimmt. Die Stadtverwaltung hatte ja entschieden, diesen Baum nicht aufzustellen. Es sei kein Geld dafür da. Die Finanzierung hätte der Weihnachtsmarkt gesichert, der dieses Jahr ausgefallen ist. 30.000 Euro seien dafür nicht in der Stadtkasse. Dank an Frank Oettinger, der den Weihnachtsbaum spendete und damit dafür sorgte, dass adventliche Stimmung auf dem Platz vor der Marktkirche ist. (Worüber ich nachdenke, ist, wieso dieser Weihnachtsbaum so teuer ist. Am Tegernsee hat sich die Stadtverwaltung bei uns im Garten bedient und als wir vor zwei Jahren nach Rottach-Egern fuhren, stand am Ortseingang eine große, beleuchtete Tanne. Meine Frau rief aus: „ Das ist doch unser Baum!“ Ja, das war er wirklich. Es war ein Missverständnis, dass er bei uns gefällt wurde, aber sehr preiswert.)

Keine 10.000 Euro hat der schöne Baum vor dem Portikus des Landtags gekostet. Transport, Aufstellung und Beleuchtung inklusive. Von der Pressestelle des Landtags hören wir, dass Passanten sich vor dem hell erleuchteten Baum fotografieren lassen. Die Weihnachtsmärkte fehlen, da wird Weihnachtsstimmung gesucht. Auch vor Meravis in der Krusenstraße steht ein großer Weihnachtsbaum, und dass die Einkaufsgemeinschaft für die tolle Weihnachtsbeleuchtung in der Innenstadt gesorgt hat, darüber freuen sich bestimmt viele.

Wir sind Maria und Uwe Thomas Carstensen sehr verbunden. Sie fördern unseren LeibnizRing und sind nun wegen eines besonderen Engagements aufgefallen: Kürzlich erfuhr man, dass Obdachlose aus ihrer von der Stadt zur Verfügung gestellten Unterkunft vertrieben wurden. Geldmangel! Die Carstensens stellten mit ihrer MUT-Stiftung 60.000 Euro zur Verfügung für das Wohnungslosenprojekt im Jugendgästehaus in Wülfel. Ein großes Geschenk für die, die jetzt sagen können: „Ich bin zwar nicht zu Hause, aber ich habe ein Zuhause.“

Neuigkeiten aus unserem Tiergarten in Kirchrode: Einst hatte der hannoversche König diesen Park den Bürgern der Stadt Hannover geschenkt. Jetzt, wo so vieles geschlossen ist, ist der Tiergarten eine Magnet, vor allem für Eltern mit kleinen Kindern. Ein besonderer Anziehungspunkt ist eine mächtige Buche, die im Februar 2017 vom Sturm entwurzelt wurde. Erfreulicherweise hat die Parkverwaltung den umgestürzten Baum nicht zerlegt und abtransportiert. So dient er nun Kindern und Eltern als Balancebalken. Wenn man zuschaut, kommt Freude auf. Bambi Mara, das zutrauliche Reh, steht dann auch häufig dort und lässt sich streicheln. Hassan Mahramzadeh hat uns Fotos von sich mit Mara zugeschickt. Er schreibt dazu: „Besonders schöne Erinnerungen.“

Gerade war Herr Raschke im Presseclub. Er sorgt für den Druck unseres Mitgliederverzeichnisses. Diesmal die 22. Ausgabe. 148 Seiten ist es dick. Schöne Weihnachtslektüre.

Heute ist der letzte Tag in diesem Jahr, wo wir im Presseclub arbeiten. Wir schauen zurück – und sind hoffnungsfroh, dass alles besser wird. Wer jammert, der hat schon verloren …

Freuen Sie sich auf Weihnachten. Lassen Sie sich nicht verrückt machen, sondern feiern Sie so, wie es Ihnen gefällt. Wir alle leben nur einmal, und wir leben jetzt! Schenken Sie Liebe, sorgen Sie für Freude und vertrauen Sie dem Glauben an eine gute Zukunft.

In der Hoffnung, dass wir uns 2021 irgendwann einmal sehen können grüßt ganz herzlich mit: Munter bleiben, fröhliche Weihnachten und einen guten Rutsch ins Neue Jahr

Ihr Jürgen Köster

 

09.12.2020
Sir Hugh Carleton Greene würde sich freuen!

Liebe Mitglieder und Gäste des Presse Club Hannover,

gestern war ein schöner Spätherbsttag. Sonnenschein und nicht so kalt. Das erste Mal in meinem Leben habe ich im Dezember Rasen gemäht. Es ist wirklich ein besonderes Jahr …

Auch im Tiergarten – die Jagdsaison ist vorbei – war jede Menge los. Darüber freut sich auch „Mara“. Das ist ein Reh, das besonders zutraulich ist. Es interessiert sich für die Zweibeiner, schnuppert an ihnen herum, und wenn die Person ganz sympathisch ist, begleitet Mara sie durch den Tiergarten. Letztens musste meine Frau zum Förster, weil Mara mit ihr nach Hause gehen wollte. Da erfuhr sie die Geschichte: Ein Rehkitz war vor Jahren von der Mutter verlassen worden. Daraufhin wurde das Bambi vom Förster und seinen Mitarbeitern mit der Flasche großgezogen. Ist Mara in Gefahr, wenn gejagt wird? Allein die Vorstellung, dass dieses süße Reh als „Wild“ verkauft wird, lässt gruseln. Also: Wenn Jagdzeit ist, wird Mara besonders markiert. Es ist geschützt.

Uns soll Maskenpflicht nicht vor einer Kugel, sondern vor dem tödlichen Virus schützen. Katharina Kümpel hat dem Vorstand mit türkisblauen Mund- und Nasenschutz versorgt. Oben links das Logo: ein springendes Pferd und „Niedersachsen hält zusammen“. Wenn man verfolgt, wie unterschiedlich die Diskussionen in unserer Republik darüber geführt werden, welcher Lockdown der richtige ist, dann muss man sich wünschen, dass man zu dem Ergebnis kommt: „Deutschland hält zusammen“.

Das könnte dann dazu auch führen, dass wir uns demnächst in unseren Wohnungen einsperren müssen. Keine schöne Vorstellung – aber: Es gibt eine Berufsgruppe, die seit Monaten ihren Arbeitsplatz nicht verlassen kann. 400.000 Seeleute, die auf ihren Schiffen dafür sorgen, dass unsere Wirtschaft funktioniert, können nicht gegen neue Mannschaften ausgetauscht werden. Stellen Sie sich vor, was  das für die Einzelnen bedeutet – Helden, an die keiner denkt!

Hannover ist zwar keine Kulturhauptstadt geworden, es sei denn, die Wahl muss wegen der dubiosen Gewinnerfindung wiederholt werden. Freuen kann sich aber Hannover darüber, dass unser Opernhaus das „Opernhaus des Jahres“ geworden ist. Und zwar nicht für Niedersachsen, sondern national. Großes Kompliment an die erfolgreiche Intendantin Laura Berman.

Gratulieren können wir auch unserem langjährigen Mitglied Dr. Elisabeth Clausen-Muradian. Seit 2001 ist sie Mitglied in unserem Club. Damals war sie noch bei der Landesmedienanstalt tätig, heute bei „armedis Rechtsanwälte“ und engagierte Politikerin. Sie wurde gerade als  eine der beiden Fraktionsvorsitzenden der Grünen im hannoverschen Rathaus gewählt. Da wird sich Oberbürgermeister Belay sicher freuen, dass eine solch sympathische Parteigenossin eine führende Rolle im Stadtrat spielt.

Freuen können wir uns auch, dass Hans-Peter Trojek als Nachfolger von Hartmuth Schulz den Vorsitz unserer Sir-Greene-Stiftung übernommen hat. Noch einmal Dank und Anerkennung an Hartmuth Schulz, der aus ganz privaten Gründen den Vorsitz niedergelegt hat. Unser Vorstand wird Ihnen bei der Mitgliederversammlung vorschlagen, Hartmuth Schulz zum Ehrenmitglied zu ernennen. Wir rechnen fest mit Ihrem positiven Votum.

Neu im Stiftungsvorstand ist Dr. Helge Fuhst, einst Stipendiat der Stiftung. Er ist an führender Stelle als Zweiter Chefredakteur bei ARD-aktuell (Tagesschau, Tagesthemen) tätig. Manchmal sieht man ihn da als Moderator ..

Im Stiftungskuratorium gibt es auch neue herausragende Medienprofis: Christiane Eickmann, Geschäftsführerin des DJV Niedersachsen; Jürgen Kuri, Chefredakteur von c’t/heise online; Andrea Lütke, Direktorin des Landesfunkhauses Niedersachsen des NDR / Stv. Intendantin des NDR; Prof. Dr. Annika Schach, Professorin für Angewandte Public Relations an der Hochschule Hannover und Dr. Sarah Tacke, Leiterin der ZDF-Redaktion Recht und Justiz, Stipendiatin der Sir-Greene-Stiftung im Jahr 2011.  

Sie sehen, unsere Stiftung ist auf einem hervorragenden Weg und  wir freuen uns darüber und über Ihre Unterstützung für den Einsatz der Förderung verdienter Nachwuchs-Journalisten.

Ein journalistisches „Meisterstück“ las ich letzte Woche in der FAZ. Falls Sie sich dafür interessieren sollten, lesen Sie mein P.S.

Denken Sie bei Ihren Einkäufen daran, dass Sie immer längere Wartezeiten in Kauf nehmen müssen: Es ist Weihnachtszeit. 

Herzlich grüßt und: Munter bleiben!
Ihr Jürgen Köster
 

P.S. Letzte Woche stand im Feuilleton der FAZ folgender Leitkommentar: 
„Hannover brutal“ – von Niklas Maak. 
Menschen, die sich nicht besonders für Hannover interessieren, könnten meinen, die Stadt, in der sogar die Seen fast viereckig sind, wäre langweilig. Das ist aber schon deswegen großer Unsinn, weil man eine Stadt, in deren Partykellern man auf Exkanzler und Nordstreamer Gerhard Schröder, Maschmeyer & Ferres, Frank Hanebuth von den Hells Angels und deren Anwalt, auf Peter Hartz IV. und allerlei rotlichtaffine VW-Betriebsratsmitglieder trifft, als alles Mögliche bezeichnen kann (manche sprechen vom deutschen Chicago, womit nicht das von Obama, sondern das von Al Capone gemeint ist) – aber langweilig? Dass Hannover das Gegenteil von langweilig ist, beweist u.a. ein Berufsstand … die Architekten.“

Wie schön, dass diese angesehene Frankfurter Allgemeine Zeitung sich Sorgen um den Studiengang Architektur macht, der wegen der Suche nach Einsparungsmöglichkeiten zwei zentrale Professuren verlieren soll. Aber muss dieser Kommentar so polemisch beginnen? Die Zeiten, an die erinnert werden, sind doch längst vorbei.

Der Kommentator meint dann noch zur Entscheidung der Sparpolitik des Leibniz-Präsidiums der Universität folgende Empfehlung abgeben zu müssen: „Das ist so unverständlich, so unverantwortlich, dass man am liebsten die in Hannover prominenten Hells Angels zu einer Vorlesung bitten möchte, um den Verantwortlichen zu erklären, was die Folgen sind, wenn man etwas zu brutal hinlangt.“ Was sich der Autor wohl bei „erklären“ gedacht hat?

 

01.12.2020
Die Weihnachtszeit hat begonnen

Liebe Mitglieder und Gäste des Presse Club Hannover,

danke, dass Sie an mich gedacht haben. Über Ihre Geburtstagsgrüße habe ich mich sehr gefreut. Besonders einen Gruß werde ich nicht vergessen: „Dieses Jahr war so schlimm. Es hat es nicht gegeben, deswegen brauchst Du auch keinen Geburtstag zu feiern …“

Letzte Woche musste ich nach Heidelberg reisen. Da die Beisetzung am frühen Vormittag war, ist eine Hotelübernachtung nötig gewesen. Mit der Bestätigung des Trauerinstituts war dies möglich. Aber: Keine Gastronomie, keine Möglichkeit, ein Fläschchen Wein im Hotel zu erstehen, kein Frühstück. Kaffee im Pappbecher und ein trockenes Croissant in der Hotelhalle. Was für ein Start in den Freitagmorgen. Fünf Minuten später blieb mitten in der Stadt das Auto stehen. Es sprang nicht wieder an. Automatikgetriebe – keine Chance, den Wagen zu bewegen. Heidelberger sind freundliche Leute. Kein Hupen, kein Schimpfen, Verständnis! Und um 11:00 Uhr, also 20 Minuten später, erwartete man mich als Trauerredner. Für mich Premiere. Können Sie sich vorstellen, wie ich mich fühlte?

Herr Raschke rief gerade an. Er sorgt mit seinem Unternehmen dafür, dass Sie jedes Jahr unser Mitgliederverzeichnis, das Trombinoscope, erhalten. 2021 wird die Ausgabe 22 sein. Es scheint altertümlich zu sein, in unserem digitalen Zeitalter weiter an unserer Tradition festzuhalten, aber es macht doch Freude zu blättern. Versandtermin wird der 21. Dezember sein. Also schöne Weihnachtspost für Sie.

Letzte Woche habe ich Ihnen mitgeteilt, dass ich vom Kriminologen Prof. Christian Pfeiffer „Gegen die Gewalt“ lese. Es ist wirklich aufschlussreich, dieses Sachbuch zu studieren. Ich glaubte, unser Mitglied Christian Pfeiffer gut zu kennen. Was ich aber jetzt über seine Arbeit erfahre, ist wirklich beeindruckend. Er hat u.a. dafür gesorgt, dass Vergewaltigung in der Ehe ein Straftatbestand geworden ist. Wie es dazu gekommen ist – das Schicksal geht seltsame Wege …

Darf ich Ihnen noch eine Buchempfehlung geben: „Reaktanz“ von Carmen Thomas. Sie ist eine Kollegin, die jahrzehntelang im WDR die Sendung „Hallo Ü-Wagen“ betreute. Das war die erste Life-Mitmachsendung im Deutschen Radio. Später hat sie die „Erste Moderationsakademie für Wirtschaft und Medien“ gegründet und mit ihrem Team Führungskräfte und die, die es werden sollten, ausgebildet. Dieses Buch hat mir persönlich viel gegeben. Ich wusste überhaupt nicht, was Reaktanz ist und Google hat mir auch nicht weitergeholfen. Erst die Lektüre hat mich gelehrt, wie ich mit Reaktanz umzugehen habe. Das hat mein Leben bereichert und Entscheidungen fällen erleichtert. Neugierig geworden?  

Es ist Weihnachtsmonat. Seit Sonntag steht bei uns der Weihnachtsbaum, geschmückt mit 1000 Birnchen und ganz vielem Weihnachtsschmuck, der über die Jahre gesammelt wurde. Erinnerungen an Carmel, Dublin, Paris, New York, Saarbrücken, Isernhagen. Wenn schon das Weihnachtsshopping mit Glühwein und Markt nicht möglich ist – wir machen das zu Hause.

Gespannt bin ich, wie lange der Baum durchhält. Erfahrungsberichte belehren mich, dass ein Baum ca. 0,5 Liter Wasser am Tag braucht. Die Nadeln soll man mit Wasser bestäuben. Der Fuß im Wasser stehen. Alles gemacht!

Frau Lahmann hat mich gerade darauf aufmerksam gemacht, dass die Gefahr der Quarantäne immer näher rückt. Und was ist dann mit einkaufen? Heute fahre ich nicht in die Markthalle, heute geht’s zum Großmarkt. Als Leihwagen fahre ich jetzt Opel Caravan. Da ist nun genug Platz.

Eine erfolgreiche Woche, einen schönen Weihnachtsmonat wünscht Ihnen mit herzlichen Grüßen und: Munter bleiben!

Ihr Jürgen Köster

 

24.11.2020
Von Heiligabend bis Chateau d'Yquem

Liebe Mitglieder und Gäste des Presse Club Hannover,

heute in vier Wochen ist Heiligabend. Karin Lahmann hat noch kein einziges Geschenk – ich auch nicht. Irgendwie kommt Weihnachten doch immer wieder ganz überraschend, und dieses Jahr wird es so sein, dass wir heute noch nicht wissen, wie wir feiern dürfen. Silvesterböller soll es auch nicht geben. Eine ganze Industrie warnt, dass sie verschwinden wird. Und die Gastronomen – sie haben es wirklich schwer.

Aber denken wir auch an uns ganz persönlich: Besuche in der Stadt machen keinen Spaß. Es fehlt die Möglichkeit einzukehren und damit der Anreiz, in die Innenstadt zu fahren. Wir vermissen die Menschen, mit denen wir gerne zusammensitzen, uns unterhalten und mit denen wir diskutieren können. Ich vermisse Sie! Unsere regelmäßigen Dienstagstreffs haben über die Jahre doch dazu geführt, dass wir uns kennengelernt haben und uns über jedes Wiedersehen freuen.

Katharina Kümpel hat heute Morgen vorgeschlagen, dass wir nächste Woche Dienstag ein Zoom-Meeting anbieten sollten. Das ist ein virtuelles Treffen, bei dem sich die Teilnehmer auf dem Bildschirm sehen und miteinander sprechen können. Wer dabei sein will, erhält einen Zugangscode. Bitte sagen Sie uns bis Donnerstag Bescheid, ob Sie Interesse daran haben. Dann teilen wir Ihnen mit, welches Thema uns eingefallen ist.

Wenn man schon nicht ausgehen will, gibt es Alternativen. Hunde Gassi führen, Laub zusammenkehren und für Igel etc. ein Haus bauen, kochen und lesen. „Der neunte Arm des Oktopus“ von Dirk Rossmann habe ich, wie angekündigt, letzte Woche für 20 Euro  in einer Rossmann-Filiale erstanden. Mit „Danksagung“ sind es 396 Seiten, die sich schnell lesen lassen. „Das ist Hammer. Super spannend. Respekt!“, meint Udo Lindenberg. Prof. Christian Pfeiffer, dem genauso wie Martin Kind und Christian Wulff von Dirk Rossmann gedankt wird, hatte mir die Lektüre empfohlen. Ich empfehle sie Ihnen auch. Spannend, ungewöhnlich, lesenswert!

Noch ein Buchtipp: Christian Pfeiffer: „Gegen die Gewalt“. Es ist hochinteressant zu lesen, wie Astrid Lindgren, der ich jahrelang erfolglos als Kuratoriumsmitglied versuchte, den LeibnizRing zu verleihen, vor vielen Jahren sich in einer vielbeachteten Rede dafür einsetzte, dass die Prügelstrafe für Kinder verboten wird. Es war ein langer Weg, bis es dazu schließlich gekommen ist. Kriminologe Pfeiffer zeigt in seinem Buch auf, wie sich dieses Verbot positiv auf die Kriminalstatistik auswirkte. Mord und Todschlag sind nicht angeboren. Sie werden gelernt. Keine leichte Kost!

Und wenn wir schon beim Essen sind: In unserer Markthalle ist die Gastronomie geschlossen, aber Gemüse und Fleisch, Börek und Cacik sind käuflich zu erwerben. Wiener Schnitzel steht heute auf meinem Speiseplan.

Das Mitgliederverzeichnis 2021 wurde heute aktualisiert und für den Druck vorbereitet. Falls Sie noch Änderungsvorschläge haben, bitte bis morgen!

Ganz herzlich grüßt und: Munter bleiben!
Ihr Jürgen Köster

P.S. In unseren Reihen befindet sich eine große Zahl von Feinschmeckern und Weingenießern. In einem aktuellen Buch habe ich folgende Kombination gelesen: „Frische Austern mit „Chateau d’Yquem“. Was fällt Ihnen dazu ein?

 

17.11.2020
Achtung: DESIMO lädt heute zu einer Online-Veranstaltung ein, denn dieses ist keine Einbahnstraße!

Liebe Mitglieder und Gäste des Presse Club Hannover,

bedanken möchte ich mich bei Ihnen, dass Sie meine Aufforderung ernst genommen haben und tatsächlich auf den letzten Rundbrief geschrieben haben. Es war für mich klar, dass meine Meinung kontrovers diskutiert wird. Das war auch meine Absicht …

Ein Mann, mit dem der Presse Club Hannover ein gutes Verhältnis hat, ist Dirk Roßmann. Als er zuletzt bei uns war, hatten wir ein volles Haus. Er begeisterte uns mit seinen lebensnahen Geschichten und erzählte uns auch, wie er bei der ungeliebten Bundeswehr auf den Baum kletterte, um dann entlassen zu werden. Diese Geschichte wurde dann Titel seines Buches, das sehr erfolgreich vermarktet wurde.

Letzte Woche erzählte mir unser Mitglied, Kriminologe Prof. Christian Pfeiffer, dass an diesem Montag ein neues Buch von Dirk Roßmann erscheinen wird. Er selbst hatte es schon gelesen und empfahl mir sehr, dass ich es mir besorgen sollte. In der aktuellen WirtschaftsWoche und in der FAS fielen mir dann ganzseitige Anzeigen auf: Dirk Roßmann / Der 9. Arm des Oktopus. Ein Thriller, bei dem es um Überbevölkerung, Klimawandel und die Rettung der Welt gehen soll. Ich werde gleich der Empfehlung folgen und in der Drogerie das Buch kaufen. Das hätte ich mir auch nie träumen lassen, dass Dirk Roßmann „Spiegel Nr. 1 Autor“ ist und ich in einem „Geschäft für den Verkauf von Heilmitteln, Chemikalien und kosmetischen Artikeln“ ein Buch kaufen werde. Die Welt hat sich geändert.

Gleichgeblieben ist für uns die Unklarheit, wie es mit Corona und dem täglichen Leben weitergeht. Die Kanzlerin konnte sich gestern nicht durchsetzen. Am 25.11.2020 wird nun entschieden.

Die Situation für Kunst, Gastronomie, Selbstständige und Überlebenskünstler ist katastrophal. Waren im Frühjahr noch Reserven vorhanden, so sind diese jetzt abgeschmolzen. Und das Leben ist nicht preiswerter geworden. Verflixt ist die Situation für Schüler, Eltern und Lehrer. Ob der Schulunterricht aufrechterhalten bleiben kann?

Vormittags sitzen die Kinder mit ihren Freunden zusammen in der Klasse und nachmittags sollen sie sich entscheiden, mit welchem Freund sie sich in Zukunft treffen wollen. Laiensport ist verboten. Die Proficlubs treten an und spielen international auch gegen Mannschaften mit Corona-Infizierten. Das soll noch einer verstehen!

Großes Verständnis und Hochachtung für die, die den Kopf nicht hängen lassen, sondern Alternativen suchen. Restaurants, die Hauslieferungen anbieten oder bei denen man das Essen abholen kann. Künstler, die eine Nische suchen und finden, in der sie aktiv sein können. Die hat unser Mitglied Detlef Simon, DESIMO, entdeckt und uns gebeten, Sie darauf aufmerksam zu machen. Dies wird hiermit gerne getan, siehe unten. Bitte beachten Sie, dass heute eine Veranstaltung ist!

Seit einigen Monaten haben wir eine Kooperation mit der „Stiftung MedienKompetenz Forum Südwest“, die sich besonders um Internet für Senioren kümmert. Katharina Kümpel, unsere stellvertretende Vorsitzende, hält hier den Kontakt und hat dafür gesorgt, dass nun der erste Beitrag von hier veröffentlicht wurde. Falls Sie Lust zum Turnen haben, klicken Sie hier.  

Gleich gehe ich in die Markthalle. Die Spargelzeit ist schon lange vorbei, jetzt sind Grünkohl und Pilze angesagt. Bei Karin Klemme werden Rinderrouladen und Bauchspeck gekauft, bei meinem Gemüsehändler Petersilie, Zwiebeln und Steinpilze. Grünkohl ist erst nächste Woche dran.

Falls Sie jetzt auch ans Essen denken: Guten Appetit und: Munter bleiben!

Herzliche Grüße
Ihr Jürgen Köster

 

10.11.2020
Im Tiergarten wird geschossen!

Liebe Mitglieder und Gäste des Presse Club Hannover,

die Schonzeit ist vorbei! Die Geweihträger haben keine Chance, wenn auf sie angelegt wird. November ist Jagdzeit im Tiergarten. Bis mittags ist der für Jogger geschlossen, dann heißt es: Waidmannsheil! Im Tiergarten gibt es eine Verkaufsstelle, wo einmal die Woche „Wild“ verkauft wird. Die Qualität soll hervorragend sein. Es ist immer schnell ausverkauft.

Vorbei mit der Schonzeit für Oberbürgermeister Onay. Er ist nun ein Jahr im Amt, hat die Elternzeit genutzt und wurde von der HAZ auf die Waage gestellt. Die Leser wurden gefragt, was sie von seiner Arbeit halten. Das Ergebnis war vernichtend. Auch ich habe meine persönlichen Erfahrungen sammeln können. Wenn man sich den Lebenslauf anschaut, stellt man fest: Studium, Erstes Staatsexamen, nicht abgeschlossenes Promotionsverfahren, Büroarbeit bei den Grünen, Mitglied des Stadtrats, Mitglied des Landtags, dann am 27. Oktober 2019 mit 60.095 Stimmen stimmstärkster OB-Kandidat. Eckehard Scholz hatte 49 Stimmen weniger.

Ein Corona-Jahr ist natürlich eine besondere Herausforderung. Die Innenstadt soll bis 2030 autofrei werden. Wie das aussieht, kann jeder von uns schon jetzt erleben. Die Innenstadt ist tot. Keine Autos, keine Kundschaft, leere Geschäfte, frustrierte Verkäufer. Und die Kulturschaffenden sind arbeitslos. Wo sind die Macher, die aus Hannover eine Kulturhauptstadt machen wollten? Jetzt ist die Zeit, wo MACHEN angesagt ist!

Natürlich ist unser LeibnizRing an Rolf Zick nicht vergessen. Rainer Beckmann, Chef von Haus- und Grundeigentum Hannover e.V., hat in seinem aktuellen Mitgliedermagazin „WohnArt“ seine Meinung zur diesjährigen Verleihung veröffentlicht. Eine lesenswerte Lektüre!

Gerne hätte der Vorstand mit Ihnen auch über weitere Themen gesprochen, die Sie als Clubmitglied interessieren. Weil die Situation aber so ist, wie sie ist, werden wir unsere Mitgliederversammlung ins neue Jahr verschieben. Unser Mitglied Christian Reinicke, der auch Justiziar des ADAC auf Bundesebene ist, hat uns dazu geraten, denn rechtlich ist dies möglich. Sie können sich natürlich jederzeit an mich wenden. Diese Mail ist keine Einbahnstraße …

Gestern haben die Börsen verrücktgespielt. Die Nachricht über den erfolgreich getesteten Impfstoff hat Börsenwerte in die Höhe gefeuert. Wer da die richtige Nase hatte, der kann sich jetzt freuen.

Freude auch bei denen, die einen Präsidentenwechsel erhofften. Aufatmen in der Bundesregierung. Angela Merkel hat gratuliert. Putin nicht.

In meinem privaten Umfeld hat es in der letzten Zeit Fälle gegeben, die daran erinnern, dass  nicht nur Corona tödlich sein kann. Das macht mir bewusst, wie plötzlich „das Sein“ zu „das War´s“ werden kann. Das erinnert mich daran, dass man länger tot ist, als man lebt. Also: Das Beste daraus machen und fest davon überzeugt sein: Das Leben ist schön!

Herzlich grüßt und: Munter bleiben!
Ihr Jürgen Köster

 

03.11.2020
Wir halten Abstand und sind für Sie da.
Darum verschieben wir die Mitgliederversammlung.

Liebe Mitglieder und Gäste des Presse Club Hannover,

Amerika wählt – wir haben keine Wahl! Für unsere Mitgliederversammlung gibt es keinen angemessenen Ort, um uns zu treffen. Auch unsere heutige Vorstandssitzung haben wir im Presseclub abgesagt und werden sie als Telefonkonferenz abhalten. Dabei werden wir entscheiden, wie und wann wir Sie treffen.

Unsere Rechnungsprüfer waren heute hier. Karo Eggert und Dr. Franz Rainer Enste haben sich mit unserem Schatzmeister Henning Schulze durch die Akten gewühlt. Sie hatten nichts zu beanstanden. Für den Vorsitzenden ist das kein Wunder. Bei uns wird kein Geld aus dem Fenster geworfen. Schön ist es aber dann zu hören, dass es sicher Möglichkeiten gibt, zu sparen. Auch das ist für den Vorsitzenden kein Wunder. Am grünen Tisch ist alles möglich, dann kommt die Realität … Sehr dankbar bin ich unseren ehrenamtlichen Prüfern und dem Schatzmeister, dass sie ihre wertvolle Zeit in uns investieren. Wären Sie dazu auch bereit? Wir haben ja  noch mehr Ämter zu besetzen.

Zum Beispiel in unserer Sir-Greene-Stiftung. Hartmuth Schulz, der viele Jahre höchst erfolgreich als Vorsitzender mit seinem Vorstand diese Institution weiterentwickelte, musste aus ganz persönlichen familiären Gründen das Amt niederlegen. Das ist ein herber Verlust.

Katharina Kümpel, stellvertretende Vorsitzende unseres Clubs, wird sich nicht mehr zur Wahl stellen. Sie ist seit 2014 in unserem Vorstand hochengagiert tätig und macht nun den Platz für Sie frei.

Auf der Fahrt zum Presseclub fuhr ich vorhin an einer dieser modernen, elektronischen Reklamewände vorbei. Hier wird nicht nur für Produkte geworben, sondern auch harte Information vermittelt. Ich las: „Wie hoch ist das INI, dass auch „das Gehirn von Hannover“ genannt wird? 38 Meter.“ Der Präsident des INI, Ehrenmitglied unseres Clubs und LeibnizRing-Träger 2013, Prof. Dr. med. Madjid Samii, nimmt regen Anteil an dem Geschehen in unserem Club. Viele von Ihnen wissen, dass er vor zwei Jahren eine „unserer“ Goldschmiedinnen nach einem schweren operativen Eingriff von ihren Schmerzen befreite. Da die Krankenkasse die Kosten nicht übernommen hatte, verzichtete er auf sein Honorar. Damals sagte er: „Ich würde gerne, dass das INI für jeden, der hier lebt, offensteht. Aber bis auf die Techniker Krankenkasse ist keine andere Kasse bereit, die Kosten zu übernehmen.“ Seitdem kümmern wir uns um diese Sache, damit es auch dort „Belegbetten“ gibt. Das INI hat die modernste technische Ausrüstung für neurochirurgische Eingriffe. Auch wenn es inzwischen ein INI in Peking und Teheran gibt, deren Präsident auch Prof. Dr. Samii ist, ist das hiesige Haus weltweit führend. Kein Wunder, dass Kranke, die das wissen, hier operiert werden wollen. Jeder möchte die beste Behandlung haben – Private genauso wie Pflichtversicherte. Sehr hoffe ich, dass sich unser Einsatz lohnt und wir erfolgreich sind.

Das Verhältnis zu Russland ist sehr angespannt. Dr. Heino Wiese, Vorstandsmitglied, ist auch Honorarkonsul der Russischen Föderation. Mit ihm spreche ich auch über dieses Thema, dass uns sehr wichtig sein sollte. Russland, das ist nicht nur Moskau und der Kreml, sondern ein Riesenreich, das man unter ganz unterschiedlichen Aspekten betrachten kann. Es muss nicht immer die große Politik sein, es sind die kleinen Schritte, die für eine Klimaveränderung sorgen können.

Beim „Erbfeind“ Frankreich war es damals das Deutsch-Französische Jugendwerk, das für Verständnis und Freundschaft gesorgt hat. Städtepartnerschaften sind auch höchst hilfreiche Einrichtungen, um Völker näherzubringen. Hannover hat Städtepartnerschaften mit Blantyre, Malawi; Bristol, Großbritannien; Hiroshima, Japan; Leipzig, Sachsen; Perpignan und Rouen, Frankreich; Poznan, Polen. Zu dieser Aufzählung würde doch auch gut eine Stadt aus Russland passen.

Setzen Sie sich diese Nacht vor den Fernseher, um zu sehen, was sich in den USA tut? Wahlpartys wird es hier wohl keine geben. Unterhaltsam kann das Spektakel auch so sein. Mein Rat: Eine gute Flasche Wein, vor dem Fernseher dann einschlafen und sich morgen überraschen lassen. Man kann natürlich auch direkt ins Bett gehen …

Herzlich grüßt und: Munter bleiben!
Ihr Jürgen Köster

 

07.10.2020
Trump, Putin und der Presseclu

Liebe Mitglieder und Gäste des Presse Club Hannover,

Karin Lahmann hat gerade das Fenster unseres Presseclubs geschlossen. Sie hätten das bestimmt auch gemacht. Geht Ihnen das nicht auch auf die Nerven, dass jetzt die Laubbläser im Einsatz sind? Dieser furchtbare Lärm kann wirklich krank machen! Es gibt Untersuchungen, die festgestellt haben, dass dies auch wirklich so ist! Warum gibt es niemanden, der sich darum kümmert, dass diese akustische Umweltverschmutzung abgeschafft wird?

Vergeblich habe ich versucht, einen Partner zu finden für folgende Aktion: „Kampf dem Lärm!“ Gesucht werden Menschen, die erfolgreich dafür gesorgt haben, dass störende, nervende, eigentlich vermeidbare Lärmquellen verschwinden. Das kann z.B. dadurch geschehen, dass die Motoren schallgedämmt werden. Das kann eventuell dann mehr kosten, aber … Eine Jury sucht den Favoriten aus und ehrt den Erfinder. Schade, dass sich dafür keiner interessiert.

Geräuschlos ist ein Trump-Auftritt nie. Es ist schon ein besonderes Geschenk, wenn man mit einem Hubschrauber in ein „eigenes“ Militärkrankenhaus geflogen wird, wo ein ganzer Ärztestab mit Medikamenten zur Verfügung steht, die kein normaler Mensch unter diesen Umständen bekommt. Wir wissen nicht, wie es ihm wirklich geht – darum Genesungswünsche auch von hier.

Ein anderer mächtiger Mann, jetzt im Osten, ist da vorsichtiger als der amerikanische Präsident. Wie man hören und lesen kann, hat sich Putin in einen seine Paläste zurückgezogen. Dort darf man ihn nur besuchen, wenn vorher die angemessene Quarantänezeit absolviert wurde. Der Mann braucht keine Maske – allerdings auch keine Massenveranstaltungen, um gewählt zu werden. Dafür tut er alles, um mögliche Konkurrenten aus dem Feld zu räumen.

Sicher hat man im Kreml nicht damit gerechnet, dass der Oppositionspolitiker Nawalny den Giftanschlag überleben wird. Was die Ärzte der Berliner Charité geleistet haben, grenzt an ein Wunder. Nawalny hat jetzt das Krankenhaus verlassen und kann wieder Interviews geben. Dass er dabei unseren hannoverschen Mitbürger Gerhard Schröder als „Laufbursche Putins“ bezeichnet, wird unseren Alt-Kanzler bestimmt nicht jucken. Wollen wir doch nicht vergessen, dass wir mit ihm eine Verbindung nach Russland haben, die in diesen schwierigen politischen Zeiten nicht zu unterschätzen ist.

Gerhard Schröder und seine Frau haben auch zugesagt, beim LeibnizRingHannover am 20.10.2020 dabei zu sein. Die beiden waren eine der ersten Zusagen, um Rolf Zick zu ehren. Inzwischen sind hier weit mehr Anmeldungen eingetroffen als erwartet. Der Leinesaal im Landtag ist coronabedingt dafür nicht groß genug. Wir sind dabei, eine Lösung zu suchen, die es ermöglicht, weitere Personen zu platzieren. Darum haben Sie bitte Verständnis dafür, dass Sie bis jetzt noch keine persönliche Nachricht erhalten haben, ob Sie dabei sein können. Das gilt besonders für die, die sich angemeldet haben. Neuanmeldungen können leider nicht mehr berücksichtigt werden. Was wir versprechen, ist, dass die Zeremonie in Ton und Bild dokumentiert wird und Sie sie anschließend auf unserer Webseite nacherleben können. Eine Randbemerkung: Dieses Jahr hat sich außer Kastens Hotel Luisenhof keine Bereitschaft gefunden, uns zu unterstützen. Vielen Dank, lieber Herr Rupp.

Gestern tagte der Veranstaltungsausschuss und machte sich Gedanken darüber, wie wir wieder gemeinsam unsere Clubabende erleben können. Torsten Hamacher ist der Chef des Ausschusses. Er freut sich, Ihnen demnächst sein Programm vorzustellen. Dazu wird auf jeden Fall unsere Mitgliederversammlung gehören, zu der wir Sie umgehend einladen. Wir warten noch auf die Zusage für eine coronagerechte Räumlichkeit.

Herzlich grüßt und: Munter bleiben!
Ihr Jürgen Köster

 

30.09.2020
Die Revolution ist fällig ...

Liebe Mitglieder und Gäste des Presse Club Hannover,

der heutige Tag steht für mich ganz im Sinne des LeibnizRingHannover. Die Jury hat gestern den Ring für Rolf Zick ausgewählt. Sie war begeistert von den 12 kunsthandwerklich hochinteressanten Einreichungen. Es ist wirklich beeindruckend zu sehen, wie unsere Goldschmiede-Künstler so unterschiedlich die kreative Aufgabe lösen, den Text, der die Leistung Rolf Zicks würdigt, umzusetzen in ein Kunstwerk, in dem auch Gottfried Wilhelm Leibniz eine Rolle spielt und das als Ring tragbar sein muss.

Stellen Sie sich vor: Darunter gibt es einen Ring in Form eines Siegelrings, auf dem mit 8000 Buchstaben die Lebensgeschichte des Preisträgers vermerkt ist. Dieses Unikat ist wirklich ganz auf Rolf Zick zugeschnitten. Der Ring und die anderen 11 Exponate werden am 13.10.2020 um 19:00 Uhr im Leineschloss vorgestellt. Wir werden darüber berichten.

Prof. Dr. Rita Süssmuth war die erste Kuratoriumsvorsitzende unseres LeibnizRingHannover und ist selbst Trägerin des Rings. Sie wollte ich heute Morgen anrufen, um mit ihr über den 20.10.2020 zu sprechen. Das war nicht möglich. Stattdessen hatte ich die Tochter am Telefon. Ihr Vater ist gestorben und im Hause Süssmuth ist große Trauer. Ich trauere mit. Das Ehepaar Süssmuth hat häufig an unseren Verleihungen im HCC teilgenommen, und ich habe ihn in sehr guter Erinnerung. Mein herzliches Beileid verbunden mit der Hoffnung, dass Rita Süssmuth bei der Ehrung von Rolf Zick dabei sein kann …

Diese Ehrung von Rolf Zick wird auf jeden Fall stattfinden. Nachdem in der HAZ über ihn geschrieben wurde, habe ich mich mit dem Historiker Dr. Wäldner zusammengesetzt. Hier ist das gemeinsame Kommuniqué unseres Treffens.

Der von uns beauftrage Recherchedienst Benjamin Haas, Freiburg, machte uns darauf aufmerksam, dass in der Datenbank des Bundesarchivs große Teile, aber nicht alle Einträge der NSDAP-Mitgliederkartei vorhanden sind. Deshalb bekamen wir die Empfehlung, selbst nochmal in Berlin anzufragen. Von dort erhielten wir heute die Nachricht, dass im Zuge der Recherchen am Standort Berlin Lichterfelde Rolf Zick betreffende Karteikarten in der NSDAP-Mitgliederkartei (GAU-Zentraldatei) ermittelt wurden. Die Angaben sind gleich mit denen, die Dr. Wäldner herausgefunden hat.

Es bleibt bei der Tatsache, dass es keinen von Rolf Zick persönlich gestellten Aufnahmeantrag bisher gibt, sondern lediglich Mitgliedskarten, wo ausschließlich maschinengeschriebene Informationen zu Namen und Wohnort stehen. Weiter, dass Rolf Zick sich auf sein gutes Erinnerungsvermögen beruft und feststellt, dass er nie Mitglied der NSDAP gewesen sei. In dubio pro reo!

Unseren Ehrenpräsidenten können wir vertrauen, er lügt nicht! Ganz anders, wenn wir über den Großen Teich schauen. Was sich dort gerade abspielt, hat kein Vorbild. Der New York Times wurden Unterlagen über die Steuerangelegenheiten von Präsident Trump zugespielt, die einen Einblick in die Jahre von 2000-2018 gibt. In dieser Zeit soll es nur zwei Steuerzahlungen à 750 $ gegeben haben. Was sagt der Präsident dazu: „Fake News!“

Trotzdem: Das Leben ist schön! Bleiben Sie munter!
Ihr Jürgen Köster

P.S. „Die Revolution ist fällig – Aber sie ist verboten“. Albrecht Müller ist der Autor dieses Buches, das ich gerade lese. Er schreibt über die Schere „Reichtum – Armut“. Wie nach dem Fall der Mauer aus der Friedensdividende wieder Rüstungsanstrengung wurden. Über die Chemisierung unserer Umwelt. Über unser Verhältnis zu Russland. Weitere Kapitel sind auch sehr lesenswert. Ich empfehle diese Lektüre aus dem Westend Verlag.  

 

22.09.2020
In der Kürze liegt die Würze

Liebe Mitglieder und Gäste des Presse Club Hannover,

letzte Woche hat der Vorstand unseres Clubs getagt und beschlossen, dass wir unser Clubleben wieder aufnehmen werden. Wir haben hierzu mit dem Parlamentsrestaurant „Leineschloss“ eine Verabredung getroffen, dass wir dort in dem „Leinesaal“ unsere Treffen dienstags veranstalten werden. Am 13.10.2020 wird dort die Ringprämierung des LeibnizRingHannover 2020 stattfinden und am 20.10.2020 die festliche Verleihung an unseren hochverehrten Rolf Zick. Mit dem habe ich gerade telefoniert. Er ist glücklich, ihm geht es gut und er will auch unbedingt bei der Ringprämierung dabei sein, um zu sehen, welche Ringe er denn nicht bekommt.

Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Das gilt auch bei der Vergabe der Teilnehmerkarten für diese Veranstaltungen. Beide sind ausgebucht. Die Einlasskarten werden Ihnen eine Woche vor der Veranstaltung zugemailt.

Der Vorsitzende des Veranstaltungsausschusses Torsten Hamacher ist dabei, mit seinen Mitstreitern das Programm für die nächsten Wochen zu erstellen. Wir alle sind so glücklich, dass wir eine realistische Lösung gefunden haben, coronagerecht zusammenzukommen. Von der Gastronomie des Leineschloss werden wir bewirtet – zu akzeptablen und vernünftigen Preisen.

Eines unserer Mitglieder hat mir den Hinweis gegeben, meine Newsletter seien zu lang, es würde zu viel Zeit kosten, sie zu lesen. So besinne ich mich darauf, was ich einmal gelernt habe: In der Kürze liegt die Würze.

Herzlich grüßt und: Munter bleiben!
Ihr Jürgen Köster

 

15.09.2020
Das Leben ist schön!

Liebe Mitglieder und Gäste des Presse Club Hannover,

große Überraschung heute Morgen, als ich in unser Büro kam: Karin Lahmann hatte Besuch von zwei Goldschmieden. Die hatten persönlich ihre Ringe für Rolf Zick abgegeben. Yvonne Meyer und Marco Kurapkat machen schon seit vielen Jahren mit. Beide beglückwünschten uns für unsere Entscheidung, auch in diesem Jahr den Goldschmiede-Wettbewerb durchzuführen. Für sie und ihre Kolleginnen und Kollegen ist dieser Wettbewerb eine große Motivation und eine wichtige Herausforderung.

Für uns ist es ein großes Geschenk, dass diese Künstler jedes Jahre ihre große Kreativität zeigen und unseren Preisträgern ganz besondere Ringe handwerklich fertigen. Die zwei Exemplare, die ich heute gesehen habe, sind so unterschiedlich und beide doch so beeindruckend! Am 13.10. bei der Ringprämierung im Niedersächsischen Landtag haben Sie Gelegenheit, sich selbst ein Bild zu machen.

Corona wird uns wohl noch lange beschäftigen. Über 10.000 Fälle pro Tag in unserem Nachbarland Frankreich – Wochenendreisen sind da nicht mehr möglich. Fast 200.000 Tote in den USA. Der Präsident macht Wahlkampf, lädt Tausende seiner Fans in eine Halle in Arizona ohne Schutzverpflichtung ein und bricht dabei die Gesetze, die er selbst veranlasst hat. Und trotzdem scheint er Chancen zu haben auf: 4 more years. Ob er sich dann an die US-Verfassung hält? 1933 hatten wir in unserm Land auch einen Mann als Führer, der sich anschließend nicht mehr zu wählen lassen brauchte – weil es dieses Recht nicht mehr gab …

Belarus, Nawalny, „Cum-Ex“-Geschäfte und das große Vergessen von Olaf Scholz, Lesbos mit der unsäglichen Situation der Flüchtlinge, Diskussion über Aufnahme von Emigranten auf deutscher und europäischer Basis – das sind alles Themen, die topaktuell sind und beschäftigen können.

Aber: Mitte September erleben wir einen Spätsommer, der schöner nicht sein kann. Es ist warm, Sonne satt und wir haben das Leben geschenkt bekommen, um es zu leben. Machen Sie das und genießen Sie es.

Herzlich grüßt und: Munter bleiben!
Ihr Jürgen Köster

 

01.09.2020
Der Kaffee ist fertig! – wichtige Einladung für den 13.10.2020

Liebe Mitglieder und Gäste des Presse Club Hannover,

langsam gewöhnt man sich daran, dass wir mit Corona leben. Nicht daran gewöhnen kann ich mich, dass wir jetzt ohne Kontakt zu Menschen leben müssen, die mir am Herzen liegen. Gerade habe ich durch unser Mitgliederverzeichnis geblättert und jeden Einzelnen von Ihnen mir angeschaut. Es tut so weh, dass wir uns schon so lange nicht mehr in unserem schönen Club gesehen haben. Ich hoffe – aber glaube nicht, dass es so sein wird – auf ein baldiges Wiedertreffen. Die Welt hat sich wirklich verändert!

Sehr habe ich mich gefreut über Ihre Schreiben zu meinem letzten Rundbrief. Ja, unser Ehrenpräsident Rolf Zick ist wirklich eine herausragende Persönlichkeit, die wir uns nicht von einem hergelaufenen Historiker madig machen lassen. Und was ich über die Zeitung denke, die meinte, diesen ehrverletzenden Artikel schreiben zu müssen, das können Sie sich denken. Nur wenn ein Abonnement gekündigt wird, spürt der Verlag, dass der Leser das letzte Wort hat …

Unsere Landeshauptstadt möchte Kulturhauptstadt 2025 werden. Per Zufall ist mir jetzt ein ganz aufwendig gestaltetes Buch in die Hand gekommen, das, von der Stadt herausgegeben, ihre wunderbare Kulturvielfalt darstellt. Mein Sohn Kurt, der sich in diesen Fragen gut auskennt, meinte: „Toll gemacht, aber das hat sicher ein Vermögen gekostet. Steuergelder.“ Falls Sie diese Selbstdarstellung noch nicht gesehen haben – ich empfehle sehr, sie sich anzuschauen. Chemnitz, Hildesheim, Magdeburg und Nürnberg stehen in Konkurrenz um den Titel „Kulturhauptstadt Europa 2025“. Die Städte versprechen sich kulturelle, wirtschaftliche und soziale Vorteile.

Nicht alle sind bereit, sich damit abzufinden, dass Corona unser Leben verändert hat. Tausende zeigten ihren Unwillen am vergangenen Wochenende in unserer Hauptstadt. Berlin ist wirklich eine Reise wert. Ich war letzte Woche auch dort und habe es genossen, mit meiner Frau „Unter den Linden“, „Friedrichsstraße“, „Kudamm“, „Museumsinsel“ und natürlich auch das „KaDeWe“ zu sehen. Am Reichstag waren wir nicht. Die Szenen, die sich dort nun abspielten, sind ein Armutszeugnis. Wer das Demonstrationsrecht so missbraucht, darf sich nicht wundern, wenn er von aufrechten Demokraten verachtet wird.

Kennen Sie die „Klickmühle“? Nachdem ich gestern in der Markthalle leckere Pfifferlinge, Petersilie, rote Zwiebeln, Sahne und Speck eingekauft hatte, überquerte ich die Karmarschstraße und setzte mich an einen einfachen Holztisch vor diese Gaststätte oder Kneipe, wie es sie in Hannover kaum noch gibt. Wenn Hannover 96 spielt, ist das der Anlaufpunkt für viele Fans. Blick auf den Platz der Göttinger Sieben und auf den Landtag, ein kühles Bier und ein Sonnenbad, dann sah ich die Speisekarte: Königsberger Klopse, Eier in Senfsauce, Spiegeleier mit Bratkartoffeln, Grüne Bohnensuppe mit Würstchen. Es war so lecker, wie es sich anhört. „Kurtchen“, der Koch, der, weil die Chefin krank war, auch den Service machte, ist seit 30 Jahren dort tätig. „Hausmannskost!“, meinte er, und informierte, dass die Persönlichkeiten des Landtags seine Stammgäste sind. Das „Leineschloss“, das Restaurant im Landtag, das jetzt wiedereröffnet, sei für ihn keine Konkurrenz. Mal sehen …

Über unser Fördermitglied Martin Weiß kann man viel in der Zeitung lesen. Martin Weiß ist wirklich eine besondere Persönlichkeit. Er macht um seine Person kein Aufheben und lebt sein Leben auf seine ganz eigene Weise. Nicht weil er unserer Sir-Greene-Stiftung 820.000 Euro schenkt, sondern weil ich ihn sehr schätze, freue ich mich, dass er zu unserem Club gehört. Individualität zeigt sich auch darin, dass man nicht „Everybody‘s Darling“ sein möchte.

Am 13.10.2020 um 19:00 Uhr wird die Ehrung des Goldschmieds sein, der den diesjährigen LeibnizRingHannnover kreiert hat. Die Ehrung wird – unter Einhaltung der Hygienemaßnahmen – im Landtag stattfinden. Wer dabei sein möchte, bitte melden. Die Vergabe der Plätze geschieht nach dem Windhundverfahren. Die Anmeldung wird bestätigt und ist Einlasskarte für die Veranstaltung. Eine weitere Einladung wird es nicht geben. Bitte melden Sie sich per E-Mail an.

Seit 36 Jahren wandere ich mit engen Freunden durch Berg und Tal. Da das mit dem Laufen jetzt nicht mehr so klappt, zieht es uns die letzten Jahre in Städte wie Brügge, Salzburg, Zürich und morgen Köln. Am Donnerstag werden wir eine ausführliche Dombesichtigung machen, mit Aufstieg auf das Domdach. Ich bin dort schon einmal gewesen. Es ist beeindruckend, bei dieser Führung dabei zu sein. Am Freitag gibt´s eine Fahrradtour und mit einem Besuch am Samstagmittag in einer typischen Kölsch-Wirtschaft endet unser Ausflug. Wir sind zu sechst – drei unserer Kumpels gucken uns von oben zu. C’est la vie!

Herzlich grüßt und: Munter bleiben!
Ihr Jürgen Köster

P.S. Die Tasse Kaffee erwartet mich, wenn ich in unseren Club komme. So verwöhnt mich Karin Lahmann. Jetzt ist sie leer, und ich gehe nach Hause.

 

25.08.2020
LeibnizRingHannover 2020 und anderes

Liebe Mitglieder und Gäste des Presse Club Hannover,

gerade war Hartmuth Schulz, der Vorsitzende unserer Sir-Greene-Stiftung, in unserem Presseclub. Endlich wieder einmal Leben! Denn Karin Lahmann ist heute auch zum ersten Mal nach ihrem Urlaub in Kärnten wieder hier. Sie erzählt von schönen Erlebnissen und einem überfüllten Velden am Wörthersee. Ein See, dessen Ufer privatisiert ist und wo man nur an ganz wenigen Stellen baden kann. Das ist in Bayern ganz anders. Die Ufer sind öffentlich, und z.B. am Tegernsee kann man überall hineinspringen. Das interessierte Hartmuth Schulz jetzt weniger. Er informierte, dass das Kuratorium der Stiftung „runderneuert“ wird und dass herausragende Menschen dieses Jahr wieder mit Stipendien beglückt werden. Fein, dass es so schöne Nachrichten gibt!

In der Post, die sich hier angesammelt hatte, fanden sich aber auch traurige: Der Geschäftsführer des Göttinger Tageblatts, Dr. Uwe Graells, der seit 2009 unser Mitglied war, ist verstorben. Und Victor Lis, Gründungs- und Ehrenmitglied ist als 87-Jähriger von uns gegangen. Er war ein sehr enger Freund, den ich noch aus der Zeit kenne, als er Geschäftsführer des VNZV war und ich beim NDR als Hörfunkchef tätig war. Er hat mir wertvolle Ratschläge gegeben, hatte einen feinsinnigen Geist und wenn ich ihn in seinem Büro besuchte, immer einen leckeren Tropfen im Kühlschrank. Zwei Menschen, die uns nicht wegen Corona verlassen haben und an die wir gerne weiter denken sollten. So leben sie weiter …

Munter erlebt unser Ehrenpräsident Rolf Zick seine Kur in Bad Füssing. Wir hatten uns doch Sorgen gemacht, dass der Artikel in der HAZ ihn tief verletzt. Er war auch sehr betroffen. Zu Recht, wie ich meine. Ich wurde am Tag vor der Veröffentlichung zu dieser Angelegenheit von dem Redakteur angerufen, nachdem der mich bereits am Mittwoch darauf aufmerksam machte, er könne mir zwar noch nicht sagen, um was es geht, aber ob er mich am Freitag erreichen kann. Ich war in Berlin, als ich dann am späten Nachmittag mit ihm sprach. Auf meine Frage, ob es wirklich nötig sei, dass er diesen Artikel schreibt, meinte er, wenn er das nicht tut, würde ein anderer das machen. Sein Chefredakteur war im Urlaub, der Stellvertreter war nicht zu erreichen. Gerne hätte ich ihm meine Gedanken mitgeteilt.

Für mich stellen sich einige Fragen: Wie kommt der Autor dazu, unseren Presse Club Hannover als einen „Verein von teils prominenten Privatpersonen“ zu bezeichnen? Wer ist dieser sogenannte Historiker Wäldner? Was qualifiziert ihn dazu, eine derartige Recherche in die HAZ bringen zu können? Im Internet habe ich über ihn gefunden, er sei ein “Künstler in Schaffenspause“. Viel mehr konnte ich nicht herausfinden. Auf den ersten Blick wirkt es so, als ob er eine gescheiterte Existenz ist, der mal so richtig auf sich aufmerksam machen wollte. Was zeichnet ihn dafür aus, dass man ihm dazu die Gelegenheit gab? Warum hat er nicht selbst mit Rolf Zick gesprochen? Ihnen fallen sicherlich auch noch Fragen hierzu ein.

Nach der Lektüre des Artikels, den ich zugemailt bekam  – ich habe die HAZ nicht mehr abonniert –  telefonierte ich mit Rolf Zick, versicherte ihn meiner Freundschaft. Er sandte mir daraufhin diese Mail zu.

Es ist beeindruckend, was Rolf Zick erlebt hat. Überzeugt davon bin ich, dass er volles Verständnis dafür hat, dass ihm zunächst einmal Fragen gestellt werden, wenn er in der Mitgliederliste der Nazis erscheint. Diese Nachfragen sind selbstverständlich. Warum hat der „Historiker“ sich offenbar gar nicht die Mühe gemacht, mit Rolf zu sprechen? Hier sind eine ganze Reihe von Mails eingegangen, die wir an Rolf Zick weitergleitet haben. Es hat ihm gutgetan zu wissen, welche Solidarität ihm entgegengebracht wird.

Was den LeibnizRingHannover angeht: Die Vorbereitungen laufen. 14 Goldschmiede beteiligen sich an dem Wettbewerb. Die Jury steht. Am 29. September wird der LeibnizRingHannover gekürt. Die Ringprämierung soll am Dienstag, 13.10.2020 sein. Falls Sie dabei sein wollen, geben Sie bitte schon jetzt Bescheid, damit wir dann entsprechend große Räumlichkeiten auswählen können.

„L‘état c’est moi!“ Ludwig XIV, französischer Sonnenkönig, hat das von sich gesagt. „Ich bin der Staat!“. Das glaubt auch wohl Donald Trump von sich sagen zu können. Nachdem er Präsident wurde, bereitet er nun sein Land darauf vor, dass, egal wie die Wahlen ausgehen, er weiter im Amt bleiben wird. Wenn man die Nachrichten verfolgt, die vom republikanischen Parteitag zu hören und zu lesen sind, dann kann man feststellen, wie „der König“ seine Familienmitglieder, die keine politischen Qualifikationen nachweisen können, dort als wichtige Repräsentanten seiner Macht präsentiert. In Amerika gehen die Uhren anders als hier: Biden hat die Wahl noch nicht gewonnen …

Ob Lukaschenka die Macht verliert, das ist auch ganz offen. Hier kommt es darauf an, ob seine „Prätorianer“ zu ihm halten. In Libyen und Rumänien ist das nicht geschehen. In Peking und Syrien hat das Volk verloren …

Gewinnen will unsere Landeshauptstadt den Kampf um die Kulturhauptstadt Europa 2025. Unser Oberbürgermeister Belit Onay hat nun persönlich die Verantwortung für die Bewerbung übernommen. Schau’n wir mal – sagt man in Bayern.

Die Sonne scheint, der Himmel lacht. Genießen Sie den Sommer! (Das habe ich auch gerade Valentin Schmidt gewünscht, dem Kuratoriumsvorsitzenden der Sir-Greene-Stiftung, der gerade hier hereingeschneit kam …)

Herzlich grüßt und: Munter bleiben!
Ihr Jürgen Köster

 

04.08.2020
Über den Wolken

Liebe Mitglieder und Gäste des Presse Club Hannover,

aus Bayern zurückgekehrt (1.400 km Air-Asphalt ohne Staus) schaue ich aus dem Fenster und sehe den hannoverschen weiß-blauen Himmel. Auf der Brüstung des VGH-Gebäudes sitzt eine Taube – jetzt nicht mehr. „Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein…“ Daran muss ich denken. Corona, Virus, Söder nach Berlin oder nicht nach Berlin, das kann man dort alles unter sich lassen.

Aber irgendwann hat man wieder Boden unter den Füßen, dann wird einem bewusst, dass es leider stimmt: Die Urlauber bringen das Virus mit. Die Zahl der Infizierten ist in Hannover von 15 inzwischen wieder im dreistelligen Bereich. In Berlin wurde zügellos demonstriert und jetzt haben wir eine politische Diskussion darüber, wie man es in diesen Corona-Zeiten mit dem Grundrecht der Demonstrationsfreiheit zu halten hat. Die Welt ist verrückt!

Gestern war die Trauerfeier für Hans-Jochen Vogel. Ihn zeichneten wir zusammen mit seinem Bruder Bernhard 2007 mit dem LeibnizRingHannover aus. Wer damals bei der Verleihung dabei war, wird sich bestimmt noch an die sehr persönliche Laudatio des Bundestagspräsidenten Lammert erinnern und wie dann die beiden zusammen eine bemerkenswerte Rede hielten. Hans-Jochen Vogel wurde jedes Jahr von uns zur Ringverleihung eingeladen. Er meinte: „Dieses Jahr kann ich nicht, nächstes Jahr bin ich dabei.“ Daraus wird nichts mehr.

Denken Sie daran, wenn Sie Verabredungen in die Zukunft vertagen und dann „später“ sagen. Monica Morell hat dieses Thema besungen:

„Später, wann ist das, habe ich ihn gefragt.
Er hat nur gelacht und hat „später“ gesagt.
Nun habe ich es in der Zeitung gelesen:
Später, das ist für ihn gestern gewesen.
Später – das ist zu spät gewesen.“

Wir werden Bernhard Vogel darauf hinweisen und ihn bitten, dass „später“ dieses Jahr ist und er anders als sein Bruder dann dabei sein kann – beim LeibnizRingHannover 2020.

Wir wissen immer noch nicht, wann das sein wird, aber Sie werden auf jeden Fall eingeladen. Sagen Sie dann zu und sagen Sie nicht „später“.

„Über den Wolken“ – da ist man in der Regel mit dem Flugzeug unterwegs. Flugzeuge und Schiffe haben eins gemeinsam, die Reisenden bilden eine Gefahrengemeinschaft. Sie wollen gemeinsam ein Ziel erreichen. Gesund und munter ankommen. Die Nachfrage nach diesen Reisen hat gewaltig abgenommen. Kreuzfahrtschiffe liegen auf Reede, Jets stehen in Parkreihen auf den Flughäfen. Um die Kosten so niedrig wie möglich zu halten, werden die Flieger möglichst bis auf den letzten Platz besetzt.

Die globalen Zahlen zeigen, dass die Pandemie leider noch in vollem Gange ist. Deshalb: Bleiben Sie zu Hause, wenn Sie es können, oder treffen Sie sich draußen. Halten Sie Abstand, auch wenn es schwerfällt!

Der Tagesspiegel: „Das Virus führt uns vor, dass die Trennung zwischen einzelnen Menschen genauso fiktiv ist wie die Trennung zwischen Körper und Welt. Wir „betreten“ die Welt mit unseren Füßen, „begreifen“ sie mit unseren Händen, „besprechen“ sie mit unseren Mündern. Deswegen ist der richtige Umgang mit dem Virus zwangsläufig unnatürlich. Aber auch wenn die Krankheit einen selbst nicht schlimm trifft: Wer will schon dafür verantwortlich sein, dass der Opa, die Kollegin mit Vorerkrankung oder der befreundete Asthmatiker stirbt? Hände, Nase, Augen, Mund: Für SARS-CoV-2 sind Menschen offene Wunden, die darauf warten, infiziert zu werden. Manche Menschen können sich das nicht leisten.“

In diesem Sinne: Munter bleiben!
Ihr Jürgen Köster

 

28.07.2020
Auch Lärm macht krank!

Liebe Mitglieder und Gäste des Presse Club Hannover,

ja, Corona ist eine Gefahr. Für jeden von uns. Urlauber kommen zurück nach Hause und bringen ein gefährliches Souvenir mit. Anders als beim Lotto, wo wir immer hoffen: „Ich habe einen 6er!“ glauben wir beim Virus: „Das wird mich nicht treffen!“

Anders ist es beim Lärm. Der erwischt jeden von uns. Ist es Ihnen aufgefallen, dass schon jetzt die Laubbläser aktiv sind? Ich habe einen Nachbarn, der hat einen Rasen. Können Sie sich vorstellen, dass der sogar Sonntagmittag seinen Rasen mäht? Ich habe ihn schon einmal darauf hingewiesen -  aber das hat er wohl vergessen … Lärm kann also auch Ärger erzeugen und das ist nicht gesund.

Die Hörgeräte-Industrie gibt viel Geld dafür aus, dass Schwerhörige wieder hören können. Warum gibt es keine Initiative, die dafür sorgt, dass die, die gut hören können, nicht durch Lärm krank werden? Am schlimmsten sind für mich die Motorradfahrer, die dann auch noch nachts zeigen müssen, was ihre Maschinen leisten können. Was halten Sie davon, wenn Menschen ausgezeichnet werden, die erfolgreich dafür sorgen, dass Lärmverursacher (Mensch und Maschine) keinen Lärm mehr machen? Das wäre doch ein schöner Beitrag für unser Leben.

Einen schönen Beitrag für sein Leben hat auch Bernd Osterloh, Betriebsratschef von Volkswagen – einem Werk, das zu 20 Prozent den niedersächsischen Bürgern gehört –  erhalten. Zwischen 2011 und 2016 soll er ungerechtfertigte Vergütungen in Höhe von 3,125 Millionen Euro kassiert haben. Das Landgericht Braunschweig hat jetzt ein Hauptverfahren wegen des Verdachts der Untreue bzw. der Untreue im besonders schweren Fall gegen VW-Manager eröffnet. Ob das Zubrot an Herrn Osterloh wohl weiter bezahlt wird? Über diese Sache kann man sich auch ärgern …

Ärgerlich ist auch, dass wir bis jetzt noch keinen Termin für unsere Mitgliederversammlung festlegen konnten. Es sind ja Vorstandswahlen notwendig und Sie müssen dann dem amtierenden Vorstand ihr Zeugnis ausstellen. Es stellt sich auch die Frage, wo wir in Zukunft unsere Dienstagabend-Treffen stattfinden lassen. Unser Clubraum ist dafür zu klein, wenn Sie kommen wollen. Haben Sie Vorschläge, wie wir mit dieser Frage umgehen sollen?

„Sacré-Coeur“? „Notre-Dame“? Auf diese Fragen gibt es nur eine richtige Antwort. Trotzdem wird hier darauf hingewiesen, dass wir im letzten Rundbrief die falsche Kirche abbrennen ließen. Gott sei Dank steht das „Heilige Herz“ weiter unverletzt in Paris.

Mallorca? Oder Bayern? Für mich gibt es hier auch nur eine richtige Antwort. 700 km Air-Asphalt. Ich freue mich darauf!

Herzlich grüßt und: Munter bleiben!
Ihr Jürgen Köster

 

21.07.2020
Blinde Kuh!

Liebe Mitglieder und Gäste des Presse Club Hannover,

die Corona-Masken sollen über Mund und Nase getragen werden. Wenn man sie weiter hochzieht, dann sind auch die Augen geschützt. Blinde Kuh! Man sieht dann nichts. Und wenn man etwas nicht sieht, dann macht man sich auch keine Gedanken über das, was man sonst sieht, z.B. Kirchen. Sie sind Mittelpunkt von Dörfern und Städten. Nun verlieren die christlichen Glaubensgemeinschaften dramatisch an Mitgliedern. Das sorgt für Schwierigkeiten, die Sakralbauten in Schuss zu halten. Es ist kein Einzelfall, dass Kirchen an Investoren verkauft werden. Wenn man die Maske dann wieder von den Augen runterzieht und feststellt, dass der Mittelpunkt eines Gemeinwesens nicht mehr da ist oder nicht mehr seine Aufgabe hat – ja was ist dann?

In Paris brannte Sacré-Coeur. Weltweite Aufregung und Bereitschaft zu großzügigen Spenden. In Nantes stand die Kathedrale in Flammen. Der französische Ministerpräsident ließ alles liegen und reiste vor Ort. Solche Unglücke beweisen, dass Kirchen auch heute noch eine Bedeutung haben, die weit über den Gottesdienst hinausgeht. Sind wir uns eigentlich bewusst, was wir an unserer Marktkirche haben? Wir gehen in die Markthalle, kaufen ein und genießen einen Imbiss. Die Marktkirche ist in Sichtweite. Wann waren Sie das letzte Mal dort?

Haben Sie auch aufgeatmet, als Sie heute Morgen hörten, dass man sich doch noch auf dem EU-Gipfel geeinigt hat? Hut ab vor den Politikern, denen bewusst war, was hier auf dem Spiel stand. Viel Geld wird jetzt in Bewegung gesetzt. Viel Geld, dass auch unserer exportorientierten Wirtschaft sehr helfen wird. Bravo, Frau Merkel! (Sie sah ja heute Morgen doch sehr erschöpft aus. Kein Wunder …)

Der amerikanische Präsident hat von Putin gelernt. Auch er setzt jetzt „grüne Männchen“ ein, die Protestanten festnehmen und in Fahrzeugen, die kein Kennzeichen haben, irgendwohin entführen. Hier wird gegen jede Rechtsstaatlichkeit verstoßen. „Amerika – das Land der unbegrenzten Möglichkeiten“. Dieser Satz, der vielen Menschen so viel Hoffnung gegeben hat, wird von Donald Trump ganz neu interpretiert. Das hätte sich so selbst Walt Disney, der Erfinder von Donald Duck, nicht einfallen lassen. Wundert es Sie da, dass jetzt ein Rapper Präsidentschaftskandidat werden will?

Es ist warm, die Sonne scheint, weiß-blauer Himmel. Sie brauchen nicht zu verreisen. Sie können sich auch in Hannover erholen. Tun Sie das!

Herzlich grüßt und: Munter bleiben!
Ihr Jürgen Köster

 

16.07.2020
Das Leben ist schön!

Liebe Mitglieder und Gäste des Presse Club Hannover,

„Das Leben ist schön!“, das wird Prinz Ernst August von Hannover heute ganz bestimmt nicht sagen. Da sich unser Presseclub ja insbesondere um Hannover kümmert, ist schon interessant, was sich in Oberösterreich ereignet hat: Der Prinz behauptet, man habe ihn ermorden wollen und er sei von zwei Polizisten geschlagen worden. Die Polizei dagegen stellt das anders dar: Polizisten seien von dem Prinzen geschlagen worden, er habe sie mit dem Tode bedroht. Daraufhin ist er in die Psychiatrie eingewiesen worden. Die Staatsanwaltschaft legt „unserem“ Hannoveraner gefährliche Drohungen, schwere Körperverletzung und versuchten Widerstand gegen die Staatsgewalt zur Last. Diese Angelegenheit wird nicht nur die Yellow Press weiter verfolgen.

„Das Leben ist schön!“, trotz fehlendem Sonnenschein und kühler Nässe. Das nervt zwar ein bisschen, aber wenn man so verwöhnt wird wie wir im TUS Vinnhorst am vergangenen Dienstag, dann kommt man doch zu dem obigen Urteil. Gulaschsuppe, Würstchen, Steaks und Spanferkel sorgten für viel Freude. Feine Weine und leckeres Bier veranlassten einige, zwei Taxifahrer zu bestellen. Der Führerschein ist doch ein wertvolles Gut …

Martin Weiß, unser Gastgeber, hatte auch die Band „Anca & Ossi featuring Klaus“ engagiert. Die sorgten für prächtige Stimmung mit ihrer fantastischen Rockmusik. Für entfernter wohnende Menschen wurde die allerdings als Lärm empfunden. Um 22:05 Uhr stand die Polizei auf der Matte und sorgte für Einhaltung der Lärmvorschriften. Es zeigte sich dann: Die Band kann auch leiser …

Ganz herzlichen Dank für einen wunderbaren Abend an unser Fördermitglied und Gastgeber Martin Weiß, den Gründer der ZAG.

„Das Leben ist schön!“, das sagt Karin Lahmann, die von Föhr zurückgekommen ist. Dort gab es keine Partys wie am Ballermann und keine Vorschriften zum Tragen von Masken – außer beim Einkaufen.

Wir alle sollten uns Gedanken darüber machen, wohin wir reisen und ob wir anschließend unbekümmert nach Hannover zurückkommen können. Hier ist die Zahl der Infizierten auf 16 gesunken. Das macht Mut für die Zahl 0 in naher Zukunft. Aber nur, wenn keine Verrückten aus dem Ausland unerwünschte Souvenirs mitbringen. Darum prüfen Sie, wo Sie dieses Jahr in unserem schönen Land sich erholen wollen. Ich habe da einen Vorschlag…

Und wenn wir schon dort sind: „Das Leben ist schön!“, das haben sich sicher Angela Merkel und Markus Söder, als sie sich am Chiemsee getroffen haben, auch gesagt. Kutschfahrt, Fahrt mit dem Dampfer, hochherrschaftliches Treffen im Schlosssaal, Applaus und Winken von den Bürgern. Davon träumen Politiker, hier wurde es Realität. Natürlich wird jetzt gleich gemunkelt: „Merkel stellt ihren Nachfolger vor“. Dabei wird folgendes vergessen: Der CDU-Vorsitzende hat es in der Hand, wer Kanzler wird. Und Markus Söder wird dies bestimmt nicht sein (der Vorsitzende natürlich). In der ausländischen Presse wird vermutet, dass Frau Merkel doch noch einmal antreten wird. Wie sagte ein bekannter Politiker: „Was geht mich mein Geschwätz von gestern an!“

„Das Leben ist schön!“, das habe auch ich gesagt, als ich heute in unseren Presseclub kam. Keine unangenehme Post, zwei Menschen, die Mitglieder werden wollen und eine gut erholte Karin Lahmann. Ja, „das Leben ist schön!“

Herzlich grüßt und: Munter bleiben!
Ihr Jürgen Köster

 

07.07.2020
Absage Biergarten heute Abend – Prosit auf unser Leben!

Liebe Mitglieder und Gäste des Presse Club Hannover,

wir sind heute verabredet im Biergarten der Burg Königsworth. Über 50 Mitglieder und Gäste haben sich angemeldet und freuen sich darauf, miteinander kommunizieren zu können. Auch ich sitze sehr gerne mit Frau Lahmann zusammen und schreibe Ihnen diese Zeilen. Aber Sie können sich denken, dass wir auch glücklich sind, Sie endlich wieder zu sehen.

„Prosit auf unser Leben!“  Das wollte ich Ihnen heute Abend zurufen. Doch zwischenzeitlich sind hier viele Anrufe eingegangen. Tenor: Für den Biergarten ist es viel zu kalt und nach drinnen wollen wir nicht. „Drinnen“ ist absolut nicht vorgesehen, „draußen“ ist die Temperatur wirklich so, dass man sich fragen kann: Muss ich mir das antun? Und wenn man ganz ehrlich ist – das ist kein Biergartenwetter. Also: Absage unseres heutigen Treffens!

Schade, sagen nicht nur wir beide hier im Club, sondern sicher werden Sie das auch denken. Doch das Nordseewetter, das uns hier gerade erfreut und dafür sorgt, dass wenigstens die Flora sich freut, wird vorbeigehen. Und dann verabreden wir uns neu.

Nicht vorbeigehen wird Corona. Es ist wirklich erstaunlich, wie wir hier in der Hannover Region inzwischen weniger als 40 Infizierte verzeichnet haben. Das lässt aufatmen und hoffen. Aber keine Infizierten heißt noch lange nicht: kein Virus. Darum ist es für mich unverständlich, dass es eine Diskussion darüber gibt, Masken tragen oder nicht tragen. Es mag zwar unbequem sein. Aber es tut nicht weh und vor allem, die Maske schützt.

Hier im Club geht die Arbeit natürlich weiter. Die Vorbereitungen für den LeibnizRingHannover – wann immer er auch stattfindet – laufen. 11 Goldschmiede haben sich angemeldet und werden ihren Ring einreichen. Es ist ja doch erstaunlich, dass diese Künstler sich trotz Corona die Zeit nehmen und ihr Geld investieren. Erstaunlich ist es auch, dass wir jetzt auch Anfragen haben um Mitgliedschaft in unserem Club. Das tut natürlich gut.

Die CDU-Vorsitzende Kramp-Karrenbauer hat sich heute dafür eingesetzt, dass in ihrer Partei die maßgeblichen Positionen paritätisch besetzt werden. Eigentlich weiß die CDU ja, wie man Frauen an die Macht bringt: EU-Ratspräsidentin von der Leyen, Bundeskanzlerin Merkel, Parteivorsitzende Kramp-Karrenbauer. Das ist Frauenpower!

„Prosit auf unser Leben!“, das rufe ich Ihnen zu und wünsche Ihnen bei einem guten Getränk einen angenehmen Abend – leider heute nicht im Biergarten.

Noch etwas ganz Persönliches: Nehmen Sie die Anfangsbuchstaben des Trinkspruchs. Seit 10 Tagen bin ich Großvater von ihm …

Herzlich grüßt und: Munter bleiben!
Ihr Jürgen Köster

 

30.06.2020
Prost Neujahr!

Liebe Mitglieder und Gäste des Presse Club Hannover,

wo ist das letzte halbe Jahr geblieben? Heute in sechs Monaten feiern wir Silvester und dann beginnt 2021. Es liegen sechs Monate voller Herausforderungen vor uns. Da denke ich an das Lied, das schon vor Corona ein Hit war: “Muss nur noch kurz die Welt retten …“ So einen bräuchten wir, der das nicht nur singt, sondern auch wirklich macht!

Es ist doch zum Verzweifeln, wenn man sieht, wie durch Unvernunft oder Gewinnsucht Häuserblocks, Stadtteile und ganze Landkreise auf einmal wieder heruntergefahren werden. Wie wegen der Wirtschaft und des Wahlkampfs Gesichtsmasken zum Stigma erklärt werden, und die Zahl der Infizierten sowie der Toten ungeahnte Größen erreicht.

Hier beginnt nun bald die Ferienzeit. Die anderen Bundesländer, die schon im Urlaub sind, haben vorgeführt, dass es keine Verhältnisse wie an den englischen Küsten oder in Florida geben muss. Wenn wir weiter so vernünftig agieren, dann kommen wir vielleicht noch glimpflich davon und können in sechs Monaten rufen: „Prost Neujahr!“

Bis dahin gibt es aber noch viel zu tun. „Wo sind die Manager oder Macher in dieser Stadt, die sich nicht nur auf die Hilfen des Staates verlassen und ständig nach staatlicher Unterstützung (möglichst ohne Rückzahlung) rufen? Es gab mal Zeiten in Hannover, da hatten wir Männer an der Spitze der Verwaltung, in Unternehmen und Verbänden, die  in der Krise das Heft selbst in die Hand nahmen und der Politik Vorschläge machten, wie man aus diesem Dilemma wieder herauskommt … Wir brauchen wieder mehr Manager und Macher, die mit positiven Gedanken ans Werk gehen und der Politik zeigen, wie es gehen könnte … Ist es nicht einen Versuch wert?“ Diese Frage von unserem Mitglied Hans-Joachim Zwingmann gebe ich gerne an Sie weiter. Wer ist bereit, konstruktive sowie zielorientierte Vorschläge zu machen, um die Misere zu meistern? Unser Presse Club Hannover ist eine gute Anlaufstelle und bereit mitzumachen.

Es wird kein „Jazzfest“ vor dem Rathaus geben, der Sommer ist ohne Maschseefest – aber Sie haben es in der Hand, dass Sie etwas erleben. Wir brauchen keine organisierten Feiern, sondern unsere Kreativität, um nicht nur zu überleben – sondern um zu leben! Das kann sogar eine Erinnerungsfeier sein, wie die am vergangenen Samstag für unseren verstorbenen Freund Fritz Oehler. Sein Sohn hatte für eine Matinée im Park gesorgt. Auch wenn der Tod der Anlass für das Zusammenkommen war, so war das Treffen ein kleines Fest. Gut so!

Nicht gut ist es, wenn es Ihnen egal ist, woher das Fleisch kommt, das Sie einkaufen und möglicherweise selbst essen. Eins kann ich Ihnen versprechen: „Tönnies und Wiesenhof“ werden Ihnen nicht angeboten, wenn wir uns am kommenden Dienstag im Biergarten treffen. Heiko Randermann, der jetzt bei der HAZ Reportage-Chef ist, hat am Samstag einen Artikel über ihn geschrieben, den Biergarten in der Burg Königsworth, Königsworther Straße 27. Ab 19:00 Uhr treffen wir uns dort.

Der Chef des Hauses, Johannes Lühmann, ist bereit, zum Thema „Gastronomie in der Krise – und wie man sich helfen kann“, zu reden. Das erste Getränk geht auf unsere Kosten. Es gibt auch kleine leckere Speisen, die wirklich gut schmecken…Das Ganze findet natürlich nur bei schönem Wetter statt und dann sind Sie ganz herzlich zum „Sommertreff im Biergarten“ eingeladen.

Damit wir planen können, geben Sie uns bitte per E-Mail bis Freitag, 14:00 Uhr Bescheid. Wir werden dann nicht auf das neue Jahr anstoßen, sondern darauf, dass wir uns gesund und munter wiedersehen. Prosit!

Darauf freut sich
Ihr Jürgen Köster

 

23.06.2020
Wir haben Sehnsucht ...

Liebe Mitglieder und Gäste des Presse Club Hannover,

wir sind ein Presseclub, deshalb interessiert es uns natürlich besonders, was sich in den Medien tut. Viele von uns werden täglich – noch – ihre Tageszeitung in die Hand nehmen. Andere lesen die Nachrichten auf ihrem Smartphone oder Laptop. Das hat natürlich Auswirkungen auf die gedruckten Ausgaben. Im Jahr 1991 betrug die Gesamtauflage der Tageszeitungen noch 27,3 Millionen Exemplare, 2019 waren es nur noch 13,5 Millionen. Die Gesamtauflage hat sich also mehr als halbiert. Was das für die jeweiligen Verlage bedeutet, können Sie sich denken.

Da ist ein Verlag natürlich froh, wenn er bundesweite Schlagzeilen macht, die möglicherweise dazu führen können, dass sich der Leserkreis vergrößert. Ob das der Grund war, dass die taz (Tageszeitung, Auflage: Montag–Samstag 42.454, Auflage Bildzeitung: 1,305 Mio, Süddeutsche Zeitung: 248.523) in einer „Satire“ unsere Polizei aufs Korn nahm und sie auf einem Abfallhaufen entsorgte. Auf jeden Fall sah sich Bundesinnenminister Seehofer veranlasst, der verantwortlichen Redakteurin zu drohen, sie strafrechtlich zu verfolgen. Das wiederum sorgte für ein bundesweites Aufheulen: Man verweist auf das Grundgesetz und sieht die Pressefreiheit in Gefahr.

Zur selben Zeit werden die geschmähten Polizisten nicht nur in Stuttgart von Mitbürgern herausgefordert und in Kämpfe verwickelt, die so brutal sind, dass man erschüttert die Fernsehbilder sich anschaut. Da kann ich unserem Mitglied und Polizeipräsidenten Volker Kluwe nur wünschen, dass unserer Stadt solche Ereignisse, die an die Chaostage von früher erinnern, erspart bleiben.

Als Kind habe ich gelernt: Die Polizei, dein Freund und Helfer! Es wird höchste Zeit, alle daran zu erinnern.

Am vergangenen Dienstag hatte ich zum ersten Mal wieder ein Treffen eines Clubs besucht. Die Verantwortlichen hatten in die Marktkirche eingeladen – zu einer Abendandacht. Mit großem Abstand waren die Stühle platziert und man kam sich wirklich nicht zu nahe. Dass dann Ulfert Smidt, der Kantor der Marktkirche, als Vortragsthema einen Orgelorganisten und Komponisten aus dem vergangenen Jahrhundert ausgesucht hat und dessen Werk mit Beispielen, die er auf der großen Orgel vorführte, hörbar machte, war ein besonderes Erlebnis. Wer Lust hatte, ging anschließend gegenüber in die Café Bar Celona, wo Umut Kus, unser geschätztes Mitglied, kleine Köstlichkeiten und feine Getränke servieren ließ. Anders als in unserem Club natürlich gegen Bezahlung. Das hat aber keinem weh getan.

Wir hätten heute eigentlich unsere Mitgliederversammlung. Sehr bedauere ich, dass wir uns nicht treffen können. Unser Presseclub lebt vom Kontakt – auch wenn der Verursacher eines Treffens selbst nicht mehr dabei sein kann. Fritz Oehler, unser langjähriges Mitglied, ist Anlass für eine Gedenkveranstaltung am kommenden Samstag. Sein Sohn Jochen hat zu einer Erinnerungsmatinée eingeladen. Sehr freue ich mich, dass sich hierzu eine Reihe unserer Mitglieder angemeldet hat.

Aber es sollte nicht ein Todesfall sein, der für uns Anlass ist, sich wieder einmal zu sehen. Bitte prüfen Sie doch, ob Sie am 7. Juli Zeit haben zu einem abendlichen Treffen in einem Biergarten mitten in der Stadt, der dann nur für uns geöffnet sein wird. Haben Sie daran Interesse?

Mit Frau Lahmann werde ich jetzt dorthin fahren und vor Ort die Einzelheiten besprechen. Wir beide sehnen uns nach Ihnen …

Herzlich grüßt und: Munter bleiben!
Ihr Jürgen Köster

 

16.06.2020
Post aus Ihrem Presseclub

Liebe Mitglieder und Gäste des Presse Club Hannover,

Sie haben es bereits letzten Dienstag erfahren, die Weltöffentlichkeit wird es heute erfahren: Heute geht unsere Pressemeldung an die Medien mit dem Preisträger des LeibnizRingHannover 2020. Ganz herzlich möchte ich mich für Ihre so positiven Mails bedanken. Sie geben dem Kuratorium und dem Vorstand das gute Gefühl, dass hier richtig entschieden wurde. Und so sieht die Pressemeldung aus:

Das Kuratorium LeibnizRingHannover verleiht den diesjährigen LeibnizRingHannover an Rolf ZickDas Kuratorium begründet seine Entscheidung folgendermaßen:

In diesem „Corona“-Jahr hat das Kuratorium LeibnizRingHannover sich intensiv Gedanken darüber gemacht, ob der Preis vergeben werden soll. Wer soll ausgezeichnet werden, wenn alle auf das Virus schauen, das die Welt verändert hat? Schließlich hat das Kuratorium für eine Persönlichkeit votiert, die nach dem 1. Weltkrieg geboren, vom 2. Weltkrieg geprägt wurde und dann sein Leben so gelebt hat, dass sie jetzt Vorbild ist:

Rolf Zick, Journalist und Ehrenpräsident des Presse Club Hannover

Er wurde im sibirischen Kriegsgefangenenlager zu medizinischen Versuchen missbraucht. Dann – nach langer Rehabilitation wieder zu Hause – begann Rolf Zick seine journalistische Laufbahn. Erst Lokalreporter in Göttingen, dann Landespolitik in Hannover. Dabei begleitete er journalistisch alle niedersächsischen Ministerpräsidenten, einen Bundeskanzler, zwei Bundespräsidenten und die amtierende Präsidentin der Europäischen Kommission.

Rolf Zick ist Mitbegründer der Landespressekonferenz, die Vorbild für die Bundespressekonferenz war. Er gründete erfolgreich einen politischen Pressedienst und war dort Jahrzehnte als Chefredakteur und Herausgeber tätig. Rolf Zick ist unbestechlich, geht den Dingen auf den Grund und fühlt sich immer der Wahrheit verpflichtet. So wurde er Nestor nicht nur des niedersächsischen Journalismus. Er ist auch Buchautor. Selbst heute geht er dieser Tätigkeit noch nach. Er gehört zu den Mitgründern des Presse Club Hannover, der seit 1997 den LeibnizRingHannover verleiht. Rolf Zick, der im nächsten Jahr seinen 100. Geburtstag feiert, gesund, munter und sehr fit ist, ist eine Reporterlegende und eine außergewöhnliche Persönlichkeit. Sein Lebenswerk ist nicht nur für Journalisten ein Vorbild. Er ist auch ein Held für vorbildliches Altern.

Das Datum der Verleihung wird coronabedingt erst kurzfristig bekannt gegeben.

Haben Sie schon mal etwas von dem fliegenden Spagettimonster gehört? Ich war völlig überrascht, als mir in Bayern erzählt wurde, dass es eine „Kirche des fliegenden Spagettimonsters“ gibt. Eine Berliner Journalistin wusste darüber Bescheid, weil dieses „Kirche“ beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte Beschwerde eingelegt hat. Sie wollte Schilder für ihre „Nudelmesse“ an den Ortseingängen aufstellen. Dafür erhielt sie keine Erlaubnis. Wenn Sie im Internet nachschauen, werden Sie sich wundern, was es so alles gibt. Die Anhänger nennen sich „Pastafaris“.

So eine Geschichte lenkt dann doch einmal vom Virus ab. Obwohl, zu viel wollen wir uns nicht ablenken lassen. Ab heute gibt es nämlich die Corona-App. Und da sollte sich jeder von uns überlegen, ob diese nicht auf das Smartphone geladen wird. Frau Lahmann, die glücklich ist, dass unser Computer wieder funktioniert, wird das machen und ich auch.

Eine ganze Weile war ich u.a. Geschäftsführer eines Radiosenders in Rheinland-Pfalz. Hier spielt die Präsenz der amerikanischen Soldaten eine große Rolle. Häuslebauer planen ihre Gebäude so, dass USA-Personal dort einziehen kann und so für die Finanzierung mit sorgt.

Für uns ist der Abzug von über 10.000 Amerikanern kein großes Thema. 400 km entfernt sieht das ganz anders aus. Und das hat nichts mit Weltpolitik zu tun, sondern mit dem ganz persönlichen Haushalt. Der 1. FC Kaiserslautern, das Idol für diese Region, geht gerade pleite und jetzt ist die Angst groß, dass es einen selber treffen kann.

Am 24. Juni ist Johannistag. Das ist der Tag, an dem offiziell kein Spargel mehr gestochen wird. Sie wissen schon, was jetzt kommt: Ich gehe jetzt in die Markthalle und kaufe Spargel – heute mit Schnitzel.

Herzlich grüßt und: Munter bleiben!
Ihr Jürgen Köster

 

02.06.2020
Von Eichhörnchen und hamstern ...

Liebe Mitglieder und Gäste des Presse Club Hannover,

in unserem Garten steht ein Walnussbaum. Der trägt im Herbst prächtige Früchte, von denen wir nichts haben. „Unsere“ Eichhörnchen räumen den Baum leer und verschwinden mit den Nüssen nach irgendwo. Einige werden auch in unserem Garten verbuddelt. Im Winter finden die Tiere dann ihr Vorratslager und ernähren sich von dem, was sie für Notzeiten versteckt haben. Während des Kalten Krieges forderte die Bundesregierung die Bevölkerung auf, Vorräte anzulegen für schlechte Zeiten. Das hieß: „Aktion Eichhörnchen“. Sicher erinnern sich noch einige daran.

Hamster hatten wir, als die Kinder noch klein waren. Das waren Goldhamster und die waren äußerst putzig. Die kleinen Tierchen zeichneten sich dadurch aus, dass sie Backentaschen haben, in denen sie große Mengen kleiner Nahrungsteile zu ihrem Bau tragen.

Jetzt können Sie sich schon denken, worauf ich hinaus will: Zu Beginn der Corona-Krise verbreitete sich ganz schnell die Angst, dass wichtige Lebens- und Bedarfsartikel bald ausverkauft seien. Hefe, Mehl, Nudeln und Toilettenpapier waren die begehrtesten Artikel und wirklich – die Regale waren bald leer. Erinnern Sie sich noch daran? Warum schreibe ich Ihnen das? Gestern las ich in der Bildzeitung einen großen Artikel darüber, was man alles mit dem zu viel gekauften Mehl machen kann, u.a. Leim und auch gebrauchte Spielkarten säubern …

Toilettenpapier, von denen wohl manche glaubten, dass es zu einem Wertpapier würde, ist heute keine Mangelware. Haben Sie auch von dem Mann gelesen, der über 150.000 Rollen kaufte und diese jetzt wieder zurückgeben wollte? Natürlich hatte er keinen Erfolg mit seinem Wunsch. Aber im Gegensatz zu einem wertlosen Wertpapier, kann er dieses Papier weiterverwenden!

Was lehrt uns das? Dass „Hamstern“ orientiert sich nicht an dem tatsächlichen Bedarf. „Vorratshaltung“ wie die des Eichhörnchens trägt Früchte. Und das sogar im wahrsten Sinne des Wortes: Die Nüsse, die das Eichhörnchen nicht verspeist hat, treiben und kommen als kleine Bäume im Frühling ans Tageslicht.

In unserem Presseclub habe ich heute Morgen nicht nur Frau Lahmann, sondern den Kuratoriumsvorsitzenden Valentin Schmidt und den Vorstandsvorsitzenden Hartmuth Schulz unserer Sir-Greene-Stiftung angetroffen. „Abstand halten!“ war unsere Begrüßung. Die beiden waren hier, um die Urkunden für die diesjährigen Stipendien-Gewinner zu unterschreiben. Valentin Schmidt fragte mich, wie es denn dieses Jahr mit dem LeibnizRingHannover sei. Am liebsten hätte ich gesagt: Gute Frage, nächste Frage. Aber er hat ja recht. Wie wollen wir dieses Jahr mit dieser herausragenden Auszeichnung umgehen? Bis nächste Woche Dienstag wird es eine Antwort geben. Versprochen!

Natürlich machen wir uns auch Gedanken darüber, wie unser Clubleben in Zukunft gestaltet werden soll. Im Veranstaltungsausschuss wird heftig diskutiert darüber. Es gibt einige, die meinen, wir sollten Videokonferenzen anbieten. Andere sind der Ansicht, dass unsere Clubleben sich auszeichnet durch den persönlichen Kontakt und den Gedankenaustausch. Von Videokonferenzen nach einem langen Bildschirmtag halten sie nichts. Ihre Meinung ist gefragt!

Gestern telefonierte ich mit einem Freund, der Chef mehrerer Seniorenheime ist. Wir sprachen vom „Leben“ und „Überleben“. Er erzählte mir, dass in einem seiner Heime wegen Coronaverdachts die Bewohner in Quarantäne „gehalten“ wurden. Unter den Betroffenen war eine Dame, die jeden Tag Besuch erhielt und jetzt einsam war. Nach einer Woche verweigerte sie die Nahrungsaufnahme und trank auch nichts mehr. Drei Tage später war sie tot. In der Bibel steht „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein ...“ Jeder von uns hat Geist und Seele. Und wenn die keine Nahrung bekommen, dann …

Nicht an fehlender Nahrung, sondern an einem Herzinfarkt ist am Wochenende Fritz Oehler gestorben. Er ist 85 Jahre alt geworden, war seit 2001 Mitglied in unserem Club und ständiger Besucher unserer Clubabende. Ihm hat Hannover das Leibniz-Denkmal in der Georgstraße zu verdanken, das er initiierte. Fritz Oehler war ein Freund, für den der Universalgelehrte ganz wichtig war und der mir viele gute Hinweise gegeben hat. Schade, dass er nicht mehr hier ist.

Seit dem Wochenende darf man wieder nach Bayern reisen. Das werde ich übermorgen auch tun. Vorher gehe ich aber in die Markthalle und kaufe leckeren niedersächsischen Spargel.

Herzlich grüßt und: Munter bleiben!
Ihr Jürgen Köster

 

26.05.2020
Herr Gilbert lässt grüßen...

Liebe Mitglieder und Gäste des Presse Club Hannover,

vielleicht war Herr Gilbert vor zwanzig Jahren am 1. Juni auch in Hannover. Wenn ja, dann war er sicher dabei, als die Expo 2000 die Tore öffnete. Ich erinnere mich noch, wie ich von Garbsen mit dem Silberpfeil der Üstra zur neuen Endstation fuhr und bei strahlendem Sonnenschein ohne Warteschlange das Ausstellungsgelände betrat.

Schöne Erinnerungen werden wach: Der Schweizer Pavillon, das Holländische Etagenhaus, das heute als Relikt auf dem Gelände steht und immer noch nach einer neuen Verwendung sucht, und vieles mehr. Erst als die EXPO zu Ende ging, hatte es sich weltweit herumgesprochen, dass eine Reise nach Hannover sich lohnt. Da war es für viele zu spät. Nicht für uns Hannoveraner, die mit den günstigen Nachmittagstickets F(f)este feiern konnten. Was ist davon geblieben? Eine hervorragende Infrastruktur, eine aufgemöbelte Stadt, die jetzt ein touristischer Anziehungspunkt ist. Glückwunsch!

Gerade hörte ich im Radio, dass unsere Bundesregierung die Reisen in Tourismusziele, auch im Ausland, wieder ermöglichen will.  Das werden unsere Nachbarländer sicher auch tun. In Schweden gibt es helle Aufregung darüber, dass Zypern ein Einreiseverbot für Schweden erlässt. Sie befürchten, dass andere Länder sich diesem Vorbild anschließen.

Schweden ist seinen ganz eigenen Weg mit Corona gegangen. Es ist doch kein Wunder, wenn andere Länder diesen Weg nicht durch ihr Land führen lassen wollen, oder? Herr Gilbert geht an Krücken, darum fährt er lieber …

Hoffentlich nicht in die Türkei. Dort erwartet man dringend deutsche Touristen, die mit dafür sorgen sollen, die desolate Wirtschaftslage dieses wunderbaren Reiselandes zu verbessern. An meine Besuche in Istanbul denke ich gerne zurück und warte schon lange darauf, diese Kulturweltstadt wieder zu besuchen. Aber kann man das empfehlen? „Präsident“ Erdogan hat gerade 90.000 Häftlinge aus den Gefängnissen entlassen. Wegen Corona. Schwerst- und Kleinkriminelle sind jetzt wieder auf freiem Fuß. Politische Gefangene, Abgeordnete, Bürgermeister und Journalisten müssen weiter im Knast bleiben. Und – deswegen werde ich auf keinem Fall in dieses Land reisen – deutsche Touristen und deutsche Journalisten sitzen weiter – auch ohne Urteil – in den Gefängnissen. Vielleicht erinnern Sie sich an Marco aus Uelzen, der damals 247 Tage festgehalten wurde. Er berichtete von überfüllten Gefängnissen und miserablen Haftbedingungen. Damals gab es kein Corona. Besonders für Journalisten ist die Türkei ein gefährliches Pflaster. Wer von Ihnen fährt hin?

Herr Gilbert ist kein Journalist. Er ist hartnäckig und er verfolgt sein Ziel. Seit 2015 kämpfte er um Gerechtigkeit. Er hatte einen VW Sharan gekauft. Gestern urteilte der Bundesgerichtshof: „Im Namen des Volkes“. Und was dann kommt, ist für den Weltkonzern, der sich selbst nicht VW sondern „Volkswagen“ nennt, ein Schlag ins Gesicht. Bis heute ist kein Verantwortlicher, der diesen Betrug, der den Konzern bereits viele, viele Milliarden Euro gekostet hat, gefunden worden. Wir Niedersachsen sind mit 20 % an dem Schaden beteiligt. So groß ist nämlich unser VW-Anteil. Aus diesem Grund sitzen auch zwei Vertreter unseres Landes im Aufsichtsrat: Stephan Weil und Dr. Bend Althusmann.

Fünf Jahre hat Herr Gilbert gebraucht, um eine Schuld bei VW feststellen zu lassen. Der Aufsichtsrat eines Unternehmens hat die Aufgabe, den Vorstand zu beraten, insbesondere aber zu überwachen und zu kontrollieren. Warum musste der BGH aufklären und warum konnte und kann nicht VW intern dieser üblen Angelegenheit auf den Grund gehen?

„Made in Germany“, das war einmal ein Gütezeichen. Der Schaden, der unserer Nation mit den Betrügereien bei Volkswagen entstanden ist, der ist in Euro nicht zu bemessen.  

Es gibt drei Ereignisse im Jahr, die mit doppelten Festtagen aus dem Kalender hervorstechen: „Weihnachten“: Christi Geburt. „Ostern“: Auferstehung Jesu. „Pfingsten“. Wenn man sich dessen bewusst wird, dann erkennt man, welch einen großen Einfluss die christliche Kirche auch heute auf unser Leben hat. So ist es auch nachvollziehbar, dass Menschen sich in einem Bethaus in Frankfurt treffen, alle Schutzmaßnahmen vergessen, gemeinsam singen und sich in den Arm nehmen.

Pfingsten wird die Entsendung des Heiligen Geistes gefeiert. Ich hoffe, dass ganz viele ihn empfangen werden.

„Frohe Pfingsten“ und: Munter bleiben
Ihr Jürgen Köster

 

19.05.2020
Geburtstag hat man nur einmal im Jahr!

Liebe Mitglieder und Gäste des Presse Club Hannover,

mit unserem Ehrenpräsidenten Rolf Zick habe ich kürzlich telefoniert. Er hat sich so über seine Geburtstagspost gefreut. „Da habe ich für die nächste Zeit noch viel Schönes zu lesen.“ Er hat sich ausdrücklich bedankt und mich gebeten, diesen Dank an Sie weiterzugeben.

Frage: Warum soll ein Geburtstagskind, das zu unserem Club gehört, erst Glückwünsche bekommen, wenn es 100 Jahre alt wird? Sicher freut man sich auch über Post von Clubmitgliedern, die am Geburtstag an einen denken. Darum werden Sie in Zukunft monatlich über anstehende Geburtstage informiert.

Heute hat Karin Schwarz ihren Ehrentag. Sie ist seit vielen Jahren Mitglied in unserem Vorstand und mitverantwortlich dafür, dass Sie gerne zum Presseclub gehören. Herzlichen Glückwunsch! Weitere Geburtstage für den Mai/Juni folgen unten.

Belit Onay ist in der Öffentlichkeit zu sehen! Wie schön, dass das letzte Woche keine Ausnahme war. Unser Oberbürgermeister wird gebraucht und seine Bürgerinnen und Bürger freuen sich, wenn er nicht nur „auf der Arbeit“ ist, sondern man ihn beim Arbeiten sehen kann. Kommunikation ist so wichtig!

Plötzlich können wir in Gaststätten und Kneipen, wieder Freunde und Bekannte sehen und uns vom maskierten Bedienungspersonal Speisen und Getränke servieren lassen. Ob das für die Gastronomie ein großes Geschäft ist, wenn die Hälfte der Plätze frei bleiben muss? Auf jeden Fall haben die Gastronomen mehr Einkünfte als Kinobesitzer, Theater-, Oper- und Konzertveranstalter. Die leben auch vom Geld ihrer Kunden. Die Kirchen sind auch wieder geöffnet. Hier sorgt aber das Steuereinkommen für ungebrochene Einnahmen. Gefühlt habe ich den Eindruck, dass von dort in der letzten Zeit kein Überangebot geliefert wurde. Gerade jetzt, wo die Seele Hilfe braucht …

Auch wir im Presseclub machen uns natürlich Gedanken darüber, wann wir uns hier wieder treffen wollen. Eigentlich war ja für den 23.06.2020 unsere Mitgliederversammlung vorgesehen. Die werden wir verschieben und einen Termin festlegen, wenn gesicherte Erkenntnis über Corona und unsere gemeinsame Zukunft vorliegt. Die wöchentlichen Treffs werden bis auf Weiteres auch nicht stattfinden. Wer bessere Vorschläge hat, über dessen Nachricht freue ich mich.

Übermorgen ist Vatertag. Wer nicht feiern kann, der sei daran erinnert, dass dieser Tag eigentlich „Christi Himmelfahrt“ heißt. Einer meiner Söhne meinte: „Vatertag kann man doch nur feiern, wenn man noch kein Vater ist …“ Recht hat er!

Meine Frau hat seit gestern eine neue Freundin. Eine Woche ohne Waschmaschine, das ist ein Albtraum. Vorbei!

Munter bleiben!
Ihr Jürgen Köster

 

12.05.2020
"... ich mach' mir die Welt, wie sie mir gefällt ..."

 Liebe Mitglieder und Gäste des Presse Club Hannover,

Corona sorgt dafür, dass wir uns auch heute wieder nicht treffen können, und die nächsten Wochen werden wir das Risiko eines Clubabends nicht eingehen. Auch mit Maske ist das Miteinander riskant. Einer, der da ganz anderer Ansicht ist, dem ist das völlig egal. Es wurde zwar verfügt, dass im „Weißen Haus“ bis auf den Westwing Maskenpflicht ist. Der Präsident, sein Stellvertreter und deren Mitarbeiter brauchen sich an diese Anordnung nicht zu halten. Da fällt einem Pipi Langstrumpf ein, die vor 75 Jahren das Licht der Welt erblickte. Ihre „Mutter“ Astrid Lindgren war viele Jahre Kandidatin für den LeibnizRingHannover, aber meine Mit-Kuratoren Süssmuth, Glotz, Schmalstieg und Mahrenholz konnte ich mit meinem Vorschlag leider nicht begeistern. Eine Märchenerzählerin passte nicht. Dann war es auf einmal zu spät …

Was sagen Sie zu den Demonstrationen wegen der Einschränkungen? Wir alle müssen darunter leiden. Doch die meisten haben Verständnis dafür. Man hört die Meinung, dass der Lockdown völlig übertrieben sei und man auch ohne Einschränkungen gut weiter hätte leben können. Mich erinnert das an einen Fallschirmspringer, der heil unten ankommt und dann sagt: „Wofür brauche ich eigentlich einen Fallschirm?“

Und was sagen Sie zu der Entscheidung, dass die Bundesligisten wieder aufs Feld dürfen? Nicht um Spargel zu ernten, sondern um mit hartem körperlichem Einsatz vorzuführen, wie sicher sie vor dem Virus sind. Hoffentlich haben sie recht.

Fußballspieler sind Vorbilder. Vor allem für unsere Kinder. Sie orientieren sich an ihnen. Wie will man denen erklären, dass für sie Mannschaftsspiele verboten sind. Da fällt mir auch wieder Pipi Langstrumpf ein. Frau Nahles, die damals noch nicht als Präsidentin eines Bundesamtes im Gespräch war, hatte das Lied im Bundestag gesungen und Applaus von ihren Kolleginnen und Kollegen bekommen …

Unsere Gegenwart zeichnet sich dadurch aus, dass jeder einzelne von uns in Gefahr ist. Nicht nur in Deutschland, nicht nur in Europa, sondern weltweit. Eigentlich sollte das ein Grund sein, dass wir alle zusammen stehen, um gemeinsam die Pandemie zu bekämpfen. Da ist es wirklich keine Lösung, wenn die Weltgesundheitsorganisation (WHO) als Mitschuldiger genannt wird und der Geldhahn zugedreht wird. Es ist auch keine Lösung, wenn nicht mehr der Gegner auf dem Meer versenkt wird, sondern – wie gerade geschehen – die iranische Marine eines ihrer eigenen Schiffe mit Raketen zerstört. Wenn solche Ereignisse passieren können, stellt sich die Frage, was wohl geschehen wäre, wenn ein amerikanisches Kriegsschiff getroffen worden wäre?

Und noch etwas: Flüchtlinge und Flüchtlingskrise sind kein Thema. Obwohl nach einer Lösung immer weiter gesucht werden muss.

Wer spricht noch von Greta? Sie weckte die Welt auf und wies auf die Klimakatastrophe hin. Anders als bei Corona wird hier die Medizin nicht helfen können...

Ist Ihnen aufgefallen, dass unser Oberbürgermeister wieder in der Zeitung zu sehen ist? Er ist also nicht nur „auf der Arbeit“, sondern zeigt sich auch wieder mit seinen Bürgern. Super!

Heute werde ich nicht in die Markthalle gehen, um Spargel zu kaufen. Um ein ganz trauriges Ereignis habe ich mich zu kümmern. Eine ganz enge Freundin meiner Frau, die für mich auch sehr wichtig war, konnte nicht mehr gerettet werden. Sie war knapp 18 Jahre alt und der Mann mit der „Doktortasche“ konnte nur feststellen: Da ist nichts mehr zu machen. Ich fahre jetzt in die Podbielskistraße, gehe zu Pöhler und kaufe eine neue Miele-Waschmaschine. Ach, wenn alles andere auch so einfach zu lösen wäre …

Munter bleiben!
Ihr Jürgen Köster

 

05.05.2020
Er ist ganz normal auf der Arbeit...

Liebe Mitglieder und Gäste des Presse Club Hannover,

heute stehen zwei Termine im Presseclub-Kalender: Vorstandssitzung und „Oberbürgermeister Onay erklärt uns seine Stadtpolitik“. Beides wurde natürlich abgesagt. Auch ich habe den Kommentar unseres Mitglieds Heiko Randermann in der HAZ gelesen, wo er fragt: „Was macht eigentlich der Oberbürgermeister?“ Das habe ich mich heute auch gefragt. Man hört nichts von ihm, man liest nichts von ihm, man sieht ihn nicht. Und das zu einer Zeit, wo man eigentlich erwartet, dass eine Führungspersönlichkeit Führung zeigt. So rief ich im Rathaus an, in Onays Vorzimmer. „Ja, der Oberbürgermeister ist gesund. Er ist nicht in Vaterschaftsurlaub. Er ist ganz normal auf der Arbeit.“ Ach, tut das gut, eine solch wunderbare Auskunft zu bekommen. Wir brauchen uns also keine Sorgen um unseren Oberbürgermeister zu machen.

Anders sieht es mit unseren „armen“ Fußballspielern aus. Wissen die doch immer noch nicht, ob sie endlich wieder auf dem Fußballfeld arbeiten dürfen. Erst waren es drei beim 1. FC Köln, dann insgesamt 10 positiv Getestete in der gesamten Liga. Die DFL hat nicht verraten, ob die aus Köln mitgerechnet worden sind und – das ist für die wissenschaftliche Einordnung äußerst wichtig – wie sich die Corona-Fälle auf die einzelnen Clubs verteilen.

Interessant ist das Video, das ein „Whistleblower“ von Herta BSC ins Internet stellte und das gleich wieder verschwunden ist. Wurde dort doch gezeigt, wie die von der DFL zugesagten Hygiene-Maßnahmen sträflich vernachlässigt wurden: kein Körperabstand, fröhliches Begrüßen mit Handschlag … Der Informant wurde suspendiert und ihm droht der Rausschmiss. Das Publikum ist irritiert und fragt, wieso ca. 3.000 „TUI-Reisende“ auf einem Kreuzfahrtschiff in Cuxhaven in Quarantäne sitzen, nachdem ein einziges Bordmitglied positiv getestet worden ist.

Noch eine Frage: Hat der US-Präsident noch alle Tassen im Schrank? Empfiehlt er doch ernsthaft seinen Mitbürgern, Desinfektionsmittel einzunehmen. Seine Berater meinten anschließend, das sei Sarkasmus. Ich meine, das war ein tödlicher Rat.

Noch etwas zu Corona: Morgen wollen die Ministerpräsidenten und die Bundesregierung gemeinschaftlich darüber entscheiden, wie es weitergeht. Schon heute kann man lesen, was die Ministerpräsidenten u.a. von Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern für ihre Länder beschlossen haben. Frau Lahmann fragte mich vorhin: „Warum machen die das?“

Tja, da kann man nur spekulieren. Umfragen zeigen, dass in der Corona-Krise Angela Merkel zur populärsten deutschen Politikerin geworden ist und die CDU deutlich an Zustimmung gewonnen hat. Vielleicht will „man“ ja seinen Landesbürgern zeigen, wie unabhängig die Landesregierung von den Berliner Entscheidungen ist und dass gefällige Entscheidungen nicht von Angela Merkel abhängen.

Nirgendwo habe ich gelesen, was man bei VOX sehen und hören konnte: In Italien hat die Regierung wegen Corona einen Erlass verkündet, dass kleine Straftäter aus der Haft entlassen werden können, um die Gefahr der Verbreitung des Virus zu dämmen. Irgendwie ist auf dem Weg zu den Gefängnissen das Wort „kleine“ verloren gegangen. Folge: Die jahrelang von der Gendarmerie gesuchten und dingfest gemachten Mafiosi-Bosse, die noch jahrelange Gefängnisstrafen abbüßen müssen, sind jetzt wieder in Freiheit. „La vita è bella!“

Das habe ich mir auch gesagt, als ich letzte Woche im Hospital war, um mich operieren zu lassen. Keine Wartezeiten, fröhliche Schwestern und Pfleger und Ärzte, die entspannt professionell ihrer Arbeit nachgingen. Gelegenheit, all denen danke zu sagen, die sich um unser Wohlergehen bemühen.

Es soll ja Leute geben, die meinen, dass es vollkommen unnötig war, unser Leben herunterzufahren. Sie demonstrierten auch in Hannover. Sie meinen, die aktuellen Zahlen, die ein immer geringeres Infektionsrisiko zeigen, seien Beweis für den Grund ihres Protestes. Regenschirm, Airbag, Sitzgurt und auch die Bundeswehr: alles überflüssig?

Sie werden mich bei solch einer Demo nicht finden!!

Morgen wird entschieden, wie entspannt unser Leben weitergehen wird. Hoffen wir, dass richtig entschieden wird.

Munter bleiben!
Ihr Jürgen Köster

 

28.04.2020
Maskenpflicht

Liebe Mitglieder und Gäste des Presse Club Hannover,

das waren noch Zeiten: rasende Pferde, eine rumpelnde Kutsche, Pistolenschüsse, Männer mit Masken. Ein typischer Western. Und jetzt: Wir alle sehen wie Ganoven aus und müssen Gesichtsschutz tragen. Ob das was hilft?

Hoffentlich! Denn Nichtstun heißt, die Vergangenheit beständig zu machen. Wahre Lebenskunst aber heißt: Gegenwartslust. Wenn wir das dann richtig machen, kann es uns passieren, dass wir das Glück treffen. Das Glück duldet keinen Aufschub!

Vielleicht haben Sie ja auch das Glück, vierbeinige Familienmitglieder zu haben. Wenn nicht, sollten Sie prüfen, ob Sie sich nicht zum Beispiel einen Hund leisten können. Hunde helfen gegen Depressionen. Das physische und psychische Wohlbefinden wird durch sie gesteigert. Studien zeigen auch, dass der Umgang mit Hunden den Blutdruck senkt und Stresshormone im Blut reduziert. Meine beiden Golden Retriever Emma und Lola (Mutter und Tochter) sind mein Rezept für mein Wohlbefinden. Ja, die Mobilität ist eingeschränkt und die Tiere erwarten, dass man sich um sie kümmert. Aber ist das nicht schön?

Auch ohne Hund ist unsere Mobilität jetzt eingeschränkt. Wir dürfen keine Freunde treffen und Fahrten sollten nur dann unternommen werden, wenn sie nicht touristisch begründet sind. Die Mehrheit steht hinter dieser Entscheidung unserer Regierung. Die sinkenden Infektionszahlen geben ihr recht. Schade, dass die Reproduktionszahl gerade wieder angestiegen ist. Hoffentlich führt das nicht dazu, dass wir am 6. Mai Entscheidungen präsentiert bekommen, die aus diesem Grunde gefällt werden mussten.

Es ist schade, dass unser Presseclub zurzeit kein Treffpunkt ist. Es ist schon traurig, alleine mit Frau Lahmann hier zu sitzen und sich daran zu erinnern, wie wir sonst gemeinsam das Clubleben gestalten. Sie sind, davon bin ich überzeugt, genauso optimistisch wie wir: Auch Corona wird den Schrecken verlieren. Nicht morgen, aber später. Es lebe die Zukunft …

Munter bleiben! 
Ihr Jürgen Köster

 

22.04.2020
Vergänglichkeit ist die Natur aller Dinge

Liebe Mitglieder und Gäste des Presse Club Hannover,

mit dieser Gewissheit (siehe oben) können wir uns beruhigen: Auch Corona wird eines Tages Vergangenheit sein. Wir brauchen aber Geduld! Meine Empfehlung: Machen Sie das Beste daraus!

Ich kenne Menschen, die leben nach folgender Devise: „A bottle of wine contains more philosophy than all the books in the world.“ Louis Pasteur hatte diesen Gedanken vorgedacht und ist damit ja nicht schlecht gefahren. Andere meinen: „Cooking with love provides food for the soul.“ Damit verwöhne ich meine Familie ...

Mir ist bewusst, dass es mindestens einen gibt, der jetzt sagt: Warum schreibt er das nicht auf Deutsch? Ja, lieber Rolf, letzte Woche hast Du Deinen Geburtstag gefeiert und Du wurdest nicht vergessen. Unser Ministerpräsident hatte Dir handschriftlich diesen Brief zukommen lassen:

„Lieber Herr Zick,

zu Ihrem 100. Geburtstag gratuliere ich Ihnen im Namen von fast acht Millionen Bürgerinnen und Bürgern unseres Landes und auch ganz persönlich sehr herzlich. Nicht nur Ihr stolzes Lebensalter macht Sie zu einem unvergleichlichen Zeitzeugen der Geschichte und der Politik Niedersachsens. Es ist für mich immer wieder faszinierend, wenn Sie aus den verschiedenen Epochen der niedersächsischen Politik berichten. Ich wünsche Ihnen (und auch mir selbst), dass Sie sich Ihre bemerkenswerte Spannkraft und Gesundheit noch lange bewahren mögen.

In herzlicher Verbundenheit
Ihr Stephan Weil“

Sicher hast Du Dich über diesen Brief sehr gefreut!

Aber viele von Ihnen haben sich auch mit Grüßen an unseren Ehrenvorsitzenden gewandt. Das hat  Rolf Zick sehr gefallen:

„Lieber Jürgen,

Dir, dem Vorstand und dem gesamten Presse Club Hannover möchte ich ein ganz herzliches Dankeschön sagen für die überaus vielen guten Wünsche, Grüße und Aufmerksamkeiten zur Vollendung meines 99. Lebensjahres und 100. Geburtstags. Ich habe mich außerordentlich gefreut und bin mächtig stolz, wie Ihr alle mich mit Lob und Ehre überschüttet habt. Ich glaube, selten ist ein Ehrenpräsident so glücklich gewesen.

Die Idee, dass mich unsere Mitglieder in verschiedener Art und Weise porträtieren, finde ich großartig. Ich hatte sehr viel Spaß und Freude damit. Auch die vielen Gratulationen und Glückwünsche haben mich durchweg sehr beeindruckt. Und dass Ihr mich mit dem "Geburtstags-Gruß-Blumen-Überraschungspaket" überrascht und erfreut habt, hat mich wirklich erfreut. Für alles nochmals ganz, ganz herzlichen Dank.

Dass "Corona, die Schreckliche", dieses verrückte Virus, das die ganze Welt auf den Kopf gestellt und einen dicken Strich durch alle geplanten Veranstaltungen gemacht hat, ausgerechnet jetzt auch über uns herfallen musste, ist außerordentlich bedauerlich. Das Schicksal hat es nicht gewollt, dass wir dieses seltene Jubiläum gemeinsam feiern konnten. Aber das soll uns nicht davon abhalten, zuversichtlich in die Zukunft zu schauen und nach einem Jahr die 100 doppelt und dreifach zu feiern. Streicht Euch schon mal den 16. April 2021 rot im Kalender (pardon: Smartphone) an.

In der festen Hoffnung, dass unser interessantes Clubleben in nicht allzu ferner Zeit wieder im alten Ganz aufleben wird, so dass ich unsere Veranstaltungen noch öfter "für fröhlich erklären" kann, und dass Ihr alle "Corona" gesund und munter übersteht, grüße ich Euch ganz herzlich und bin in alter Frische

Euer alter Ehrenpräsident Rolf Zick“

Diese Zuversicht und dieser Mut sollte für uns alle Ansporn und Vorbild sein!

Nun möchte ich mich bei Ihnen bedanken: Auf meine letzte Mail habe ich so viele Antworten erhalten. Darüber hat mir gut getan. Vom Jazz Club Hannover, der ja auch unser Mitglied ist, erhielt ich einen Vorschlag, den Sie in der Anlage finden. Die Lektüre lohnt sich.

Unser Mitglied und Träger des LeibnizRingHannover 2001, Prof. Ulrich Reimers, wurde ehrenvoll in den Ruhestand verabschiedet. Wer Ulrich Reimers in unserem Club kennengelernt hat, weiß, dass er sich nicht zur Ruhe setzen wird. Ulrich, halte uns bitte auf dem Laufenden.

Wir werden Sie auch auf dem Laufenden halten. Frau Lahmann und ich haben uns wieder für nächste Woche verabredet. Gesund und munter treffen wir uns dann in unserem Presseclub und denken dann an Sie.

Munter bleiben!
Ihr Jürgen Köster

 

14.04.2020
Altwerden tu ich später!

Liebe Mitglieder und Gäste des Presse Club Hannover,

worüber ich mich freue? Ich gehöre ja zur Risikogruppe – angeblich. Bekomme also eine Reihe von Anrufen von sympathischen Menschen, die sich vergewissern, dass es mich noch gibt. Schön!

Aber die richtig gute Nachricht: Regelmäßig treffe ich dienstags Frau Lahmann in unserem Club. Sie ist gesund, ihre Kinder sind gesund und ihr Mann ist im Homeoffice und auch gesund. Wir gehen dann durch die eingegangene Post und finden keine traurige Nachricht.

Das ist wirklich schön und ich bin davon überzeugt, dass das so bleiben wird, denn: Ich bin Optimist und hoffe, dass Sie es auch sind. „Optimisten werden älter als Menschen, die schwarz sehen. Ihre Gefäße verkalken nicht so schnell, mit Stress können sie besser umgehen und Entzündungen klingen schneller ab“. Das stand am 4. November 2019 in der Süddeutschen Zeitung. Und das gilt sicher auch heute noch.

Letzte Woche schrieb ich Ihnen: „Liebe ist ein Tuwort.“ Darauf antwortete unser Mitglied Dr. Matthias Wilkening, dass das nicht stimmt. Richtig ist: „Liebe“ ist ein Hauptwort und „lieben“ ist ein Tuwort. Für mich das Fazit: Tun wir uns doch lieben. Das kann kein Fehler sein.

Corona kann auch Freude bringen: Mein Zuhause ist direkt am Tiergarten, der für Besucher geschlossen ist. Für die Gehörnträger, die wir aus unserem Küchenfenster beobachten können, eine Situation, die sie sonst nur in der Weihnachtszeit erleben. Dann ist es allerdings für sie hochgefährlich: Jagdzeit! Sie genießen jetzt die Ruhe und das Fernsein von Menschen. Corona sei Dank!

Frankreich, so hörte man heute, wird noch bis zum 18. Mai geschlossen bleiben. Wie es bei uns sein wird, das werden wir morgen erfahren. Die Mehrheit unserer Mitbürger begrüßt die bisherigen Maßnahmen, die ja sehr erfolgreich sind. Gut, dass wir in unserem Land kompetente Forscher haben, die unseren Volksvertretern Entscheidungshilfe geben. Die können allerdings unseren Politikern nicht das abnehmen, wofür wir sie gewählt haben: Sie müssen entscheiden! Ich bin davon überzeugt, dass sie das richtig machen…

Munter bleiben!

Herzlich grüßt
Ihr Jürgen Köster

 

07.04.2020
"Liebe ist ein Tuwort"

Liebe Mitglieder und Gäste des Presse Club Hannover,

auf mein letztes Schreiben habe ich so viele Reaktionen bekommen, dass ich diese nicht einzeln beantworten kann. Dafür bitte ich um Verständnis. Gefragt wurde ich nach der erwähnten Bundesdrucksache. Die tauchte inzwischen im ZDF ZOOM auf und wurde am vergangenen Sonntag in der FAS kommentiert unter dem Titel „Der Bericht, den keiner las“. Damit Sie die Bundesdrucksache lesen können, ist sie in der Anlage. Bitte blättern Sie dort auf Seite 55 vor.

Es gibt gute Nachrichten:

Der Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft in Niedersachsen und Bremen ist neues Firmenfördermitglied. Darüber informierte uns die Verbandsdirektorin und Rechtsanwältin Dr. Susanne Schmitt. Herzlich willkommen in unserem Club!

Seit letztem Jahr ist Martin Weiß über ZAG GmbH KinderART Firmenfördermitglied. Er war bei unserem Neujahrsempfang und hörte den Aufruf zur Förderung unserer Sir-Hugh-Carleton-Greene-Stiftung des Presse Club Hannover, die gerade jetzt sich über finanzielle Zuwendung freut. Er lud anschließend den Stiftungsvorsitzenden Hartmuth Schulz und den Vorsitzenden des Presse Club Hannover zu einem Gespräch in sein Büro ein, um über die Stiftung und ihre finanzielle Ausstattung informiert zu werden. Als er hörte, dass das Stiftungsvermögen sich auf ca. 180.000 Euro beläuft, meinte er: „Das werden wir aufrunden.“

Martin Weiß befindet sich zurzeit auf einer Reise in Südamerika, die er sich zu seinem 71. Geburtstag schenkte. Die verläuft natürlich jetzt ganz anders, als er sich das gedacht hatte…

Bevor Martin Wei8 allerdings verreiste, überraschte er uns mit einer E-Mail. In der teilte er mit, dass er versprochen habe, das Stiftungsvermögen aufzurunden. Das wolle er auch gerne tun: „Ich erhöhe das Stiftungsvermögen auf 1 Million Euro.“

Sie können sich vorstellen, wie sprachlos ich war. Selbstverständlich habe ich ihn dann angerufen und mich ganz herzlich für diese großzügige Gabe bedankt. Unser Schatzmeister Henning Schulze kümmert sich nun um die Abwicklung dieser großartigen Zuwendung.

Unsere Stiftung ist gerade dabei, die eingegangenen Bewerbungen für die diesjährigen Stipendien zu bewerten. Insgesamt sind 22 Bewerbungen aus ganz Deutschland eingegangen. Eine schöne Aufgabe für die Juroren.

Das Kuratorium LeibnizRingHannover hatte vor Ausbruch der Pandemie getagt und sich für einen Preisträger entschieden, der nicht so einfach zu erreichen ist. Das ist nicht ungewöhnlich, aber in diesem Fall wohl hilfreich. Unter dem neuen Blickwinkel „Coronavirus“ kommt man nämlich zu ganz anderen Bewertungen. Und es stellt sich die Frage, ob wir überhaupt in diesem Jahr die Verleihung des LeibnizRingHannover durchführen. Das kann vielleicht in nicht absehbarer Zeit wieder ganz anders aussehen.

Für den 23. Juni ist noch unsere Mitgliederversammlung geplant. Dazu werden Sie fristgerecht eingeladen. Falls Sie Zeit haben, machen Sie doch bitte Vorschläge für Punkte, die wir in der Sitzung dann behandeln sollten.

Am 16. April vollendet Rolf Zick sein 99. Lebensjahr. Eine Reihe von Mitgliedern haben uns ganz individuelle Geburtstagsgrüße übersandt, die wir dem Geburtstagskind pünktlich zusenden werden. In unserem Mitgliederverzeichnis steht die E-Mail-Adresse von Rolf Zick. Sorgen Sie doch mit dafür, dass er am 16.04.2020 sich über Ihren Gruß freuen kann.

Wie letzte Woche ist der Himmel blau, sind die Straßen leer und ich habe versprochen, etwas Leckeres zu kochen. In der Markthalle gab es letzte Woche guten Spargel und ich werde gleich testen, ob es auch heute welchen gibt …

In fünf Tagen feiern wir Ostern. Das ist ein Familienfest, bei dem man eigentlich gemeinsam feiert. Ob wir dieses Jahr Ostern und Weihnachten zusammenlegen sollten?

Herzlich grüßt und wünscht „frohe Ostern“
Ihr Jürgen Köster

 

31.03.2020
Rolf Zick ist gesund – bleiben Sie es auch!

Liebe Mitglieder und Gäste des Presse Club Hannover,

es erscheint wie ein unwirkliches Erlebnis, wenn man jetzt tagsüber durch die Innenstadt unserer Landeshauptstadt geht. Und wenn man dann die Nachrichten hört, sagt man sich: Das kann und darf doch nicht wahr sein! Die Frage, die ich mir stelle, ist: Konnte man das nicht voraussehen?

Christian Pfeiffer, Kriminologe und engagiertes Mitglied in unserem Club, legte mir letzte Woche einen „Schmöker“ mit knapp 800 Seiten in den Briefkasten: „Fever“ von Deon Meyer aus dem Jahre 2017. Die Geschichte dieses Horrorromans handelt davon, dass sich ein Mensch durch eine Fledermaus mit dem Coronavirus infiziert und dadurch die ganze Welt mit diesem Virus angesteckt wurde. Es ist Horror, wenn man liest, was dann passierte. „Fever“ geschrieben 2017, damals ein Science-Fiction-Roman …

Im MDR wurde Ende letzter Woche eine Dokumentation gezeigt über die Möglichkeit eines weltweit verbreiteten tödlichen Virus. Dort wurde unter anderem festgestellt, dass diese Gefahr größer ist als Terrorismus und Gefährdung der inneren Sicherheit. Dafür werden immense Geldmittel zur Verfügung gestellt. Dieser Beitrag ist vom WDR im Jahre 2017 veröffentlicht worden. Führende Wissenschaftler sagten damals, dass, obwohl die Gefahr bekannt ist, kein Land sich angemessen vorbereitet …

Mein Sohn Kurt Wilhelm, der als Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bundestag tätig ist, machte mich letzte Woche aufmerksam auf die „Drucksache 17/12051 vom 03.01.2013. Deutscher Bundestag, 17. Wahlperiode, Unterrichtung durch die Bundesregierung. Bericht zur Risikoanalyse im Bevölkerungsschutz 2012“.

Interessant ist diese Drucksache ab Seite 55: „Pandemie durch Virus, Modi-SARS“.

In dieser Risikoanalyse wird das Schadensausmaß dargestellt, das eine solche Pandemie, deren Wahrscheinlichkeit statistisch einmal in einem Zeitraum von 100-1000 Jahren eintritt, hervorruft. Diese Drucksache lag der Regierung, die sie erstellte, und allen Bundestagsabgeordneten vor …

Es ist verständlich, dass der schlichte Bürger auf eine Pandemie nicht vorbereitet ist und mit ihr auch nicht gerechnet hat. Politiker, die von uns dafür bezahlt werden, für unser Wohlergehen und unsere Sicherheit zu sorgen, haben allerdings die Aufgabe, ernstzunehmende Warnungen bei ihrer Arbeit zu berücksichtigen:

Wo sind die Desinfektionsmittel?
Wo sind Gesichtsmasken?
Wo ist Schutzkleidung?
Wo sind ausreichend Intensivbetten?

Das sind Fragen, die sich stellen, wenn man weiß, dass das, was wir gerade erleben, von Fachleuten vorausgesagt wurde.

Der Himmel ist blau, die Sonne scheint über Hannover und unser Tiergarten, unser Zoo, die Spielplätze sind gesperrt. Nicht aber die Markthalle. Dort gehe ich jetzt hin und kaufe Spargel für heute Abend. Statt Maske, die ich nirgendwo bekomme, trage ich einen Schal über der unteren Gesichtshälfte …

Munter bleiben!

Herzlich grüßt
Ihr Jürgen Köster